Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

Frankreich, der verdiente Weltmeister

Nicht immer der schönste, aber der erfolgreichste Fussball. Mit Frankreich hat das beste Team Europas den Titel gewonnen. Verdient.
Raphael Gutzwiller, Moskau

Frankreich ist Weltmeister. Durch ein 4:2 im Final gegen Kroatien sichern sich die «Bleus» zum zweiten Mal überhaupt den wichtigsten Titel in der populärsten Sportart der Welt.

Zwanzig Jahre nach dem bisher einzigen Weltmeistertitel 1998 ist Frankreich wieder auf den Thron gestiegen. Und das zu Recht. Frankreich stellte das beste Team des Turniers, war auf jeder Position doppelt mit Weltklassespielern besetzt. Der Fussball, den die Franzosen zeigten, war zwar nicht immer der schönste, aber er war der erfolgreichste. Aus einer kompakten Defensive heraus setzten sie auf Konterattacken durch die schnelle Offensive um Kylian Mbappé und Antoine Griezmann. So besiegte Frankreich namhafte Gegner, der Reihe nach: Argentinien, Uruguay, Belgien und Kroatien.

Der Weltmeistertitel für Frankreich ist auch eine Wiedergutmachung für die Niederlage bei der Heim-Europameisterschaft vor zwei Jahren. Schon damals stieg man als Favorit in den Final gegen Portugal, verlor diesen aber 0:1 nach Verlängerung. Daraus haben Trainer Didier Deschamps und sein Team gelernt. Deschamps, der Captain des Weltmeisterteams 1998, musste für den Erfolg auch unpopuläre Entscheidungen treffen. Er liess gute Spieler wie Dimitri Payet, Kingsley Coman oder Karim Benzema zu Hause. Deschamps weiss, wie wichtig gute Stimmung innerhalb des Teams ist. Damit hatten die Franzosen auch schon Mühe, etwa an der WM 2010. Damals war nach der Vorrunde Schluss. Nun reichte es zum Triumph.

Die Weltmeisterschaft 2018 wird dagegen in anderen Fussballländern als wenig erfolgreich in Erinnerung bleiben. Spanien, Argentinien, Brasilien und Deutschland waren früher wieder zu Hause, als sie sich das gedacht hatten.

Die Ursache hat taktische Gründe. Nur wenige Teams setzten auf viel Ballbesitz. Viele Teams haben gelernt, wie man gegen Ballbesitzteams verteidigen soll. Darum waren an diesem Turnier vor allem schnelles Umschaltspiel und gefährliche Standardsituationen wichtig. Und darin waren die Weltmeister aus Frankreich die Besten. Sie hatten von Beginn an darauf gesetzt, hatten selbst gegen Peru und Australien weniger Ballbesitz.

Es war auch nicht die WM der Superstars. Ronaldo, Messi und Neymar waren alle früh ausgeschieden. Das Spiel von einem einzigen hochbegabten Offensivakteur abhängig zu machen, funktionierte nicht. Dagegen gab es viele Überraschungen von Teams, die als Kollektiv agierten: Schweden, Gastgeber Russland und die «Mentalitätsmonster» aus Kroatien, die erst im Final gestoppt wurden. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Weltmeisterschaft 2018 vor allem ein Erfolg für die europäischen Teams war. Ab dem Halbfinal wurde die WM zur Europameisterschaft. Und mit Frankreich hat am Sonntag das beste Team Europas den Titel gewonnen. Verdient.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.