FUSSBALL: Wängis Kampfgeist schlecht belohnt

Nach dem Cupspiel der ersten Hauptrunde gegen Delémont waren sich praktisch alle Zuschauer einig: Der FC Wängi hätte den Sieg verdient gehabt. Doch dem Aussenseiter bleibt der Exploit verwehrt. Er verliert 0:1.

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Die Wängemer (schwarz) hielten so manchem Angriff der SR Delémont stand. (Bild: Mario Gaccioli)

Die Wängemer (schwarz) hielten so manchem Angriff der SR Delémont stand. (Bild: Mario Gaccioli)

Bei idealem Fussballwetter und einer Kulisse mit rund 500 Zuschauern fand auf dem Grosswis ein Fussballfest statt, wie es nur der Cup bieten kann. Weil der 1.-Liga-Club Delémont den soeben in die 2. Liga aufgestiegenen FC Wängi unterschätzte, hätte es den Thurgauern fast zu einer Überraschung gereicht. Mit grosser Spieldisziplin und eindrücklicher Zweikampfstärke boten die Wängemer über eine lange Spielzeit den Favoriten aus Delsberg Paroli. Mit nur einem Tor erreichten die Jurassier den Einzug in die 1/16-Finals.

Mehrere Chancen, in Führung zu gehen

Der FC Wängi begnügte sich im Heimspiel der ersten Cup-Hauptrunde nicht, die Rolle des Zuschauers einzunehmen. Das Mittelfeld störte das Aufbauspiel der Jurassier immer wieder entscheidend und bediente die schnellen Stürmer Texeira, Böhi und Cardoso mit Pässen.

Erst in der 18. Minute kam Delémont zu seiner ersten gefährlichen Aktion, als gleich drei Offensivspieler den Ball knapp vor dem Tor von Meiler verpassten. Auch in der 30. Minute wusste sich Wängi in extremis gegen den Rückstand zu stemmen. Mario Cantaluppi, Trainer der SR Delémont, tat seine Enttäuschung in der 34. Minute kund, als er gleich zwei Spieler auswechselte. Doch auch diese Massnahme brachte dem Favoriten keinen entscheidenden Vorteil. Im Gegenteil: Die Wängemer reagierten nun offensiver und erspielten sich mehrere Torchancen, die vom Publikum lautstark quittiert wurden. Die Thurgauer setzten ihren Ansturm in der zweiten Spielhälfte fort. In der 50. Minute spielte Teixeira den Ball zurück auf Cardoso, der das Leder aber knapp am Tor vorbei setzte.

Wer die Tore nicht macht, kassiert sie

Doch wie im Sport oft üblich, wurde Wängi für seine vergebenen Torchancen bestraft. In der 52. Minute, nach einem schnellen Spielzug, erzielte Delémont das 1:0. Faria bezwang Wängis Goalie Meiler mit einem satten Schuss. Das Grosswis versank in Totenstille – der Schock war gross. Doch der mustergültige Kampfgeist der Wängemer liess nicht nach, sondern generierte weitere torgefährliche Aktionen. Die beste Ausgleichschance vergab Cardoso in der 60. Minute. Die Favoriten aus dem Jura verwalteten ihren Vorsprung nun aber clever und gingen keine Risiken mehr ein – zu gross war der Respekt vor dem FC Wängi.

Fabbio Rasera