TV-Rechte
Gucken Schweizer Fussball-Fans doch nicht in die Röhre?

Die Cinetrade AG hat zwar die TV- und Werberechte von der Fussball-Nationalliga exklusiv erworben und damit die SRG ausgestochen. Aber die Fussball-Nationalliga will, dass trotzdem pro Runde ein Spiel im Free-TV gezeigt wird.

Klaus Zaugg
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Der Kampf um die Fussball-Übertragungsrechte ist weiter offen. imago

Der Kampf um die Fussball-Übertragungsrechte ist weiter offen. imago

Solothurner Zeitung

Die Liga verhandelt zurzeit mit der SRG. Aber diese Gespräche verlaufen zäh: Erstens ist nach wie vor nicht klar, welches Spiel die SRG bekommt bzw. wer entscheidet, welches Spiel der SRG überlassen würde. Zwar hat die SRG genügend Kapazitäten, ein Spiel pro Runde live zu übertragen. Aber die Lust ist eher gering, der Liga den Gefallen eines Livespiels zu machen, wenn die Cinetrade AG der SRG bloss unattraktive Spiele überlassen sollte.

Sat 1 als Alternative?

Als Alternative zur SRG kommen ausländische Sender in Betracht (wie Sat 1) oder die Cinetrade AG übertrag pro Runde ein Spiel auf einem freigeschalteten, nicht kostenpflichtigen eigenen Kanal. Aber ein vollständiges Verschwinden von den SRG-Bildschirmen ist den Liga- und Klubvertretern nicht geheuer.

Die SRG würde sich bei einem Scheitern der Verhandlungen bei der Fussball-Meisterschaft auf die gesetzlich zustehenden frei erhältlichen drei Minuten pro Tag (nicht pro Spiel) beschränken und auf die Länderspiele und den Cup konzentrieren – falls sie die Rechte dafür erhält. Gelingt es nicht, ein Live-Spiel pro Runde im frei zugänglichen Fernsehen zu platzieren, muss die Cinetrade AG der Liga pro Jahr noch einmal 6 Millionen bezahlen – die Gesamtsumme würde dann von 28 auf 34 Millionen pro Saison steigen.

Länderspiele und Cup an die SRG?

Die Liga hat ihre Rechte an die Cinetrade AG (Teleclub) verkauft. Doch der Verband wird die TV-Rechte an den Länderspielen und am Schweizer Cup voraussichtlich weiterhin der SRG gegen Bezahlung überlassen. Cinetrade- und Teleclub Sportchef Roger Feiner schliesst zwar ein Interesse an den Länderspielen und am Cup nicht aus, räumt aber ein, dass man mit dem Erwerb dieser Rechte das Fuder wohl überladen würde. Es gebe auch gute sportpolitische Gründe, Fussball-Länderspiele im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu übertragen.

Im Gegensatz zum Eishockey sind im Fussball die TV-Rechte an der Nationalmannschaft «Big Business»: EM- und WM-Qualifikationsspiele sind Quotenrenner. Im Eishockey werden nur bedeutungslose Testspiele ausgetragen, die im TV-Markt keinen Wert haben.