Fussballspiel im Arztkoffer

Die kleine Sportfrage

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Betreuer des FC Bayern haben nicht nur von der Ersatzbank aus ein Spiel ihrer Mannschaft live mitverfolgt, sondern auch zeitgleich auf einem Tablet. Angeblich, um bei Verletzungen besser reagieren zu können. War das nun ein genialer Schachzug oder unfair?

Dass der FC Bayern vieles tut, um seinen Gegnern einen Schritt voraus zu sein, ist bekannt. Was die Münchner aber kürzlich gemacht haben, lässt staunen und bringt die deutschen Liga-Chefs in Erklärungsnot. Im Arztkoffer versteckten Betreuer des FC Bayern ein Tablet und sahen sich darauf das Spiel im Stadion per Livestream an. Die Mitarbeiter hätten so angeblich direkt Überblick bei Verletzungen und könnten schneller reagieren, heisst es. Seit die «Bild»-Zeitung den Trick aufgedeckt hat, fragt man sich in der Fussballwelt, ob diese Methode legal ist. Schliesslich helfen die Wiederholungsbilder dem Club auch bei strittigen Schiedsrichter-Entscheidungen.

Die Deutsche Fussball-Liga (DFL) hält sich bedeckt. Ein Blick in deren Statuten zeigt: Die Nutzung von mobilen Endgeräten ist nicht genau geregelt. Es heisst lediglich, dass der Kontakt zwischen Bank und TV-Bildern unerwünscht ist. Ein Verbot aufgrund eines Regelverstosses kann Bayern nicht ausgesprochen werden. Der Umgang mit Video-Bildern wird sich zur neuen Saison ohnehin ändern. Die DFL dürfte dabei auch für den TV-Trick eine Regelung finden.

Alexandra Pavlovic

Weshalb tun die das? Die Welt des Sports steckt voller kleiner Rätsel. Einigen zentralen und weniger zentralen Fragen aus der Welt der Profis geht die Sportredaktion in dieser Rubrik nach.