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«Weint, umarmt euch, feiert»: Kroatien lebt den WM-Traum

Jubel, Freude, Tränen - Kroatien ist im Ausnahmezustand. Dank dem Tor von Stürmer Mario Mandzukic haben sich die «Vatreni» erstmals für ein WM-Final qualifiziert. Der Sieg ist nicht nur für das Team, sondern für das ganze Land von historischem Wert.
Alexandra Pavlovic
Kroatische Anhänger feiern in Zagreb den Sieg über England. (Bild: Keystone)

Kroatische Anhänger feiern in Zagreb den Sieg über England. (Bild: Keystone)

Luka Modric, Ante Rebic, Danijel Subasic, Mario Mandzukic - Namen, die in die kroatischen Geschichtsbücher eingehen. Unter ihnen auch ein gebürtiger Schweizer: Ivan Rakitic. Glaubte kaum einer an den Sieg der Kroaten im zweiten WM-Halbfinal, wurde jeder nach dem 2:1-Siegestreffer von Stürmer Mario Mandzukic eines Besseren belehrt. Mit dem Einzug in den WM-Final versetzt die Mannschaft nicht nur das Team, sondern auch gleich ihr ganzes Land in Ekstase. Und nicht nur das: Die «Vatreni» (die Feurigen), wie die Spieler des kroatischen Teams genannt werden, haben es endlich geschafft, auch aus dem Schatten ihrer Vorgänger zu treten.

Für die Mannschaft um Captain Luka Modric wäre der Gewinn des WM-Titels daher das «schönste Märchen», seit Bestehen des noch jungen Landes. 1998 erstmals an einer Weltmeisterschaft dabei, spielte sich die Generation mit Davor Suker, Zvonimir Boban und Robert Prosinecki auf den 3. Platz. Seither wurden jene Spieler von ihren Landsleuten als 98er-Helden vergöttert. Miroslav Ciro Blazevic - der damalige Trainer - als Trainerlegende verehrt. Heute - gut 20 Jahre später - ist der Vergleich mit der einstigen Mannschaft Schnee von gestern. Ein jüngeres, frischeres Team schreibt erstmals wieder ein neues Kapitel kroatischer Fussballgeschichte. Coach Zlatko Dalic hat geschafft, was vor ihm noch kein Trainer erreicht hat: Er hat ein neue Generation von Spielern erschaffen, die hungrig ist auf Gold. Eine Generation, die gemeinsam als Team die Partien gewinnt. Eine Generation, die im Heimatland nur noch als die neuen «Goldjungen» bezeichnet wird.

Ausnahmezustand in einem Public-Viewing in Zagreb. (Bild: AP Photo/Nikola Solic)

Ausnahmezustand in einem Public-Viewing in Zagreb. (Bild: AP Photo/Nikola Solic)

Der sportliche Erfolg der «Vatreni» ist derzeit aber die einzige Zuversicht im Land. Im EU-Neuling steckt die Wirtschaft in der Krise, das Vertrauen in die Politik ist nicht vorhanden – einzig der Fussball lässt die Kroaten noch träumen. Warum aber sind die Fussballer so viel erfolgreicher als ihr Land mit ihren Politikern und Ökonomen? Kolumnist Goran Vojkovic hat kürzlich einen Erklärungsversuch gewagt. Im Fussball gibt es keinen Platz für Vetternwirtschaft, Anstellungen nach Parteibuch und manipulierte Ausschreibungen, schreibt er beim Portal index.hr. «Was zählt, ist der Umgang mit dem Ball. Das ist alles.»

«Engländer, geht heim»

Der Stolz über die Nationalmannschaft überdeckt derzeit jede Krise, entsprechend ausgiebig feiert die Bevölkerung die Siege. Euphorisiert vom Erfolg zeigt sich auch die kroatische Presse. «24 Sata», das Pendant zu «20 Minuten», schreibt nach dem WM-Halbfinal: «Wir sind im Finale! Weint, umarmt euch, feiert...Engländer, geht heim».

Die Sportzeitung «Sportske Novosti» lobt Trainer Zlatko Dalic in den höchsten Tönen und betitelt neu ihn als «Meister aller Trainer». Er selbst sagt über seine Mannschaft: «Diese Jungs sind nicht normal!» Und weiter: «Ganz Kroatien und allen, die uns anfeuern, ein grosses Dankeschön. Feiert und wenn Gott will, werden wir Weltmeister.»

«It's not coming Home»

Welche Bedeutung der Fussball für das Land hat, wird nicht nur in den Äusserungen des Trainers oder der Presse ersichtlich. Es sind vor allem die Bilder von jubelnden Kroatinnen und Kroaten. Auf dem Hauptplatz Trg Ban Jelacic in Zagreb werden Rakitic, Modric und Co. etwa mit Pyros bejubelt.

Und auch in den sozialen Netzwerken wird der kroatische Sieg über die Engländer zelebriert - wenn auch etwas neckisch. Zum WM-Erfolg fehlt den Kroaten nun noch ein letzter Schritt. Schon jetzt ist aber klar, dass der Einzug in den Final nicht nur für die «Goldjungen» etwas für die Ewigkeit ist, sondern auch für ganz Kroatien.

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