Super League

Licht aus: Das hat die Super-League-Saison geprägt

Die Super-League-Saison 2017/18 endete am Samstag – ein Rückblick in zehn Episoden. Vom Stromausfall im «Joggeli», über GCs Irrtum mit Murat Yakin bis zu Dwamenas geplatztem Transfer vom FC Zürich zu Brighton.

Markus Brütsch und Etienne Wuillemin
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Lichterlöschen in der Super League – Die Saison 17/18 ist zu Ende.

Lichterlöschen in der Super League – Die Saison 17/18 ist zu Ende.

Keystone
Defekt der Saison Es ist Samstag, der 3. März. Der FC Basel empfängt den FC Zürich. Es ist mehr als nur der gewöhnliche Klassiker. Der FCB ist in der Krise. Der FCZ hat kurz zuvor seinen Trainer gewechselt. Es geht um viel in dieser Partie. Doch dann plötzlich: Licht aus. Kein Strom. Kein Spiel. Der Abend ist irgendwie sinnbildlich für die Saison der Basler. Vieles geht schief, angefangen beim plötzlichen Rücktritt von Captain Delgado, über die verunglückte Transferpolitik im Winter, bis zu verschossenen Elfmetern zur Unzeit und eben: Spielverschiebung wegen Stromausfall. Am Ende ist ein Isolationsschaden auf einer Stromschiene Schuld. Der FCB kommt um eine Forfait-Niederlage herum. Allerdings erholt er sich von der winterlichen Krise nicht mehr und bleibt erstmals seit 2009 ohne Titel.

Defekt der Saison Es ist Samstag, der 3. März. Der FC Basel empfängt den FC Zürich. Es ist mehr als nur der gewöhnliche Klassiker. Der FCB ist in der Krise. Der FCZ hat kurz zuvor seinen Trainer gewechselt. Es geht um viel in dieser Partie. Doch dann plötzlich: Licht aus. Kein Strom. Kein Spiel. Der Abend ist irgendwie sinnbildlich für die Saison der Basler. Vieles geht schief, angefangen beim plötzlichen Rücktritt von Captain Delgado, über die verunglückte Transferpolitik im Winter, bis zu verschossenen Elfmetern zur Unzeit und eben: Spielverschiebung wegen Stromausfall. Am Ende ist ein Isolationsschaden auf einer Stromschiene Schuld. Der FCB kommt um eine Forfait-Niederlage herum. Allerdings erholt er sich von der winterlichen Krise nicht mehr und bleibt erstmals seit 2009 ohne Titel.

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Kollektiv der Saison Es ist die Saison der grossen Erlösung. YB ist endlich wieder Meister. Erstmals seit 32 Jahren. Auf der Suche nach den Gründen dafür landet man bei sehr vielen verschiedenen Menschen. Ob Sportchef, Trainer, Staff oder Spieler, ob im Vordergrund oder im Hintergrund, das YB-Puzzle besteht aus vielen Teilchen. Man könnte sich an den September 2016 zurückerinnern, als YB wieder einmal in Trümmern lag. Doch seither ging es stets aufwärts. Auf die Phase der Konsolidierung folgte jene des totalen Angriffs. Die Mannschaft emanzipierte sich von der Abhängigkeit von Stürmer Hoarau. Und setzte vom ersten Spieltag zu einem Sturmlauf an. Sogar die unvermeidlichen, kleinen Rückschläge im Herbst gingen ziemlich spurlos am Team vorbei. Seit der Winterpause blieb YB, bis der Titel feststand, unbesiegt. Ein Wort reicht: Chapeau!

