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Heldendämmerung für Wikinger in der Sauna an der Wolga

Das Märchen von Aussenseiter Island steht vor dem Ende. Nach der verdienten Niederlage am Freitag gegen Nigeria braucht der EM-Viertelfinalist gegen Kroatien ein Wunder.
Dominik Kortus (SID), Wolgograd
Kein «Huh!», stattdessen konsternierte Isländer. Bild: Themba Hadebe/Keystone (Wolgograd, 22. Juni 2018)

Kein «Huh!», stattdessen konsternierte Isländer. Bild: Themba Hadebe/Keystone (Wolgograd, 22. Juni 2018)

Das gemeinsame «Huh!» mit den treuen Fans fiel aus. Angesichts des drohenden Endes ihres Fussball-Märchens stand Islands geschlagenen Helden so gar nicht der Sinn nach Klatschen und Singen. «Huh» machten die Isländer höchstens darob, wie ihnen die Nigerianer um die Ohren liefen. Enttäuscht und ratlos trotteten die Spieler in die Kabine, zu mehr als einem fast schon entschuldigenden Winken in Richtung der zahlreichen mitgereisten Anhänger fehlte den WM-Debütanten die Kraft.

Nach dem 0:2 (0:0) gegen Nigeria benötigt der Aussenseiter nun ein Wunder, um das WM-Aus noch abzuwenden. Doch vor dem «Final» gegen Kroatien ist Aufgeben für die stolzen Wikinger – natürlich – keine Option.

«Es ist irgendwie merkwürdig, aber wir sind noch im Rennen», sagte Trainer Heimir Hallgrimsson und klammerte sich an das einzig Positive. Doch die Chancen sind gering: Selbst ein Sieg gegen die bisher so starken Kroaten am Dienstag könnte für das Weiterkommen zu wenig sein.

Ratlosigkeit über den Auftritt in der 2. Halbzeit

«Es war ein harter Tag. Es ist immer noch möglich, wir sind aber auf andere Ergebnisse angewiesen und müssen das beste Team der Gruppe schlagen», sagte der ehemalige Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson. «Es wird sehr schwierig.»

Der Mittelfeldspieler hatte es allerdings selbst auf dem Fuss gehabt, die Erfolgsgeschichte seines Teams weiterzuschreiben. Einen Freistoss in der Anfangsphase parierte Nigerias Torhüter Francis Uzoho genauso wie einen zu unplatzierten Schuss wenig später. Und die grösste Möglichkeit, ein Foulelfmeter wenige Minuten vor Schluss, setzte Sigurdsson über das Tor.

Was blieb, war Ratlosigkeit. Eine Erklärung für die vor allem in der zweiten Halbzeit schwache Leistung fand zunächst niemand. «Ich weiss es nicht», gab Hallgrimsson offen zu. «Vielleicht waren es die Temperaturen. Es war aber in vielerlei Hinsicht nicht unser Tag.» Und es schien tatsächlich so, als dass die Nordeuropäer nach der Pause der Hitze in Wolgograd Tribut zollen mussten.

Die Fähigkeiten sind schlicht limitiert

Von einer «Sauna an der Wolga» schrieb dann auch die isländische Tageszeitung «Dagbladid Visir» angesichts der Hitze von über 30 Grad Celsius. Viel Hoffnung auf für die Nordmänner erträglicheres Wetter am Dienstag in Rostow am Don besteht zudem nicht: 35 Grad Celsius sind angekündigt.

Dennoch: Auch gegen Kroatien werden die Isländer wieder alles versuchen, obwohl gegen Nigeria deutlich wurde, dass die Fähigkeiten des Teams aus dem kleinsten WM-Land limitiert sind. «Wir müssen ‹nur› gegen Kroatien gewinnen», sagte Hallgrimsson mit einer Prise Galgenhumor. «Doch das ist wahrscheinlich einfacher gesagt als getan.»

Kritik aus der Heimat setzte es nicht. Im Gegenteil. «Isländer mögen die Dinge nicht auf die einfache Art. Warum leben sie wohl auf einem Block aus Feuer und Eis in der Nähe des Nordpols?», schrieb «The Reykjavic Grapevine». «Die ganze Nation wird auf den Beinen sein am Dienstag. Man kann nur sagen: ‹Geht raus und quält die Welt.›»

Nach dem Abpfiff gegen Kroatien soll dann – so oder so – wieder das «Huh!» erklingen.

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