5 Fakten zum Fussballwochenende – Borussia Schweiz bodigt Bayern

Ein Blick auf die Ligen Deutschlands, Portugals und der Schweiz vor dem Nati-Zusammenzug. Vor allem die Auslandschweizer in den Diensten von Gladbach vermochten an diesem Wochenende zu überzeugen.

Markus Brütsch
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Kein Durchkommen für Gnabry von Bayern München gegen den Schweizer Verteidiger Nico Elvedi.

Kein Durchkommen für Gnabry von Bayern München gegen den Schweizer Verteidiger Nico Elvedi.

Keystone

1. Gladbachs Schweizer Quartett überzeugt

Bei Borussia Mönchengladbach ist die Begeisterung über den 3:0-Sieg gegen Bayern München gross. So gross, dass sich die Fans jetzt ein Bayern-Besieger-Trikot mit Gratisbeflockung kaufen können. Grossen Anteil daran, dass die Mönchengladbacher nun an dritter Stelle liegen und die Münchner kaum Torchancen besassen, hatten vier Schweizer, die alle im Aufgebot für die beiden Nations-League-Spiele am Donnerstag in Belgien und am Montag in Island stehen.

Im Tor wies Yann Sommer einmal mehr seine starke Form nach, und auf der rechten Aussenverteidigerposition legte Michael Lang eine Woche nach seinem Bundesligadebüt mit einer weiteren sehr soliden Leistung nach. Der 27-Jährige hatte wegen einer Verletzung lange auf seinen Einstand warten müssen, doch mit einem 2:2 in Wolfsburg und dem 3:0 beim Serienmeister ist dieser nun sehr erfolgreich ausgefallen.

Elvedi im Zentrum ein Ass

Während der letztjährige Stammspieler Denis Zakaria seinen Platz im Mittelfeld nicht mehr auf sicher hat und in München nur einen Teileinsatz bekam, wird Nico Elvedi in der Innenverteidigung neben Matthias Ginter immer stärker. Nachdem er zu Saisonbeginn nach einer Blinddarmoperation noch ausgefallen war und dann zwei Mal wie gewohnt als Rechtsverteidiger auflief, zeigt er jetzt im Zentrum seine Klasse und sorgte in seinem 100. Pflichtspiel für die Borussia dafür, dass Bayerns Stürmerstar Robert Lewandowski keinen Stich hatte.

Elvedi müsste nun eigentlich auch in der Nati zu einem Thema in der Innenverteidigung werden. Zumal Fabian Schär auch am Samstag bei Newcastles 2:3-Niederlage bei Manchester United einmal mehr nicht zum Einsatz kam. Im Nationalteam enttäuscht Schär zwar selten, doch es schleckt keine Geiss weg, dass der Ostschweizer seit seinem Transfer vom FCB zu Hoffenheim nirgends mehr Stammspieler war. Weder im Kraichgau noch bei La Coruña konnte er sich durchsetzen, und in England scheint ihm dasselbe zu widerfahren. Gut möglich, dass Elvedi leistungsstärker ist.

Seinen Platz auf sicher bei Borussia Dortmund hat dagegen Manuel Akanji, der unter Lucien Favre stark spielt und mit Dortmund ungeschlagen an der Ranglistenspitze steht. Goalie Roman Bürki kassierte zwar beim 4:3 gegen Augsburg ein «faules Ei», spielt aber ebenfalls eine starke Saison.

2. YB verliert vor den Augen von Fassnacht

Der beeindruckende Aufschwung der Young Boys hat dazu geführt, dass einige seiner Spieler für die Nationalmannschaft interessant geworden sind. Während Djibril Sow bereits gegen Island debütierte, ist Christian Fassnacht nun erstmals ins Kader von Vladimir Petkovic berufen worden. Bevor die beiden aber heute Montag zur Nati einrücken, wurden sie am Samstag mit der ersten Super-League-Niederlage in dieser Saison konfrontiert.