Kollektiv der Saison Es ist die Saison der grossen Erlösung. YB ist endlich wieder Meister. Erstmals seit 32 Jahren. Auf der Suche nach den Gründen dafür landet man bei sehr vielen verschiedenen Menschen. Ob Sportchef, Trainer, Staff oder Spieler, ob im Vordergrund oder im Hintergrund, das YB-Puzzle besteht aus vielen Teilchen. Man könnte sich an den September 2016 zurückerinnern, als YB wieder einmal in Trümmern lag. Doch seither ging es stets aufwärts. Auf die Phase der Konsolidierung folgte jene des totalen Angriffs. Die Mannschaft emanzipierte sich von der Abhängigkeit von Stürmer Hoarau. Und setzte vom ersten Spieltag zu einem Sturmlauf an. Sogar die unvermeidlichen, kleinen Rückschläge im Herbst gingen ziemlich spurlos am Team vorbei. Seit der Winterpause blieb YB, bis der Titel feststand, unbesiegt. Ein Wort reicht: Chapeau!

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Moderator der Saison Als Matthias Hüppi im Winter der neue Präsident des FC St. Gallen wurde, rieben sich die Leute verwundert die Augen. Ein Fernsehmoderator an der Spitze eines Super-League-Vereins? Kann der das? Noch ist es für eine Antwort zu früh. Doch Hüppi und Mitstreiter Alain Sutter geben Gas und sortieren aus, wer nicht auf ihrer Wellenlänge schwingt. Trainer Contini musste gehen, mit Zeidler soll nun Spektakel geboten werden. Das Energiebündel Hüppi hat in der Ostschweiz für eine Aufbruchstimmung gesorgt. Der Moderator ist auch im Fussball ganz in seinem Element. Doch nach gutem Start sind die Resultate auf dem Rasen schlecht geworden. Jetzt müssen Hüppi und Sutter liefern.

Moderator der Saison Als Matthias Hüppi im Winter der neue Präsident des FC St. Gallen wurde, rieben sich die Leute verwundert die Augen. Ein Fernsehmoderator an der Spitze eines Super-League-Vereins? Kann der das? Noch ist es für eine Antwort zu früh. Doch Hüppi und Mitstreiter Alain Sutter geben Gas und sortieren aus, wer nicht auf ihrer Wellenlänge schwingt. Trainer Contini musste gehen, mit Zeidler soll nun Spektakel geboten werden. Das Energiebündel Hüppi hat in der Ostschweiz für eine Aufbruchstimmung gesorgt. Der Moderator ist auch im Fussball ganz in seinem Element. Doch nach gutem Start sind die Resultate auf dem Rasen schlecht geworden. Jetzt müssen Hüppi und Sutter liefern.

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Trend der Saison Die Super League hat wie die deutsche Bundesliga den Trend, auf junge Trainer zu setzen. Seit am 10. April der 29-jährige Spanier Guillermo Abascal in Lugano als Cheftrainer anheuerte, haben sechs von zehn Klubs Trainer unter Vertrag, die maximal 41 Jahre alt sind. Neben Abascal sind das Raphael Wicky (41, FCB), Ludovic Magnin (39, FCZ), Marc Schneider (37, Thun) und Alex Weaver (41), der Lausanne im letzten Spiel coachte. Und da ist auch noch der 39-jährige Gerardo Seoane, der im Winter beim FC Luzern Markus Babbel ablöste und eine Rückrunde hinlegte, wie es noch selten einem Newcomer gelungen ist. Er schweisste die abstiegsbedrohte Mannschaft zusammen, gab jungen Spielern eine Chance und rollte mit Blau-Weiss das Feld von hinten auf. Jetzt liegen die Luzerner auf Rang 3 und sind für den Europacup qualifiziert. Chapeau!

Trend der Saison Die Super League hat wie die deutsche Bundesliga den Trend, auf junge Trainer zu setzen. Seit am 10. April der 29-jährige Spanier Guillermo Abascal in Lugano als Cheftrainer anheuerte, haben sechs von zehn Klubs Trainer unter Vertrag, die maximal 41 Jahre alt sind. Neben Abascal sind das Raphael Wicky (41, FCB), Ludovic Magnin (39, FCZ), Marc Schneider (37, Thun) und Alex Weaver (41), der Lausanne im letzten Spiel coachte. Und da ist auch noch der 39-jährige Gerardo Seoane, der im Winter beim FC Luzern Markus Babbel ablöste und eine Rückrunde hinlegte, wie es noch selten einem Newcomer gelungen ist. Er schweisste die abstiegsbedrohte Mannschaft zusammen, gab jungen Spielern eine Chance und rollte mit Blau-Weiss das Feld von hinten auf. Jetzt liegen die Luzerner auf Rang 3 und sind für den Europacup qualifiziert. Chapeau!

