WM 2018
Spanien zittert sich zum Gruppensieg

Spanien spielte in Kaliningrad gegen Marokko nur 2:2 und erreichte dennoch als Gruppensieger die WM-Achtelfinals. Der Weltmeister von 2010 hinterliess dennoch keinen guten Eindruck.

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Spaniens Torhüter David De Gea klärt knapp vor Khalid Boutaib.
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Monir El Kajoui kann gegen Andres Iniesta klären.
Meinungsverschiedenheit zwischen den Spaniern und den Marokkanern. An vorderster Front die spanische Nummer 3, Gerard Pique.
Kopfballduell zwischen Spaniens Gerard Pique (links) und Marokkos Nabil Dirar.
Schöne Geste vor Spielbeginn der beiden Trainer: Fernando Hierro (links) und Herve Renard.
Kampf um den Ball zwischen Hakim Ziyach (links) und Dani Carvajal.
Khalid Boutaib entwischte der spanischen Abwehr und überwand auch noch David de Gea im Tor der Spanier zur 1:0-Führung.
Gerard Pique (links) in Aktion gegen den Torschützen Khalid Boutaib.
Hier bezwingt Khalid Boutaib David de Gea im Tor der Spanier...
... und hier lässt er sich von seinen Teamkollegen feiern.
Spaniens Isco (links) kommt ganz frei zum Abschluss und gleicht für die Spanier zum 1:1 aus.
Isco wird von seinen spanischen Teamkollegen gefeiert.
Jordi Alba behauptet den Ball gegen seinen Gegenspieler.
Spaniens Trainer, Fernando Hierro, hat einige Verbesserungsvorschläge für Sergio Busquets übrig.
Isco (rechts) bejubelt seinen Treffer auf seine Art und Weise.
Fernando Hierro ist mit dem 1:1 zur Pause gegen Marokko nicht zufrieden.
Sergio Ramos (links) und Jordi Alba beglückwünschen Isco (rechts) zum Ausgleichstreffer für die Spanier.
Die beiden Spanier (Andres Iniesta hinten und David Silva vorne) nehmen Younes Balhanda in die Mangel.
Kampf um den Ball: Noureddine Amrabat (links) und Thiago Alcantara
Spaniens Torhüter David De Gea hat in der Partie gegen das bereits vor diesem Spiel ausgeschiedenen Marokko mehr zu tun als ihm lieb ist.
Andres Iniesta (rechts) liegt getroffen am Boden.
Auch in der zweiten Hälfte hart umkämpft: Hier im Zweikampf Marokkos Faycal Fajir (links) und Sergio Ramos.
Spanien (hier im Bild Andres Iniesta) muss gegen Marokko in der zweiten Halbzeit unten durch und geriet dabei 1:2 in Rückstand.
Marokkos Youssef En Nesyri trifft zum 2:1 für die Marokkaner.

Spaniens Torhüter David De Gea klärt knapp vor Khalid Boutaib.

Petr David Josek

Liegt es am Trainerwechsel so kurz vor der WM? Am Druck des grossen (Mit-)favoriten? An der defensiven Einstellung der meisten Gegner? Oder an der Müdigkeit nach einer langen Saison? Spanien überzeugte jedenfalls in der Gruppenphase nur ganz selten. Nach dem begeisternden 3:3 zum Auftakt gegen Portugal mühte sich das Team von Trainernovize Fernando Hierro zu einem mageren 1:0 gegen den Iran und kam glückhaft zu einem Unentschieden gegen Marokko.

Erst in der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Iago Aspas das 2:2, obwohl der Schiedsrichter das Tor ursprünglich wegen Offside nicht anerkennen wollte. Der Video-Beweis rettete den Spaniern aber den einen Punkt. Zehn Minuten vor Schluss hatte Joker Youssef En-Nesyri nach einem Corner mit einem wuchtigen Kopfball den vermeintlichen 2:1-Siegtreffer für die zuvor bereits ausgeschiedenen und torlosen Marokkaner erzielt.

Spielwitz und Ideen fehlten

Es fehlte den Spaniern auch gegen den nordafrikanischen Nachbarn an Spielwitz und Ideen. Genieblitze wie das Durchspiel von Andres Iniesta und Isco beim 1:1 in der 19. Minute waren die Ausnahme. Danach war der Elan bereits wieder erlahmt. Nur fünf Minuten hatten genügt, um den überraschenden Rückstand wettzumachen. Khalid Boutaïb hatte von einem Stockfehler Iniestas und einem Missverständnis zwischen dem Spielmacher und Sergio Ramos profitiert.

Fast zu einer tragischen Figur geworden wäre dabei Spaniens Goalie David de Gea. Boutaïbs Abschluss war der vierte Schuss auf sein Tor an dieser WM - und das vierte Gegentor. Als erneut Boutaïb in der 25. Minute solo aufs Tor lief, konnte sich De Gea erstmals auszeichnen. Die Marokkaner spielten wie in den ersten beiden Spielen munter mit, hatten aber auch diesmal wieder Pech. Zehn Minuten nach der Pause traf beispielsweise Noureddine Amrabat mit einem sehenswerten Weitschuss die Innenseite des Lattenkreuzes.

Auf der anderen Seite war ein Kopfball von Gerard Piqué die einzige nennenswerte Chance der Spanier, ehe sogar noch der eine Punkt in Gefahr geriet. Dieser war am Ende viel wert, denn da Portugal im anderen Spiel der Gruppe B den Sieg aus der Hand gab, wurden die Iberer sogar noch mit dem Gruppensieg belohnt. Sie treffen deshalb im Achtelfinal auf Gastgeber Russland statt die unbequemen Uruguayer. Was ihnen aber zu denken geben muss: In den drei Gruppenspielen kassierte die sonst so solide Abwehr fünf Gegentore.

Matchtelegramm

Spanien - Marokko 2:2 (1:1)

Kaliningrad. - 33'973 Zuschauer. - SR Irmatow (UZB). - Tore: 14. Boutaïb 0:1. 19. Isco 1:1. 81. En-Nesyri 1:2. 92. Aspas 2:2.

Spanien: De Gea; Carvajal, Piqué, Ramos, Alba; Busquets, Thiago (74. Asensio); Silva (84. Rodrigo), Isco, Iniesta; Costa (74. Aspas).

Marokko: El Kajoui; Dirar, Da Costa, Saïss, Hakimi; El Ahmadi, Boussoufa; Amraba, Belhanda (64. Fajr), Ziyach (85. Bouhaddouz); Boutaïb (71. En-Nesyri).

Bemerkungen: 55. Lattenschuss Amrabat. Verwarnungen: 22. El Ahmadi (Foul). 29. Amrabat (Foul). 31. Da Costa (Foul). 31. Boussoufa (Reklamieren). 89. El Kajoui (Spielverzögerung). 94. Hakimi (Reklamieren). 96. Fajr (Foul).

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