Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

Nicht erfüllt: Die Schweizer spielen keine wirklich gute WM

Gegen Schweden hätten die Schweizer nicht ausscheiden dürfen. Die Schweizer sind unter Trainer Vladimir Petkovic zu berechenbar. Einige Spieler werden aufhören. Was Petkovic macht, wird man sehen.
Christian Brägger
Christian Brägger, Sportredaktor.

Christian Brägger, Sportredaktor.

Die Schweizer Nationalmannschaft versagt und wiederholte ihre Geschichte: Innert vier Jahren verliert sie zum dritten Mal in Folge ein K.o.-Spiel an einem Grossanlass. Das Scheitern an den Schweden kommt völlig unerwartet, seit der EM 2016 hat sie in 20 Partien nur einmal verloren. Ausgerechnet im 21. Spiel, dem allerwichtigsten dieser Zeit und der Ära Vladimir Petkovic, liefern die Schweizer nicht. Sie bringen nicht auf den Rasen, was sie andauernd über sich sagen: Sie spielen weder stark noch reif noch selbstbewusst. Noch verlassen sie die Komfortzone.

Das 0:1 gegen Schweden bewertet Team und Trainer. Es zeigt, dass das gewisse Etwas fehlt, vermutlich nennt man es Klasse. Aber es mangelt der Schweiz auch an Raffinesse, Ideenreichtum und Cleverness, weil man gegen diesen Widersacher nicht ausscheiden darf. Gegen Argentinien an der WM 2014 war das anders. Gegen die Polen können sie 2016 an der EM ebenfalls scheitern. Aber beim dritten Anlauf muss man gewinnen, weil es ja auch der eigene Anspruch ist. Ein Tor in diesen drei entscheidenden Partien kann nicht genügen. Dieses Mal gibt es mehrere Gründe. Im Sturm hat es keinen, der international höchsten Ansprüchen genügt. Führungsspieler wie Granit Xhaka sind an der WM nicht ganz bei sich, die Mannschaft erreicht ihren Zenit nicht, spielt oft mit dem Feuer. Und das Glück ist nach den Gruppenspielen aufgebraucht. Alles in allem lässt sich sagen, dass die Schweiz keine wirklich gute WM gespielt hat. In die Topwertung fällt das Resultat gegen Brasilien und die zweite Halbzeit gegen Serbien. Das reicht nicht für den Viertelfinal.


Petkovic ist der Trainer, der die Schweiz weiterbringen will, als er im Sommer 2014 übernimmt. Spielerisch schafft er das auch, weil sie unter ihm ein Ballbesitzteam wird. Aber sie wird dadurch auch berechenbar, weil sie immer nach dem gleichen Muster spielt – die Schweden knacken jedenfalls den Code. Ungewiss ist, was dieser Niederlage mit dieser Generation macht, die als golden gilt. Einige Spieler werden aufhören, und was der Trainer tut, wird man sehen. An ihm, der immer voranschreitet und sich so selbstbewusst zeigt, wird diese Niederlage besonders nagen. Petkovic hat das Team weiter gebracht, zuletzt aber stagniert es. Auch wenn ein Achtelfinal nie selbstverständlich sein darf für die Schweiz. Und so wird man nun den Trainer vielleicht mit Recht hinterfragen. Doch eines darf man nicht vergessen. Erst seit er da ist, haben wir an einer WM so richtig geträumt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.