DFB-Pokal

Sensation im deutschen Pokalfinal: Eintracht Frankfurt besiegt Bayern-Startruppe mit 3:1

Die Saison im deutschen Klub-Fussball endete mit einem Coup: Eintracht Frankfurt besiegte im Cupfinal in Berlin den Serien- und Rekordmeister Bayern München 3:1 und holte den ersten Titel seit 1988.

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Die Frankfurter feiern den Pokalsieg - in der Mitte Trainer Niko Kovac.
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Kevin-Prince Boateng mit der Hand am Pokal, neben Niko Kovac.
Eintracht Frankfurt holt gegen Bayern Pokalsieg
Jupp Heynckes steht auf dem Rasen und muss den jubelnden Frankfutern zuschauen.
Nach dem 3:1 in der Nachspielzeit und dem Abpfiff gibt es kein Halten mehr bei den Frankfutern.
Kurz vor dem 3:1 forderten die Bayern noch Elfmeter, der das 2:2 hätten bedeuten können.
Doch der Schiedsrichter gab ihn nicht, nachdem er sich die Szene im Video angeschaut hatte.
Niko Kovac holt sich zum Abschied den Pokal.
Jubel bei den Frankfurtern.
Hängende Köpfe bei den Bayern: Mats Hummels nach dem 1:2.
Ante Rebic lässt Bayern-Torwart Sven Ulreich keine Chance ...
... und schiesst das 2:1.
Rebic schoss bereits das 1:0.
Vor dem Anpfiff: Eintracht-Frankfurt-Trainer Niko Kovac mit Jupp Heynckes, den er als Bayern-Trainer ablöst in der nächsten Saison.

Die Frankfurter feiern den Pokalsieg - in der Mitte Trainer Niko Kovac.

Michael Sohn

Vor 30 Jahren hiess der Frankfurter Held Lajos Detari. Das ungarische Fussball-Genie schoss damals die Eintracht mit einem Freistoss zum 1:0-Sieg gegen den VfL Bochum. 2018 kommen die Matchwinner wieder aus Osteuropa. Der Kroate Ante Rebic schoss die Tore zum 1:0 (11.) und 2:1 (82.), ehe der Serbe Mijat Gacinovic in der Nachspielzeit nach einem Sprint über den halben Platz und mit einem Schuss ins leere Tore den dritten Treffer erzielte.

Dieser Triumph der Frankfurter ist nicht bloss wegen der krassen Aussenseiterrolle und der zeitlichen Distanz zum letzten Titel so speziell. Er ist es auch, weil sich Trainer Niko Kovac nun mit einem Coup von der Eintracht verabschiedet - und zum Konkurrenten aus München wechselt. Der Kroate verlässt Frankfurt nun doch noch als Held, nachdem die Verkündung des Transfers vor wenigen Wochen für viel Missmut im Frankfurter Umfeld gesorgt hatte.

Die Eintracht verdiente sich den Sieg, den ersten in einem Pflichtspiel gegen die Bayern seit über acht Jahren, weil sie gegen einen spielerisch überlegenen Gegner kämpferisch über sich hinauswuchs, nach dem Ausgleich der Bayern kurz nach der Pause nicht einbrach und dem dominanten Meister unter dem Strich verhältnismässig wenig zugestand.

Ganz ohne Glück kamen die Frankfurter aber natürlich nicht über die Runden. Vor dem entscheidenden 3:1 hätte es Penalty für die Bayern geben müssen. Kevin Prince Boateng schlug Bayerns Javier Martinez im Strafraum gegen den Fuss. Der Schiedsrichter gab den fälligen Penalty nicht, obwohl er sich die Szene auf Video anschaute.

Die Bayern hätten zum Abschied von Trainer Jupp Heynckes das vierte Double in den letzten sechs Jahren holen können. Sie trugen die ärgerliche und aus ihrer Sicht unnötige Niederlage mehrheitlich einigermassen mit Fassung. "Das war ein klarer Penalty, aber es bringt nichts, darüber zu diskutieren. Wir waren überlegen und hätten die Tore erzielen müssen", analysierte zumindest Sportchef Hasan Salihamidzic.

Etwas Gutes können die Bayern der Final-Niederlage womöglich sogar noch abringen. Ihr neuer Trainer kommt nun als Cupsieger an die Säbener Strasse - und damit nicht als Coach ohne Titel. Das wird dafür sorgen, dass ein paar Fans weniger die Nase rümpfen darüber, dass Niko Kovac der Nachfolger von Trainern mit Namen wie Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti, Pep Guardiola oder Louis van Gaal wird.