Nations League

Schweizer spielen gegen den Abstieg aus der Nations League

Die Schweiz verliert die Nations-League-Partie in Madrid gegen Spanien 0:1. Nach der Hälfte des Pensums liegt sie mit nur einem Punkt aus drei Spielen am Tabellenende und spielt nun gegen den Abstieg.

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Die Schweizer mit Haris Seferovic taten sich in Madrid gegen Spanien vor allem in der Offensive schwer

Die Schweizer mit Haris Seferovic taten sich in Madrid gegen Spanien vor allem in der Offensive schwer

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Den einzigen Treffer der Partie erzielte der Gastgeber bereits in der 14. Minute durch Mikel Oyarzabal von Real Sociedad San Sebastian nach einem Fehler der Schweizer Defensive. Der Sieg des Gastgebers war verdient, verzeichneten die Spanier doch ein ein klares Chancenplus. Die Gäste zeigten eine ansprechende Leistung, taten sich aber wie so oft in der Offensive schwer.

Für die SFV-Auswahl war es die erste Niederlage gegen Spanien seit dem 0:3 im WM-Achtelfinal 1994 in den USA. 2010 besiegte sie in der Vorrunde der WM in Südafrika den späteren Weltmeister 1:0, 2018 erreichte sie in einem Testspiel vor der WM in Russland ein 1:1.

Sommers neuerlicher Faux-pas

Schon früh hatten sich die Schweizer im leeren Estadio Alfredo Di Stefano, das unweit des internationalen Flughafen Barajas liegt, in Rücklage gebracht. Nach einer knappen Viertelstunde versuchten sie nach einem Abstoss von hinten heraus zu kombinieren, was gründlich misslang. Ein schlechter Pass von Torhüter Yann Sommer auf Granit Xhaka, der ausglitt, sorgte dafür, dass die Spanier früh für ihr Pressing belohnt wurden. Mikel Merino gelang die Balleroberung, Oyarzabal liess Sommer keine Chance.

Der frühe Gegentreffer war umso ärgerlicher, als dass die SFV-Auswahl gut in die Partie gefunden hatten. Mit einem eher defensiven 3-5-2-System hielt sie die Spanier zu Beginn weg von ihrem Tor und kam ihrerseits zur ersten grossen Chance des Spiels. Loris Benito scheiterte in der 11. Minute nach Vorarbeit von Silvan Widmer aus kurzer Distanz am glänzend reagierenden David de Gea. Es war die einzige klare Chance der Schweizer im ganzen Spiel.

Das 0:1 führte zu einem Bruch im Schweizer Spiel. Die Spanier hatten danach deutlich mehr Ballbesitz, die Gäste hingegen fanden nur selten Lösungen im Spielaufbau, wie sie Petkovic vor der Partie gefordert hatte. Und auch die Passquote entsprach nicht dem Wunsch des Trainers. Eine starke Parade von Sommer nach einem Kopfball von Ferran Torres verhinderte in der 28. Minute eine frühe Vorentscheidung.

Es war eine der wenigen guten Aktionen des Keepers von Borussia Mönchengladbach, der bereits bei der 1:2-Niederlage in der Ukraine im September das 0:1 verschuldet hatte. Vor allem im Aufbauspiel wirkte Sommer nach seinem Faux-pas phasenweise verunsichert. In der 52. Minute hatte er das Glück des Tüchtigen, als er einen Schuss von Jesus Navas vor die Füsse von Oyarzabal ablenkte, dieser den Ball aber neben das Tor setzte.

Shaqiri zu Beginn nur auf der Bank

Petkovic hatte für die Partie gegen den Tabellenführer im Gegensatz zum Testspiel am Mittwoch in St. Gallen gegen Kroatien (1:2) wieder auf seine besten Kräfte gesetzt. Auf Xherdan Shaqiri verzichtete er zu Beginn, nach einer Stunde wurde dieser für Admir Mehmedi eingewechselt.

Für den offensiven Mittelfeldspieler vom FC Liverpool war es an seinem 29. Geburtstag das 83. Länderspiel, das erste seit 16 Monaten. Nachdem er am Nachmittag im Teamhotel noch ein Ständchen und eine Torte erhalten hatte, hatte Shaqiri am Abend wenig zu feiern. Auch er konnte das Offensivspiel nicht beleben und damit nicht verhindern, dass die Schweiz im vierten Spiel des Jahres sieglos blieb.

Dass Shaqiri überhaupt spielen konnte, war erst am späten Freitagabend bekannt geworden. Die lokale Gesundheitsbehörde in Madrid hatte die Spielerlaubnis erst erteilt, nachdem ein weiterer Test auf das Coronavirus negativ ausgefallen war. Der Spieler war zu Beginn der Woche positiv getestet worden, da sein Körper aufgrund einer früheren Ansteckung Antikörper gebildet hatte.

Spanien - Schweiz 1:0 (1:0)

Estadio Alfredo Di Stefano, Madrid. - Keine Zuschauer. - SR Palabiyik (TUR). - Tor: 14. Oyarzabal (Merino) 1:0.

Spanien: De Gea; Navas, Ramos, Pau Torres (88. Rodri), Gaya; Olmo (57. Canales), Busquets, Merino; Ferran Torres, Oyarzabal (73. Moreno), Fati (57. Traoré).

Schweiz: Sommer; Elvedi, Schär, Rodriguez; Widmer (86. Gavranovic), Sow (60. Vargas), Xhaka, Freuler (86. Edimilson Fernandes), Benito (81. Zuber); Seferovic, Mehmedi (60. Shaqiri).

Bemerkungen: Spanien ohne Thiago, Ruiz (beide in Quarantäne) und Carvajal (verletzt), Schweiz ohne Akanji, Steffen (positiv auf Corona getestet), Aebischer, Ajeti, Embolo, Lang, Mbabu und Zakaria (alle verletzt). Verwarnung: 30. Schär (Foul), 64. Marlino (Foul), 75. Freuler (Foul).