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Wer beerbt Messi und Ronaldo?

Nach dem frühen WM-Aus für Cristiano Ronaldo und Lionel Messi ist die Wahl des Weltfussballers vollkommen offen – zum ersten Mal seit Jahren.
Jörg Mehrus, Kristof Stühm (SID)
Englands Harry Kane: ein möglicher neuer Weltfussballer (Bild: Darko Bendic / EPA)

Englands Harry Kane: ein möglicher neuer Weltfussballer (Bild: Darko Bendic / EPA)

Cristiano Ronaldo bastelt an den letzten Details für seinen Wechsel zu Juventus Turin, Lionel Messi ist abgetaucht. Die beiden alles überragenden Fussballer des Jahrzehnts haben mit der Fussball-WM in Russland längst nichts mehr am Hut. Dieser Umstand verschafft einer zuletzt gähnend langweiligen Veranstaltung neuen Schwung: Die Weltfussballer-Wahl ist vollkommen offen – zum ersten Mal seit Jahren. «Viele Leute sprechen über den Kampf zwischen Ronaldo und Messi, aber es gibt andere Spieler, die auch im Rennen sind», sagte selbst Ronaldo zuletzt. Und weil die beiden Superstars in Russland geschwächelt haben, stehen die Chancen nun für den selbsternannten Kronprinzen Neymar, Kevin De Bruyne, Harry Kane, Kylian Mbappé oder Luka Modric wohl so gut wie lange nicht, die zuletzt geschlossene Party bei den «The Best Fifa Football Awards» zu crashen. Die Kür des Besten 2018 erfolgt am 24. September in London.

Wird als Weltfussballer gehandelt: Luka Modric. (Bild: Darko Bendic / EPA)

Wird als Weltfussballer gehandelt: Luka Modric. (Bild: Darko Bendic / EPA)

Berti Vogts: «Mbappé ist der Beste und dabei so jung»

In den vergangenen zehn Jahren teilten Ronaldo und Messi die Trophäen unter sich auf: fünf bekam der Portugiese, fünf der Argentinier. Nun könnte die Zeit reif sein für eine Wachablösung. «Kylian Mbappé ist der Beste des Turniers. Seine Schnelligkeit, sein Gespür für den Tempogegenstoss, dazu seine Ballfertigkeit und Schusstechnik machen ihn zum Ausnahmekönner», sagte der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts dem «Kicker» über seinen Favoriten aus Frankreich: «Wie er hinter die Verteidigungslinie kommt, wie er im Höchsttempo ohne Ball sprintet und den Gegner vor unlösbare Probleme stellt – Mbappé ist der Beste und dabei noch so jung.»

De Bruyne? Modric? Neymar? Oder Kane?

Doch auch die anderen Herausforderer haben gute Argumente: De Bruyne wurde mit Manchester City englischer Meister und brilliert in Russland zusammen mit Eden Hazard. «Kevin verdient das, und das sage ich nicht, weil ich Belgier bin», sagte Torwart-Ikone Jean-Marie Pfaff über den Spielmacher: «Er ist ein Mann mit Ideen, er ist ein super Spieler und solche Spieler verdienen den Goldenen Ball.»

Harry Kane ist das Gesicht des Aufschwungs der Three Lions, Modric ist Kroatiens Dirigent und holte an der Seite von Ronaldo in Kiew den dritten Champions-League-Titel in Serie für Real Madrid. Und Neymar ist eben Neymar, der 220-Millionen-Mann von PSG wandelt stets zwischen Genie und Wahnsinn, von der WM wird aber wohl nur seine Schauspielerei bleiben.

Bis zum 23. Juli trifft eine 13-köpfige Jury mit Legenden wie Lothar Matthäus oder dem Brasilianer Ronaldo eine Vorauslese, wie der Weltverband Fifa in Moskau bekannt gab. Und dann stimmen Kapitäne und Trainer aller Nationalteams, Fans sowie Medienvertreter bis zum 10. August über den Nachfolger von Ronaldo ab. Holt sich der Portugiese doch seinen dritten Titel in Serie ab? Denn Kane und Co. sollten sich nicht vorschnelle Hoffnungen machen. Seit die Trainer und Kapitäne aller in der Fifa regis­trierten Nationalteams 1991 erstmals den Weltfussballer wählten, gab es lange ein ungeschriebenes Gesetz: Der Sieger in WM-Jahren kommt aus der Elf des Weltmeisters. 1991 war dies mit einem Jahr Verspätung Matthäus, bis heute einziger Deutscher, der die Auszeichnung erhielt. 1994 folgte der Brasilianer Romario, 1998 der Franzose Zidane, 2002 der Brasilianer Ronaldo und 2006, als bislang einziger Abwehrspieler, der Italiener Fabio Cannavaro.

Doch mit dem steilen Aufstieg von Ronaldo und Messi änderte sich alles. Die Weltstars, die niemals Weltmeister wurden, räumten seit 2008 auch in den WM-Jahren die Titel trotz gewöhnlicher Leistungen ab. 2010 verdrängte Messi den spanischen Weltmeister Andres Iniesta auf den zweiten Platz. 2014 wurde Manuel Neuer sogar nur Dritter – hinter Messi und Ronaldo.

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