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Das sagen die Schweizer Teamleader

Die Schweiz scheitert im WM-Achtelfinal an Schweden. Granit Xhaka und Valon Behrami nehmen Stellung.
Etienne Wuillemin, St. Petersburg
Enttäuschung nach dem Spiel bei Valon Behrami, Yann Sommer, Haris Seferovic und Granit Xhaka (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone (St. Petersburg, 3. Juli 2018))

Enttäuschung nach dem Spiel bei Valon Behrami, Yann Sommer, Haris Seferovic und Granit Xhaka (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone (St. Petersburg, 3. Juli 2018))

Der Blick geht ins Leere. Wieder und wieder. Die Gewissheit dringt langsam ins Gehirn: Nein, es hat wieder nicht gereicht. Wieder einmal ein Aus im Achtelfinal. Einige Minuten später steht Granit Xhaka im Bauch des wunderbaren Stadions von St. Petersburg, das eben ein nicht wirklich wunderbares Spiel erlebt hat. Er versucht zu beschreiben, was in ihm vorgeht. «Es kann einmal passieren. Es kann zweimal passieren. Aber ein drittes Mal? Dann findest du irgendwann keine Worte mehr. Es ist mühsam. Und traurig.»

Der Frust über das erneute Ausscheiden im Achtelfinal ist gross. Gerade bei Xhaka. Dreimal hat er diesen Frust nun erlebt. An der EM 2016 war er mit seinem Fehlschuss im Elfmeterschiessen direkt beteiligt. Nun ist es ihm nicht gelungen, das Schweizer Spiel so anzukurbeln, wie man das von ihm erwartet hätte. Dass er es besser kann, hat er im Spiel gegen Serbien in der zweiten Hälfte angedeutet. Doch Xhaka konnte, wie das ganze Schweizer Team, dieses Level nicht halten. Warum? «Schwierige Frage. Man kann es Pech nennen oder einen Fluch – oder einfach anerkennen, dass die anderen besser waren.» Die Probleme im Schweizer Spiel waren offensichtlich. Es gelang kaum einmal im Ansatz, für Gefahr zu sorgen. Neu ist das nicht wirklich. Wer die Partien gegen Brasilien (1:1), Serbien (2:1) und Costa Rica (2:2) in der Gruppenphase sah, musste schon da erkennen: Nein, wirklich viele Chancen erarbeiten sich die Schweizer nicht. Xhaka sagt: «Wir haben unser Spiel gut aufgezogen und wohl so viele Flanken geschlagen wie noch nie. Aber es ist ja nicht das erste Mal, dass uns etwas fehlt auf den letzten Metern.» Am Ende liegt es auch an ihm, dem Chefspielgestalter der Schweizer, dass nicht mehr Tempo und Kreativität im Spiel waren.

Behrami will weitermachen

Ein paar Meter nebenan steht Xherdan Shaqiri. Wenn die Schweiz auf ein Bollwerk zurennt und immer wieder stecken bleibt, dann erwartet man von ihm etwas Geniales. Das tut er auch selbst. Nur bleibt Shaqiri an diesem enttäuschenden Nachmittag ziemlich diskret. Nichts ist zu sehen von seinen Sturmläufen. Die schwedischen Verteidiger wissen genau, wie sie gegen ihn verteidigen wollen – und lassen ihn schon gar nicht mit dem linken Fuss zum Schuss ansetzen. Im Gegensatz zu Xhaka verzichtet Shaqiri auf allzu viele negative Worte. «Wir können stolz sein auf uns und auf das, was wir geleistet haben an dieser WM», sagt er. Man hätte ihm nicht so viel Selbstzufriedenheit zugetraut. Auch die Sichtweise, dass die Schweizer um einiges besser waren als Schweden, war zumindest fragwürdig. Einen halbwegs kritischen Satz brachte Shaqiri dann doch noch über die Lippen. «Wir müssen irgendwie lernen, solche Spiele zu gewinnen.»

Valon Behrami brach nach dem Out an der EM 2016 in Tränen aus. Er hatte daran zu nagen, weil er realisierte, wie viel mehr möglich gewesen wäre. Nun steht er schon wenige Minuten nach dem Spiel zu einer Analyse bereit. «Wir waren nicht gut genug. Und darum haben wir uns den Viertelfinal nicht verdient», sagt er. Auf die Frage, ob dieses Out einfacher zu verdauen sei als in den Achtelfinals 2014 und 2016, antwortet er: «2006 nicht vergessen – ich bin ein richtiger Achtelfinal-Out-Experte.» Und ergänzt: «Ja, es ist so. Diese Niederlage kann ich akzeptieren. Es war einfach, uns vor Probleme zu stellen.» Bei Behrami stellt sich immer die Frage: Wie lange trägt ihn sein Körper noch? Er sagt: «Ich werde weiterspielen. Ich brauche ein Ziel am Horizont. Auch mit 33.»

Enttäuschung bei Manuel Akanji nach dem Match (Bild: Efrem Lukatsky / AP)
Lara Gut umarmt nach dem Match ihren Valon Behrami. (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Enttäuschung bei Ricardo Rodriguez (oben) und Manuel Akanji (Bild: Martin Meissner / AP)
Enttäuschung nach dem Match bei den Schweizer Spielern. (Bild: Georgi Licovski / EPA)
Michael Lang (links) kommt gegen Martin Olsson zu spät und sieht rot (Bild: Efrem Lukatsky / AP)
Valon Behrami sieht die gelbe Karte (Bild: Zurab Kurtsikidze / EPA)
Jubel Jubel bei den Schweden nach dem Tor von Emil Forsberg in der 66. Minute (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Yann Sommer (links) ist vor Viktor Claesson (rechts) am Ball, der von Manuel Akanji geblockt wird. (Bild: Georgi Licovski / EPA)
Haris Seferovic (rechts) vor Emil Krafth am Ball (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Kopfballduell zwischen Valon Behrami (links) und Viktor Claesson (Bild: Tolga Bzogolu / EPA)
Die Startelf gegen Schweden (hinten von links): Manuel Akanji, Granit Xhaka, Ricardo Rodriguez, Valon Behrami, Johan Djourou, Yann Sommer sowie (vorne von links) Michael Lang, Steven Zuber, Blerim Dzemaili, Mario Gavranovic und Xherdan Shaqiri (Bild: Laurent Gilliéron / Keystone)
Blick ins Stadion von St. Petersburg (Bild: Zurab Kurtsikidze / EPA)
12 Bilder

Aus der Traum für die Schweiz

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