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FUSSBALL: Strasser tritt nach Herzattacke zurück

Jeff Strasser, Trainer von Kaiserslautern, gibt sein Amt nach seinem Zusammenbruch auf. Nachfolger beim abstiegsbedrohten Verein aus der 2. Bundesliga ist Michael Frontzeck.
Alexander Sarter (sid)

Alexander Sarter (SID)

Michael Frontzeck blickte gewohnt grimmig drein und antwortete auf die ein oder andere Frage mit einem knurrigen: «Davon können sie ausgehen.» Damit passte der erste Auftritt des neuen Trainers im Jogginganzug des 1. FC Kaiserslautern immerhin zur Lage des abstiegsbedrohten Clubs aus der 2. Bundesliga.

Frontzeck hat gestern eine «Mission Impossible» beim viermaligen Meister und zweimaligen Pokalsieger begonnen – das weiss der Nachfolger von Jeff Strasser selbst. «Ausserhalb der Pfalz hat man das Gefühl, dass der Betzenberg schon abgetragen wird. Die Berichterstattung vermittelt, dass im Grunde alles ganz schlimm ist», sagte Frontzeck, der einen Vertrag bis Juni 2019 unterschrieben hat. Der 53-Jährige folgt auf Strasser, weil der Luxemburger aufgrund von Herzrhythmus­störungen mehrere Wochen pausieren muss und deshalb sein Amt zur Verfügung stellt.

Nachfolger des ehemaligen Schützlings

Strasser wurde am 24. Januar beim abgebrochenen Spiel bei Darmstadt ins Krankenhaus eingeliefert. «Wir haben keine Gewissheit, dass Jeff in sechs Wochen wieder zur Verfügung steht. Gesund zu sein und diesem Stress als Trainer standzuhalten, sind zwei verschiedene Paar Schuhe», sagte Sportdirektor Boris Notzon: «Eine Brückenlösung wäre nicht im Sinne des Vereins gewesen.» Laut Notzon habe Strasser dem zugestimmt.

«Ich habe gerade länger mit Jeff gesprochen», so Frontzeck, der seinen Vorgänger noch aus gemeinsamen Tagen bei Gladbach kennt. In der aktiven Zeit Strassers dort war Frontzeck Assistenztrainer. «Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Wir werden in Kontakt bleiben», sagte der frühere Nationalspieler. Der neue Coach braucht sicher den Rat Strassers. «Die sportliche Situation ist nicht lustig», sagte Frontzeck. «Ich gehe zuversichtlich ran – wohl wissend, dass es nicht ganz einfach wird», so der gebürtige Gladbacher, der zuletzt bis Dezember 2015 Hannover betreut hatte.

Dort arbeitete Frontzeck mit Martin Bader zusammen. Der neue Sportvorstand, der den Coach empfohlen hat, wurde gestern ebenfalls vorgestellt. «Ich will nicht mit Visionen um mich werfen, sondern mit Taten überzeugen», sagte der 49-Jährige.

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