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Trotz drohendem Aderlass schiebt der FC Basel keine Panik

Wegen des prallen Terminkalenders verzögert sich die Kaderplanung – fix ist einzig die Übernahme von Elneny. Sollte es im Sommer zu gewichtigen Abgängen kommen hält der FCB noch einige Assen Ärmel versteckt.

Sebastian Wendel
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Zu Dortmund oder nach England? Aleksandar Dragovic.
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FC Basel droht wieder ein grösserer Aderlass
Zu Borussia Dortmund? Valentin Stocker.

Zu Dortmund oder nach England? Aleksandar Dragovic.

Keystone

46 Millionen Franken wandern im Sommer auf das Konto von Borussia Dortmund. Dafür müssen die Gelb-Schwarzen in der nächsten Saison ohne ihren Superstar Mario Götze auskommen, der künftig für Bayern München auflaufen wird. Von solch gewaltigen Transfereinnahmen kann man beim FC Basel nur träumen.

Doch auch das rot-blaue Portemonnaie dürfte in den kommenden Monaten anschwellen. Dann nämlich, wenn die zu erwartenden Transfers über die Bühne gehen. «Nach den Leistungen in der Europa League müssen wir damit rechnen, dass uns einige Spieler verlassen werden», sagt Trainer Murat Yakin.

Meistgenannte Kandidaten sind Innenverteidiger Aleksandar Dragovic und Flügelspieler Valentin Stocker. Landen der österreichische und der schweizerische Nationalspieler ausgerechnet bei Borussia Dortmund? Im Abwehrzentrum des Champions-League-Halbfinalisten wird mindestens ein Platz frei (Felipe Santana geht zu Schalke).

Stocker könnte in der Offensive mithelfen, die durch den Abgang von Götze entstandene Lücke zu schliessen. Dazu passt die Aussage von Stockers Vater Christoph, der kürzlich ein Angebot aus der Bundesliga für seinen Sohn bestätigte.

Die Gerüchte um Dragovic, Stocker, Goalie Yann Sommer, der immer noch ein Kandidat beim FC Barcelona sein soll, und viele andere schiessen dieser Tage wie Pilze aus dem Boden. Beim FC Basel hält man sich gewohnt bedeckt. «Wir erhalten immer wieder konkrete Angebote für unsere Spieler», sagt Sportdirektor Georg Heitz.

Kommentiert werden Namen jedoch erst, wenn ein Transfer fix ist oder der kaufwillige Klub sein Interesse öffentlich macht. Letztes Jahr so geschehen bei Granit Xhaka, als Gladbachs Sportdirektor in den Medien den Wechsel forcierte und der FCB daraufhin Gespräche mit den Deutschen bestätigte.

Yapi so gut wie weg

Apropos letztes Jahr: Zum gleichen Zeitpunkt standen damals drei gewichtige Abgänge fest: Xhaka zu Gladbach, Xherdan Shaqiri zu Bayern München und das Karriereende von Benjamin Huggel. «Das war eine ungewöhnliche Konstellation und hat unsere Zukunftsplanung angenehm gemacht», sagt Heitz.

Ein Jahr später steht einzig der Abgang von Gilles Yapi so gut wie fest. Laut dem Sportdirektor müsse man flexibler denken als vor einem Jahr. Ursache für die leichten Verzögerungen in der Kaderplanung ist der volle Kalender. «Wir haben jeden dritten Tag irgendwo ein Spiel und kommen derzeit kaum dazu, uns tiefgründiger mit Angeboten zu beschäftigen.»

Ebenfalls in der Schwebe ist die Zukunft jener Spieler, deren Verträge am 30. Juni dieses Jahres auslaufen. Wer Mitte April sein Arbeitspapier noch nicht verlängert hat, der muss sich normalerweise einen neuen Klub suchen. Nicht so die Basler Cabral und Markus Steinhöfer. «Wir sind in laufenden Gesprächen mit den Spielern und ihren Beratern, Tendenzen gibt es keine zu vermelden», sagt Heitz.

Mohamed Elneny bleibt in Basel

In den nächsten Wochen wird sich herauskristallisieren, wie das FCBKader in der nächsten Saison aussieht. «Wir sind so aufgestellt, dass wir auf alle Eventualitäten reagieren können», sagt Heitz.

Bereits im Winter hat man mit der Verpflichtung von Geoffroy Serey Die, Raúl Bobadilla, Mohamed Elneny, Endogan Adili und Veljko Simic damit begonnen, den drohenden Aderlass aufzufangen. Sollte es im Sommer zu gewichtigen Abgängen kommen, wird man jedoch reagieren und einen Teil der Transfereinnahmen in die Mannschaft reinvestieren.

Eine der vielen Personalien ist seit kurzem geklärt. Der Ägypter Mohamed Elneny wird auch in der kommenden Spielzeit das Trikot des FC Basel tragen. «Wir werden die Option zur definitiven Übernahme ziehen», sagt Heitz.

Elneny stiess im Wintertrainingslager in Spanien als Testspieler zum FCB und überzeugte auf Anhieb. Nach der Rückkehr in die Schweiz schloss Rot-Blau mit Arab Contractors, dem Stammklub Elnenys, einen Leihvertrag mit integrierter Kaufoption.

Der 23-fache Nationalspieler hat sich innert kürzester Zeit zum Leistungsträger entwickelt, bisheriger Höhepunkt war sein grandioser Auftritt im Heimspiel gegen Tottenham. Die Augen der zahlreichen Scouts, die sich für das morgige Hinspiel im Europa-League-Halbfinal in Basel angemeldet haben, werden auch auf ihn gerichtet sein.

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