2,5 Millionen-Urteil: Ist das der Todesstoss für den FC Aarau?

Das Bundesgericht verdonnert den Verein «FC Aarau 1902» dazu, der Beratungsfirma MTO Beratung AG definitiv 2,5 Millionen Franken zu zahlen. Die Folgen könnten dramatischer nicht sein.

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Ein heftiger Wind bläst über das Brügglifeld

Ein heftiger Wind bläst über das Brügglifeld

Keystone

Beim FC Aarau läufts drunter und drüber: Nach der sportlichen Krise und dem Trainer-Karrussell bläst erneut ein heftiger Wind auf dem Brügglifeld. Der FC Aarau hat eine Klatsche vom Bundesgericht zu verkraften: Das Bundesgericht hat entschieden, dass der Verein FC Aarau 1902 definitiv der Beratungsfirma «MTO Beratung AG» 2,5 Millionen Franken bezahlen muss.

Der Gerichtsstreit geht auf eine Zusammenarbeit des FC Aarau und der MTO Beratung im Jahr 2001 zurück, als die Aarauer in Finanznöten steckten. Die damalige Vereinsleitung übertrug in einer Rettungsaktion die Transferrechte von diversen Junioren an die Zuger Beratungsfirma, die im Gegenzug 2 Millionen Franken auf das Konto des FCA überwies. Ohne dieses Geld hätte der damalige Super-League-Klub den Profibetrieb aufgeben müssen.

Die Aarauer verpflichteten sich in diesem Vertrag, der Firma MTO jährlich 106'000 Franken «Miete» für die Spieler zu zahlen. Zwischen den beiden Parteien kam es dann rasch zu Uneinigkeiten, die im Rechtsstreit mündeten. Die Aarauer sprachen von einem Kaufvertrag, währenddem der Geschäftspartner auf einen Darlehensvertrag pochte.

Steht die Betriebslizenz auf dem Spiel?

Der FC Aarau betont laut Radio Argovia, dass dieser Entscheid des Bundesgerichts keine Auswirkungen auf den Spielbetrieb des FC Aarau haben wird. So sei der Verein «FC Aarau 1902» seit 2003 vom FC Aarau rechtlich getrennt.

Ganz so sicher darf sich der FC Aarau jedoch nicht fühlen. Denn im Lizenzhandbuch der Swiss Football League steht deutlich: «Lizenzrechtlich verbundene Dritte werden in die Konsolidierung miteinbezogen. Lizenzrechtlich verbundene Dritte sind insbesondere Personen, die in der Vergangenheit ganz oder teilweise «Fussballaktivitäten» des Lizenzbewerbers wahrgenommen haben und zum Zeitpunkt des Lizenzgesuches mit Verbindlichkeiten aus dem fussballspezifischen Betrieb belastet sind oder weiterhin lizenzrelevante Kriterien erfüllen (zBsp. Juniorenteams).» (sha)