Abgang beim FCB?
Elneny: «Ich suche mir im Sommer das beste Angebot aus»

Mohamed Elneny gibt selten Interviews. Die bz hat eines gefunden – in einer ägyptischen Zeitung. Der FCB-Mittelfeld-Spieler über Mohamed Salah, wieso Heiraten wichtig ist und seine Zukunft bei Basel.

Céline Feller
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Mohamed Elneny will hoch hinaus – und liebäugelt in einem Interview mit einer ägyptischen Zeitung mit einem Wechsel weg von Basel.

Mohamed Elneny will hoch hinaus – und liebäugelt in einem Interview mit einer ägyptischen Zeitung mit einem Wechsel weg von Basel.

Keystone

Mohamed Elneny gibt in der Schweiz nicht viele Interviews. Und obwohl er seit bald zwei Jahren für den FC Basel spielt und in den letzten Monaten vor allem durch sein enormes Laufpensum in der Champions League von sich reden gemacht hat – viel weiss man nicht über den Ägypter. Elneny ist ein eher ruhiger Zeitgenosse, was einer der Gründe für seine kaum vorhandenen Interviews sein dürfte. In der Schweiz kommt noch das Problem der Sprachbarriere hinzu...

...ein Problem, welches die «Cairo Post» nicht hat. Die ägyptische Tageszeitung hat gestern ein Interview mit «einem der berühmtesten ägyptischen Fussballern, die im Ausland spielen» (Zitat «Cairo Post») geführt.

Die besten Zitate Elnenys finden Sie hier:

Mohamed Elneny über...

...seine Eingewöhnung in Basel: «Mein Start lief dank einem Freund, der wie ein Bruder für mich ist, reibungslos: Mohamed Salah. Ausserdem haben mir die Verantwortlichen ein Gefühl von zu Hause gegeben.»

...seine Gefühlslage, als Salah den FCB verlassen hatte: «Ich habe gespürt, dass die Verantwortlichen beim FCB besorgt waren, dass ich ebenfalls zu einem anderen Verein wechseln würde. Es war eine Challenge für mich. Aber was mir das Ganze einfacher gemacht hat, ist, dass mir alle gesagt haben: ‹Wir sind 11 Spieler hier, wir sind alle Mohamed Salah und wir stehen dir alle zur Seite.›»

...die Sprachbarriere hier in Basel: «Ich habe die Arab Contractors SC verlassen, ohne eine einzige andere Sprache als Arabisch zu sprechen. Salah fungierte deshalb anfangs als Übersetzer. Als er jedoch zu Chelsea wechselte, habe ich angefangen, Englisch zu lernen und das trug dazu bei, meine Beziehungen mit allen in Basel zu vertiefen, egal ob mit dem Vorstand oder dem Trainer-Staff.»

Streller fraglich für Cup-Halbfinal

Der FC Basel spielt morgen gegen den FC St. Gallen um den Einzug in den Schweizer Cupfinal – und damit gegen den momentanen Angstgegner der Basler. Die Ostschweizer sind das einzige Team, welches in dieser Saison noch nie gegen den amtierenden Meister verloren hat. Und ausgerechnet gegen diesen Gegner ist nicht nur Derlis González fraglich, der bereits gegen Aarau am Samstag fehlte, sondern auch Marco Streller. Der Captain hat genau wie González eine Grippe. Ob es ihm bis morgen reicht, darf stark bezweifelt werden.

...seine seltene Erwähnung in den Medien: «Ich glaube nicht, dass ich von den Medien übergangen werde. Als Salah aber noch beim FCB war, haben die ägyptischen Fans alles auf ihn reduziert und meine Leistungen hinten angestellt. Alle fokussieren sich auf den, der die Tore schiesst, aber das ist ja auf der ganzen Welt so. Nimmt man das Beispiel von Xavi oder Iniesta beim FC Barcelona, die wichtige Stützen sind für den Verein. Und dennoch ist Lionel Messi derjenige, der die Früchte erntet und Auszeichnungen als bester Spieler erhält.»

...Menschen, die seine Karriere beeinflusst haben: «Die Anwesenheit meiner Frau, schon vor dem Wechsel ins Ausland, war sehr wichtig. Sie ist ein Glücksbringer. Ich rate allen Spielern zu heiraten bevor sie in eine europäische Liga wechseln. Eine Frau an seiner Seite zu haben macht das Leben weit weg von zu Hause viel einfacher. Ich fühle mich dank ihr als wäre ich immer noch in Ägypten. Ausserdem liegt der Fokus voll und ganz auf dem Spielfeld.»

...seine Ziele: «Ich kann einfach sagen, dass so lange ich hart arbeite, ich alle meine Träume erreichen werde.»

...Angebote von anderen Vereinen: «Ich habe diverse Angebote, die ich jetzt aber nicht offenlegen darf. Wenn das Transferfenster im Sommer offen ist, werde ich die Angebote mit meinem Agenten besprechen und das Beste aussuchen. Ich schliesse eine Rückkehr nach Ägypten aber aus, weil ich mir in Europa noch viele Träume zu erfüllen habe.»

...einen Wechsel in die Premier League: «Die Premier League ist ein grosser Traum für jeden Spieler, und ich hoffe, ich kann eines Tages dorthin wechseln. Aber ich bin voll auf den Schlussspurt der Saison mit dem FCB fokussiert, erst nach dem Saisonende werde ich über Angebote von anderen Vereinen nachdenken.»

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