Fussballer, Fan, Freund

An Aldo Moscatelli, den ehemaligen Spieler des FC St. Gallen, erinnern sich noch viele Fussballfreunde in der Region. Er hat auf dem Rasen fussballerisch und emotional bewegt. Am 15. April ist er, 75jährig, unerwartet verstorben.

Fredi Kurth
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Aldo Moscatelli (rechts) nach dem ersten und bislang einzigen Cupsieg des FC St. Gallen im Frühsommer 1969. (Bild: Sportalbum.ch)

Aldo Moscatelli (rechts) nach dem ersten und bislang einzigen Cupsieg des FC St. Gallen im Frühsommer 1969. (Bild: Sportalbum.ch)

FUSSBALL. Aldo Moscatelli war als Fussballer seiner Zeit voraus. Er war sowohl zweikampfstark als auch am Ball sehr begabt – während sich damals in den 1960er- und 1970er-Jahren viele Spieler bloss durch die eine oder andere Fähigkeit auszeichneten. Gegnerische Torhüter und Abwehrspieler hatten auch Respekt vor den kernigen Abschlüssen des klassischen Linksfüssers.

Aldo Moscatelli wuchs im Luzernischen auf und debütierte in der NLA beim FC Luzern. Bald wurde auch der damals aufstrebende FC Basel auf ihn aufmerksam: In den Jahren zwischen 1964 und 1967 absolvierte der wendige Pendler zwischen Mittelfeld und Angriff 70 Spiele und erzielte zwölf Tore. Aldo Moscatelli wurde mit Basel Meister und Cupsieger. Es war sein Teamkollege Markus Pfirter, der zum FC St. Gallen vorausgegangen war und ihn dem Ostschweizer NLA-Verein empfahl. Beide wurden 1969 Cupsieger beim 2:0-Finalsieg gegen Bellinzona. Aldo Moscatelli gehörte auch zur Mannschaft, die gegen Frem Kopenhagen und in der nächsten Runde gegen Levski Spartak Sofia im Cup der Cupsieger spielte.

Liebenswürdig, hilfsbereit

Gelegentlich stand sich Aldo Moscatelli selber im Wege, dann nämlich, wenn sein Temperament überschäumte. «Er war ein Gerechtigkeitsfanatiker», erinnert sich sein früherer Teamkollege René Sidler, der ebenfalls in Luzern aufgewachsen und wie Aldo Moscatelli und Markus Pfirter in der Region St. Gallen sesshaft geworden ist. «Und wenn er sich ungerecht behandelt fühlte, liess er das auch den Schiedsrichter spüren.» Primär aber beschreiben ihn René Sidler und andere Weggefährten als ausserordentlich liebenswürdig und hilfsbereit. Seine berufliche Befähigung bewies Aldo Moscatelli während mehr als 30 Jahren als Mitarbeiter auf dem Zentralsitz der St. Galler Kantonalbank. Seine beiden Söhne Mario und Rinaldo spielten ebenfalls Fussball, für die erste Mannschaft des FC St. Gallen beziehungsweise für den SC Brühl.

Bis zuletzt ein grün-weisses Herz

Aldo Moscatelli ist, so weit bekannt, nach Rudi Nafziger der zweite Spieler der Cupsieger-Mannschaft von 1969, der verstorben ist. «Dein Herz schlug für Deine Familie, den Fussball, für die Natur und das Reisen», steht in der Todesanzeige. Es schlug so heftig für den FC St. Gallen wie bei kaum einen anderen ehemaligen Spieler. Aldo Moscatelli war bis zuletzt regelmässiger Besucher der Partien des FC St. Gallen in der AFG Arena und bei fast jedem Training der ersten Mannschaft zugegen. Ein grün-weisses Herz hat nun plötzlich aufgehört zu schlagen. Aldo Moscatelli verstarb am 15. April im Alter von 75 Jahren.