FC Aarau

Raimondo Ponte, die «Akte Deana» und der Gang ins Wallis

Bei Steven Deana läuft es rund. Der 26-Jährige, der den verletzten Francesco Russo im FCA-Tor ersetzt, erledigt seine Arbeit grandios. Nun gilt es für den Aarauer Sportchef, mit Sion-Präsident Christian Constantin auszuknobeln, wie es nach der Saison mit dem Torhüter weitergeht.

Ruedi Kuhn
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Steven Deana strahlt derzeit viel Selbstvertrauen aus.

Steven Deana strahlt derzeit viel Selbstvertrauen aus.

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Hat sich Raimondo Ponte etwas in den Kopf gesetzt, zieht er es durch. Nach dem sportlichen Höhenflug in der Rückrunde mit dem Gewinn von 17 Punkten aus sieben Spielen kann der Sportchef des FC Aarau langsam, aber sicher die Planungen für die nächste Challenge-League-Saison in Angriff nehmen. Im Brennpunkt des Geschehens steht die Torhüter-Frage. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Francesco Russo zu Beginn der zweiten Saisonhälfte hinterliess Steven Deana in den vergangenen Wochen einen hervorragenden Eindruck.

Deana strahlte nicht nur Sicherheit und Ruhe aus. Der 26-Jährige bewies seine Klasse auch mit starken Reflexen und mirakulösen Paraden. Mit solchen Leistungen wie zuletzt gegen Wil (2:1), Wohlen (2:0) und in Schaffhausen (3:1) kann man sich durchaus vorstellen, dass Deana beim FC Aarau langfristig zum Stammtorhüter wird. «Mir läuft es momentan tatsächlich hervorragend», sagt er. «Die harte Arbeit mit Goalie-Trainer Swen König zahlt sich aus. Dank den guten Resultaten habe ich natürlich auch mehr Selbstvertrauen. Und dieses Selbstvertrauen ist im Sport die Grundlage für den Erfolg.»

«Akte Deana» geniesst Priorität

Deana also war in den vergangenen Wochen ein sicherer Rückhalt. Ob die Leihgabe des FC Sion in der nächsten Saison noch für den FC Aarau spielen wird, ist allerdings fraglich. Deana hat beim Walliser Super-Ligisten einen Vertrag bis 2019. Wie geht es weiter? Bleibt er oder geht er? Momentan stehen drei Szenarien im Raum: Deana kehrt zum FC Sion zurück und wird in der Saison 2016/17 hinter Stammtorhüter Andris Vanins höchstens die Nummer zwei sein. Der FC Sion leiht Deana eine weitere Saison an die Aarauer aus. Oder: Der FC Aarau übernimmt Deana definitiv. Dann muss er für den Keeper allerdings eine Ablösesumme in sechsstelliger Höhe bezahlen.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, wird sich Ponte in den nächsten Tagen mit Sion-Präsident Christian Constantin zu einem Gespräch unter vier Augen treffen. «Eine solch wichtige Personalie kann man nicht am Telefon besprechen», erklärt Ponte. «Also werde ich mich mit Constantin zusammensetzen. Dann suchen wir gemeinsam nach einer für beide Seiten zufriedenstellenden Lösung.» Man darf gespannt sein, wie sich Ponte in den Verhandlungen mit dem Alleinherrscher des FC Sion schlagen wird. Das Ziel des Sportchefs ist klar: Deana soll mindestens für eine weitere Saison in Aarau bleiben.

Deana mag nicht spekulieren

Und wenn Ponte schon mal mit Constantin an einem Tisch sitzt, dürften die zwei aller Voraussicht nach auch über Sion-Mittelstürmer Leo Itaperuna reden. Der kopfballstarke Brasilianer mit Torinstinkt war beim FC Aarau schon während der Winterpause ein Thema.

Deana selbst macht sich bezüglich seiner Zukunft keine grossen Gedanken: «Ich fühle mich beim FC Aarau sehr wohl und freue mich auf jedes Spiel und jede Trainingseinheit», sagt er. «Im Fussball sollte man allerdings nicht zu weit nach vorne schauen. Oft geht alles sehr schnell. Oft kommt es anders, als man denkt.» Schnell ging es zuletzt tatsächlich. Nachdem sich Deana in der Vorrunde ein Duell mit Ulisse Pelloni um den Torhüterposten geliefert hatte, war er zu Beginn der Rückrunde hinter Francesco Russo die klare Nummer zwei. Wegen des Verletzungspechs von Russo ist Deana nun plötzlich die unumstrittene Nummer eins. Ob er das bleiben wird, steht in den Sternen.