Super League

Der FC Basel wird in Luzern vorgeführt und geht völlig verdient mit 0:4 unter

Sackschwach, was der FC Basel heute in Luzern gezeigt hat. Das Team von Urs Fischer verliert völlig verdient gegen ein starkes Luzern. Das 0:4 ist für den FCB die höchste Niederlage seit April 2010.

Etienne Wuillemin (Text) und Céline Feller (Liveticker)
Drucken
Teilen
Jakob Jantscher bezwingt FCB-Goalie Germano Vailati vom Penaltypunkt zum 2:0

Jakob Jantscher bezwingt FCB-Goalie Germano Vailati vom Penaltypunkt zum 2:0

Keystone

Die deutlichsten Worte spricht Davide Callà. «Das war ein durch und durch schlechter Nachmittag. Es tut weh, so zu verlieren. Auch wenn man Meister ist.» Und dann fügt er an: «Eigentlich hätten wir noch viel häufiger in den Hammer laufen können.»

Es ist ein Spiel zum Vergessen für den FC Basel. Das ist menschlich, weil kein Team die Spannung wieder und wieder aufrecht erhalten kann, wenn man so früh Meister wird. Und dann bei vielen auch noch das Dessert in Form der EM folgt. Andererseits ist so eine Klatsche, gerade für die zahlreichen jungen Spieler, ärgerlich. «Für sie tut es mir am meisten Leid», sagt Callà, «aber wie sagt man so schön: Nur aus Niederlagen lernt man.»

Basels Birkir Bjarnason (r.) im Zweikampf mit FCL-Haudegen Tomislav Puljic
8 Bilder
FCB-Trainer Urs Fischer hatte nicht viel zu Lachen beim 0:4 in Luzern
FCB-Trainer Urs Fischer gratuliert FCL-Trainer Markus Babbel nach der Partie
FCB-Nachwuchsspieler Eray Cümart im Zweikampf mit Luzerns Jerome Thiesson
Voller Einsatz von FCB-Nachwuchsspieler Eray Cümart, der aber gegen die Luzerner Marco Schneuwly (l.) und Michael Frey (r.) den Ball nicht hat
Der Luzerner Jerome Thiesson (oben) gegen Basels Renato Steffen
Jakob Jantscher bezwingt FCB-Goalie Germano Vailati vom Penaltypunkt zum 2:0
Luzerner Jubel mit Jakob Jantscher (l.) Michael Frey nach dem Treffer zum 2:0

Basels Birkir Bjarnason (r.) im Zweikampf mit FCL-Haudegen Tomislav Puljic

Keystone

Auch Trainer Urs Fischer schwankte nach dem Spiel irgendwo zwischen Verärgerung und Verständnis. «So ein Gesicht darf man nicht zeigen», sagt er, «wir waren nicht bereit für diese Aufgabe.» Aber er fügt an: «Ein bisschen verstehe ich die Spieler. Es war eine lange Saison – und es steht eine EM vor der Tür.»

Bangen um EM-Hoffnung Breel Embolo

Besonders bitter ist die 18. Minute. Breel Embolo bleibt im Rasen hängen. Und verletzt sich am Knie. Knapp 20 Minuten hält er noch durch. Danach muss er sich auswechseln lassen. Noch sind die Untersuchungen nicht abgeschlossen. Heisst: Die Schweiz bangt um eine grosse EM-Hoffnung.

Bereits am Nachmittag stand Embolo im Mittelpunkt. Eine englische Boulevardzeitung meldete, dass Tottenham Interesse an einer Verplfichtung hat und bereit wäre, 28 Millionen Franken für das Juwel zu bezahlen. Der FCB kommentiert die Gerüchte nicht.

Für Luzern wäre noch mehr drinn gelegen

Das Spiel in Luzern ist schnell erzählt. Schon nach zehn Minuten steht es 0:2. Das zweite Gegentor fällt per Penalty. Suchy lässt das Bein stehen gegen den überragenden Hyka. Dieser sorgt mit seinem Traumtor kurz nach der Pause für die definitive Entscheidung.

Würden die Luzerner in den Momenten nach dem vierten Tor etwas entschlossener weitere Treffer suchen – es hätte gar eine Demütigung für Rotblau gedroht. Das passiert dann aber doch nicht. Auch, weil mit der Einwechslung von Luca Zuffi etwas Ruhe ins Basler Spiel zurückkehrt. Ausser Zuffi genügt kein FCB-Spieler an diesem Nachmittag. Vor allem für die Jungen wie Cümart, Pickel oder Itten bekommen ihre Grenzen glasklar aufgezeigt. Eine wirkliche Hilfe der Routiniers bekommen sie aber auch nicht.

Entlassung? Europa League!

Ganz anders die Gefühlslage beim FC Luzern. Anfangs März zeigt das Team Auflösungserscheinungen. Fünf Spiele in Serie verloren. Dazu das peinliche Aus im Cup-Halbfinal gegen Lugano. Wieder einmal brodelt es. Trainer Markus Babbel steht vor der Entlassung.

Jetzt ist alles anders. In den vergangenen elf Spielen gibt es nur noch eine Niederlage. Im Rückblick wird deutlich: Das 2:1 gegen Lugano am 12. März ist die Initialzündung. Und plötzlich steht Luzern auf dem dritten Tabellenrang. Das 4:0 gestern gegen Meister Basel ist die vorläufige Krönung. Es ist der vierte Sieg in den letzten fünf Spielen. Trainer Babbel sagt: «Hätte ich dieses Finale vor zwei Monaten prophezeit, wäre ich für verrückt erklärt worden.» Die Europa League ist plötzlich greifbar.

Luzern - Basel 4:0 (2:0)

16'500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Schärer. - Tore: 7. Marco Schneuwly 1:0. 11. Jantscher (Foulpenalty) 2:0. 48. Hyka 3:0. 60. Haas 4:0.

Luzern: Zibung; Christian Schneuwly, Affolter, Puljic, Thiesson; Hyka, Kryeziu (79. Oliveira), Haas (85. Schmid), Jantscher; Marco Schneuwly, Frey (75. Fandrich).

Basel: Vailati; Aliji, Cümart, Suchy, Traoré; Pickel (55. Zuffi), Fransson; Callà (64. Boëtius), Bjarnason, Steffen; Embolo (36. Itten).

Bemerkungen: Luzern ohne Arnold, Brandenburger, Neumayr, Sarr und Schachten (alle verletzt). Basel ohne Akanji, Degen, Hoegh, Janko, Lang, Safari, Samuel, Sporar und Xhaka (alle verletzt). Super-League-Debüt von Charles Pickel beim FCB. - Verwarnungen: 48. Hyka (Unsportlichkeit), 56. Affolter (Foul), 79. Steffen (Foul), 85. Aliji (Foul).

Haben Sie die Partie verpasst? Lesen Sie den Spielverlauf in unserem Liveticker nach: