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Fehlbesetzungen, Gegentore, Emotionen: Die Schweizer Erkenntnisse nach dem Serbien-Sieg

Das 2:1 gegen Serbien bringt die Schweiz an der WM in eine komfortable Ausgangslage. Das Ergebnis ist ein nächster Nachweis dafür, dass der Weg, den sie geht, der richtige ist.
Christian Brägger, Kaliningrad
Captain Stephan Lichtsteiner im Siegesrausch. (Keystone/Laurent Gillieron)

Captain Stephan Lichtsteiner im Siegesrausch. (Keystone/Laurent Gillieron)

Es vergeht kein Moment, in dem Vladimir Petkovic und seine Spieler sich nicht starkreden und mit Nachdruck betonen, wie gross ihr Selbstvertrauen ist, wie gefestigt und gewachsen sie als Mannschaft sind. Und die Schweizer halten ihre zum Teil grossmundigen Versprechen und liefern, sie bleiben trotz Rücklagen ruhig und spielen ihren Ballbesitzfussball. Der Sieg nun gegen die Serben erinnert an jenen der WM 2014 in Brasilien gegen Ecuador, als die Schweiz ebenfalls 0:1 hinten lag und am Schluss mit einem Effort und quasi dem Schlusspfiff noch siegte. Siegtorschütze damals: Haris Seferovic.

Dass die Schweizer fähig sind zu leiden und zu reagieren, schreibt man im Prinzip grossen Teams zu, die kurzfristig vom Kurs abkommen und am Ende doch immer den Kopf aus der Schlinge ziehen. Allein in diesem Monat geriet die Schweiz bereits gegen die Topnationen Spanien und Brasilien in Rückstand, beide Male widersetzte sie sich und kam zurück. Im September 2015 in der EM-Qualifikation machte sie unter Petkovic aus einem 0:2-Rückstand gegen Slowenien in der Schlussphase gar ein 3:2. Die Moral ist intakt, und der Nationaltrainer sagte nach dem 2:1 gegen Serbien: «Wir haben uns in den letzten Jahren eine Siegermentalität angeeignet. Wir zeigen immer eine Reaktion, auch weil wir immer den Sieg suchen.» In Zukunft muss die Schweiz aber Weckrufe in Form von Rückständen vermeiden, die dann in der Kabine wie jetzt gegen Serbien zu lauten Worten führen; es kostet viel Aufwand und noch mehr Kraft, immerzu nachzurennen – und wären die Serben nicht so k.o. und die Schweizer nicht so aufgeladen gewesen, wer weiss, wie dieser Freitagabend in Kaliningrad geendet hätte.

Das entscheidende Goal von Xherdan Shaqiri, mit dem die Schweizer den 2:1-Sieg gegen die Serben holen (Bild: Dan Mullan/Getty Images)
Die Schweizer Fabian Schär und Stephan Lichtsteiner stossen im Penalty-Raum mit dem serbischen Spieler Aleksandar Mitrovic zusammen (Bild: Matthias Hangst/Getty Images)
Xherdan Shaqiri wird gefeiert (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Mittelfeldspieler Xherdan Shaqiri macht die umstrittene Geste des Kosovo-Doppeladlers. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Xherdan Shaqiri küsst den Rasen nach seinem Goal, das der Schweiz den Sieg brachte (Bild: AP Photo/Antonio Calanni)
Serbiens Verteidiger Dusko Tosic (links) und Nikola Milenkovic kämpfen um den Ball mit Nati-Stürmer Haris Seferovic (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron).
Schweizer Fans während des hochspannenden Spiels. (KEYSTONE/Martial Trezzini)
Die Trainer der Schweiz und Serbiens, Vladimir Petkovic (links) und Krstajic Mladen (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron).
Granit Xhaka, der das erste Goal für die Schweiz holte, macht die umstrittene Geste ebenfalls (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Nun auch ncoh Regen: Spieler Serbiens nach dem Ende der Partie (Bild: AP Photo/Matthias Schrader)
Manuel Akanji und Stephan Lichtsteiner (links) freuen sich über den Sieg (Bild: AP Photo/Matthias Schrader)
Aufgestellte Schweizer Fans. (Bild: KEYSTONE/Laurent Gillieron)
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Die besten Impressionen vom Spiel Schweiz-Serbien

Die ewige Diskussion: Shaqiri in die Mitte?

Xherdan Shaqiri sagte nach dem Spiel: «Ich war gut heute, ja. Am Schluss muss immer der Trainer entscheiden, wo er mich bringt. Ich fühle mich jedenfalls auf beiden Positionen wohl.» Vermutlich kommt Petkovic nicht darum herum, seinen stärksten Offensivspieler doch irgendwann in die Mitte hinter der einzigen Sturmspitze zu beordern. Der Kraftwürfel war selten so gut im Nationalteam wie in diesen zweiten 45  Minuten seines 71. Länderspiels, es war eine Freude, ihm zuzusehen: Wie er sich bewegte, wie er das Spiel an sich riss und den Gegner beschäftigte, wie er Lust hatte, das hat man lange nicht mehr gesehen, letztmals wohl an der EM 2016. Er sagte: «In grossen Spielen muss man da sein.» Shaqiri weiss, dass er hier an der WM auch um einen neuen Vertrag bei einem neuen Arbeitgeber spielt. Mit Stoke ist er abgestiegen, dort will und geht er weg, wohin ist noch ungewiss, man munkelt Liverpool habe Interesse.

Fakt ist, dass Blerim Dzemaili auf diesem Posten hinter dem Sturm zwar zu Chancen kommt, aber diese nicht nutzen kann; seit seiner Rückkehr zu Bologna im vergangenen Winter hat er an Drive verloren und nur noch einmal getroffen. Fakt ist auch, dass Seferovic vorne derzeit mehr Fehlbesetzung denn Erleuchtung ist und die Bürde einer schlechten Saison mit sich trägt. Er sagte: «Wir waren vorne gegen die Serben in der ersten Halbzeit alle nicht gut, von daher wäre es letztlich egal gewesen, wer da vorne gespielt hätte.» Insbesondere Dzemailis Rolle ist für die Balance der Schweizer, wenn sie denn auf stärkere Teams trifft, aber nicht zu unterschätzen.

Akanji ist der neue Abwehrpatron

Mit Manuel Akanji hat die Schweiz einen neuen Abwehrpatron. Der Innenverteidiger überzeugt mit Übersicht, exzellentem Stellungsspiel, Zweikampfstärke oder Balleroberungen, die dann wie gegen Serbien noch am Ursprung des Siegtreffers stehen. Akanji wird der Mann der Zukunft sein in der Schweizer Verteidigung – sein starkes Selbstbewusstsein ihn tragen.

Mit Manuel Akanji hat die Schweiz einen neuen Abwehrpatron. Der Innenverteidiger überzeugt mit Übersicht, exzellentem Stellungsspiel, Zweikampfstärke oder Balleroberungen, die dann wie gegen Serbien noch am Ursprung des Siegtreffers stehen. Akanji wird der Mann der Zukunft sein in der Schweizer Verteidigung – sein starkes Selbstbewusstsein ihn tragen.

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