Hier war die Welt noch in Ordnung. Fassnachts Schussversuch in der Anfangsphase geht neben das Tor.

Hier war die Welt noch in Ordnung. Fassnachts Schussversuch in der Anfangsphase geht neben das Tor.

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Die beiden zeigten zwar keine schlechte Leistung, konnten die 2:3-Niederlage gegen effiziente Luzerner jedoch nicht verhindern. Vor allem Fassnacht waren die Füsse gebunden, denn als er nach 81 Minuten ausgewechselt wurde, da lagen die Berner noch 2:1 in Führung ...

3. Seferovic entscheidet den Spitzenkampf

Nur von der Bank aus sah Xherdan Shaqiri das 0:0 des FC Liverpool im Spitzenspiel gegen Manchester City – und wie Riyad Mahrez für den Gegner fünf Minuten vor Schluss einen Penalty übers Tor drosch. In acht Spielen ist Shaqiri in der Premier League vier Mal und während insgesamt 96 Minuten zum Zug gekommen. Mehr Einsatzzeit, auch wegen Verletzungen seiner Konkurrenten im Angriff, bekommt derzeit Haris Seferovic bei Benfica Lissabon.

Seferovic entschied das Spiel gegen Porto mit seinem Treffer.   

Seferovic entschied das Spiel gegen Porto mit seinem Treffer.   

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Und er nützt sie zu Werbung in eigener Sache. Auch gestern im Schlagerspiel gegen den FC Porto stand er in der Startaufstellung und entschied mit seinem Tor (62.) den prestigeträchtigen Match. Seferovic stösst nun wie Akanji, Bürki, Sow, Fassnacht und Mario Gavranovic (Dinamo Zagreb) als Tabellenführer zur Nati.

4. GC gibt die rote Laterne an Xamax ab

Die Grasshoppers gehen mit dem ersehnten dritten Saisonsieg in die Natipause und geben die rote Laterne an Aufsteiger Xamax ab. Der 2:1-Sieg gegen das erstmals von Fabio Celestini gecoachte Lugano musste allerdings hart erarbeitet werden. GC brauchte ein Eigentor von Miroslav Covila und einen von Raphael Holzhauser herausgeholten und verwandelten Penalty, um den Match noch vor der Pause zu drehen.

GC feiert den dritten Saisonsieg.   

GC feiert den dritten Saisonsieg.   

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«In der ersten Halbzeit waren alle gut – ausser mir», sagte GC-Goalie Heinz Lindner hinterher. Der Österreicher hatte Matteo Bottani mit einem Lapsus das 0:1 ermöglicht. Nach dem Wechsel waren dann aber auch die Feldspieler nicht mehr gut, Captain Runar Sigurjonsson
verschoss sogar einen Penalty.

5. Zibung gibt das Comeback des Jahres

Der Luzerner Trainer René Weiler sorgte am Samstag für eine veritable Überraschung, als er ausgerechnet im Spiel beim haushohen Favoriten YB mit David Zibung einen «neuen» Goalie aus dem Hut zauberte. Dieser hatte zwar im Cup noch seine Einsätze gehabt, in der Super League aber zuletzt im Februar 2017 gespielt und längst einem Jüngeren (zuerst Jonas Omlin, dann Mirko Salvi) Platz gemacht.

David Zibung gibt sein Comeback – und die YB-Serie reisst sogleich.   

David Zibung gibt sein Comeback – und die YB-Serie reisst sogleich.   

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In Bern zeigte Zibung nun aber in seinem 365. Super-League-Spiel beim sensationellen 3:2-Sieg eine starke Leistung und motivierte mit seiner Präsenz die Vorderleute zu einer stark verbesserten Leistung. «Das muss künftig der Gradmesser sein», sagte Zibung, der selber überrascht gewesen war, als Weiler ihn ins Tor beorderte.