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Irrtum der Saison Manchmal bleibt einem nur noch das Kopfschütteln. Aus dem stolzen Rekordmeister GC ist ein Verein der Intrigen geworden. Als Ende August Murat Yakin zu GC kam, da stellte ihn der Verein als eine Art Messias dar. Ganz so, als könne nur noch Yakin den ins Schlingern geratenen Verein retten. Aus Yakin, dem Messias, wurde bald einmal Yakin, der grosse Irrtum. Immer grösser wurden die Zerwürfnisse. Immer grösser der Graben zwischen den verschiedenen Gruppierungen im Verein. Im April war das Kapitel Yakin bei GC bereits wieder vorbei. Wie weiter? Kehrt Ruhe ein bei GC? Wohl kaum. Dem Vernehmen nach steht der nächste Wechsel an der Vereinsspitze schon kurz bevor.

Irrtum der Saison Manchmal bleibt einem nur noch das Kopfschütteln. Aus dem stolzen Rekordmeister GC ist ein Verein der Intrigen geworden. Als Ende August Murat Yakin zu GC kam, da stellte ihn der Verein als eine Art Messias dar. Ganz so, als könne nur noch Yakin den ins Schlingern geratenen Verein retten. Aus Yakin, dem Messias, wurde bald einmal Yakin, der grosse Irrtum. Immer grösser wurden die Zerwürfnisse. Immer grösser der Graben zwischen den verschiedenen Gruppierungen im Verein. Im April war das Kapitel Yakin bei GC bereits wieder vorbei. Wie weiter? Kehrt Ruhe ein bei GC? Wohl kaum. Dem Vernehmen nach steht der nächste Wechsel an der Vereinsspitze schon kurz bevor.

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Aufsteiger der Saison Die Karriere von Marvin Spielmann war bös ins Stocken geraten. Das Geld der türkischen Investoren hatte das Supertalent im Januar 2016 von Aarau nach Wil gelockt, doch sportlich wurde der einjährige Aufenthalt in der Ostschweiz zum Debakel. Kein einziges Mal spielte er durch, und Tore schoss er auch bloss zwei. Das aber hinderte den Thuner Sportchef Andres Gerber nicht, an den Nachwuchsinternationalen zu glauben und ihn ins Berner Oberland zu holen. Die Rückrunde brauchte Spielmann noch zum Aufwärmen. Dann aber startete er im vergangenen Sommer so richtig durch und liegt nun eine Runde vor Saisonschluss mit zwölf Treffern auf Rang 3 der Torschützenliste. Und Gerber darf sich wieder einmal die Hände reiben: Namhafte Klubs wie Ajax und Sampdoria sollen die Fühler nach Spielmann ausgestreckt haben.

Aufsteiger der Saison Die Karriere von Marvin Spielmann war bös ins Stocken geraten. Das Geld der türkischen Investoren hatte das Supertalent im Januar 2016 von Aarau nach Wil gelockt, doch sportlich wurde der einjährige Aufenthalt in der Ostschweiz zum Debakel. Kein einziges Mal spielte er durch, und Tore schoss er auch bloss zwei. Das aber hinderte den Thuner Sportchef Andres Gerber nicht, an den Nachwuchsinternationalen zu glauben und ihn ins Berner Oberland zu holen. Die Rückrunde brauchte Spielmann noch zum Aufwärmen. Dann aber startete er im vergangenen Sommer so richtig durch und liegt nun eine Runde vor Saisonschluss mit zwölf Treffern auf Rang 3 der Torschützenliste. Und Gerber darf sich wieder einmal die Hände reiben: Namhafte Klubs wie Ajax und Sampdoria sollen die Fühler nach Spielmann ausgestreckt haben.

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Transfer der Saison Erster Spieltag der Saison. Zürcher Derby. Geprägt von einem jungen Stürmer, Raphael Dwamena. Phänomenal seine beiden Tore, auf der Tribüne tanzen die Degen-Zwillinge, Dwamenas Berater, als hätten sie gerade selbst einen weiteren Meistertitel gewonnen. Anfang August will Premier-League-Aufsteiger Brighton Dwamena verpflichten. Etwa 17 Millionen Franken könnte der FCZ einnehmen. Könnte. Zwei Wochen später vermeldet der FCZ: Transfer von Dwamena zu Brighton geplatzt. Er ist durch den Medizincheck gefallen. Angeblich wegen Herzproblemen. Sagen die Engländer. Was wiederum FCZ-Präsident Canepa auf die Palme bringt. Er fürchtet Rufschädigung. Dwamena ist noch immer beim FCZ. Es ist gleichwohl der Transfer der Saison. Einfach einer, der nie stattgefunden hat.

Transfer der Saison Erster Spieltag der Saison. Zürcher Derby. Geprägt von einem jungen Stürmer, Raphael Dwamena. Phänomenal seine beiden Tore, auf der Tribüne tanzen die Degen-Zwillinge, Dwamenas Berater, als hätten sie gerade selbst einen weiteren Meistertitel gewonnen. Anfang August will Premier-League-Aufsteiger Brighton Dwamena verpflichten. Etwa 17 Millionen Franken könnte der FCZ einnehmen. Könnte. Zwei Wochen später vermeldet der FCZ: Transfer von Dwamena zu Brighton geplatzt. Er ist durch den Medizincheck gefallen. Angeblich wegen Herzproblemen. Sagen die Engländer. Was wiederum FCZ-Präsident Canepa auf die Palme bringt. Er fürchtet Rufschädigung. Dwamena ist noch immer beim FCZ. Es ist gleichwohl der Transfer der Saison. Einfach einer, der nie stattgefunden hat.

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Enttäuschung der Saison Oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! In Lausanne soll der eine oder andere Fan an Heiligabend seinen Tannenbaum mit der Super-LeagueTabelle geschmückt haben. Nach einem 5:1 über den FCZ lag Lausanne-Sport fast auf einem Europacupplatz und im Schneegestöber wurde der Grundstein für das neue Stade de la Tuilière gelegt. Damit nicht genug: Im November hatte der Chemiekonzern Ineos den Klub übernommen und im Januar als Antrittsgeschenk den Thuner Goalgetter Rapp und aus Spanien den Sohn des grossen Zinédine Zidane finanziert. Doch die Rückrunde wurde zum Fiasko. Ein Aufschwung blieb auch nach der Entlassung von Trainer Celestini aus, und nach einem letzten Heimspiel mit Randale und Spielabbruch stand fest: Lausanne steigt ab.

Enttäuschung der Saison Oh du fröhliche, oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! In Lausanne soll der eine oder andere Fan an Heiligabend seinen Tannenbaum mit der Super-LeagueTabelle geschmückt haben. Nach einem 5:1 über den FCZ lag Lausanne-Sport fast auf einem Europacupplatz und im Schneegestöber wurde der Grundstein für das neue Stade de la Tuilière gelegt. Damit nicht genug: Im November hatte der Chemiekonzern Ineos den Klub übernommen und im Januar als Antrittsgeschenk den Thuner Goalgetter Rapp und aus Spanien den Sohn des grossen Zinédine Zidane finanziert. Doch die Rückrunde wurde zum Fiasko. Ein Aufschwung blieb auch nach der Entlassung von Trainer Celestini aus, und nach einem letzten Heimspiel mit Randale und Spielabbruch stand fest: Lausanne steigt ab.

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