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FUSSBALL: Steigerungslauf zum Punktgewinn

Die Schweiz holt beim 1:1 gegen Rumänien den vierten Punkt. Das Resultat aus dem Pariser Parc des Princes reicht wohl für den Vorstoss in die Achtelfinals. Stephan Lichtsteiner und Haris Seferovic ziehen jedoch einen schlechten Abend ein. Der Thurgauer Verteidiger Michael Lang zeigte sich zufrieden mit der Leistung der Mannschaft, nicht aber mit dem Resultat.
Andreas Ineichen und Christian Brägger
Michael Lang kam für die Schlussphase ins Spiel und half mit, den einen Punkt zu retten. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

Michael Lang kam für die Schlussphase ins Spiel und half mit, den einen Punkt zu retten. (Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT (KEYSTONE))

FUSSBALL. Breel Embolo hatte sich für den Wechsel bereit gemacht, sein Trainer Vladimir Petkovic war gerade dabei, ihm mitzuteilen, was genau sein Job ist in den restlichen gut 30 Spielminuten. Da funkte ihm der Fussballgott dazwischen. Zum Glück.

Ausgerechnet der Mann, den Embolo hätte ersetzen sollen, brachte in diesem Moment die grosse Erleichterung ins Schweizer Lager und zu den rot-weissen Anhängern auf den Rängen im Parc des Princes: Einen ungenügend abgewehrten Ball auf einen Corner von Ricardo Rodriguez haute Admir Mehmedi in der 57. Minute wuchtig und herrlich ins gegnerische Netz. Endlich der Ausgleich, endlich das 1:1.

"Ich habe das Tor nicht gesehen", sagte Petkovic hinterher und begründete es damit, dass er sich umgedreht habe, um den Wechsel vorzubereiten. Mehmedi liess er drin, weil er sehen wollte, "wie es mit ihm weitergeht nach dem Tor". Erst von da an war Mehmedi auf dem Platz angekommen.

Lichtsteiner reisst am Trikot
Embolo kam sieben Minuten später doch, für Haris Seferovic als Sturmspitze. Seferovic ist auf dem Weg, der personifizierte Chancen-Tod des Schweizer Teams zu werden. Nach den vier Chancen gegen Albanien, die Seferovic allesamt ausliess, hätte er sein Team gegen Rumänien in Führung bringen müssen. Doch erst zirkelte er den Ball auf Vorlage von Blerim Dzemaili am entfernteren Pfosten vorbei (6.), und dann stoppte ihn der rumänische Goalie Ciprian Tatarusanu mit dem Fuss, als ihn Xherdan Shaqiri lanciert hatte (16.). Danach verschwand Seferovic von der Bildfläche und machte es Petkovic zusehends schwieriger, weiterhin auf ihn zu setzen.

Mit Stephan Lichtsteiner leistete sich auch der Captain der Schweizer einen Fauxpas, der einem Verteidiger mit seiner Erfahrung so nicht passieren darf. Die Rumänen, bis dahin offensiv überhaupt nie in Erscheinung getreten, drangen in der 18. Minute nicht wirklich gefährlich in den Strafraum ein, als der Innerschweizer den Rumänen Alexandru Chipciu am Leibchen zurückhielt. Mit dem vertretbaren Penalty, den der russische Spielleiter Sergej Kasarew gegen die Schweiz verhängte, war Petkovic nicht einverstanden: "Wenn der Schiedsrichter einen solchen Massstab setzt, dann muss es einige Penalties pro Spiel geben."

Weil Bogdan Stancu den Penalty souverän verwertete, hatte Lichtsteiner eine animierte Startphase seiner Mannschaft kaputtgemacht. Die Schweizer hatten von da an nicht mehr den gleichen Zugriff aufs Spiel, auch wenn Fabian Schär mit einem wuchtigen Weitschuss (21.) und Blerim Dzemaili mit einem Kopfball neben das Tor (38.) dem 1:1 recht nahe gekommen waren. Doch dazwischen musste die Schweiz auch das Glück beanspruchen, als Cristian Sapunaru einen Ball an den rechten Pfosten setzte.

Auf eine gewisse Weise nahm die Partie eine merkwürdige Entwicklung. Die Rumänen, die mit dem 1:2 gegen Frankreich noch dringender auf ein positives Resultat angewiesen waren, unternahmen lange Zeit wenig in der Offensive.

Djourous Rettung
Mit der 1:0-Führung im Rücken drückten sie aber nach der Pause aufs Gaspedal. Der gegen Albanien ungenügende Johan Djourou hatte in dieser Phase seine beste Aktion, als er vor Cristian Keserü in Corner lenken konnte. Mit Mehmedis Ausgleich zum 1:1 änderten sich die Kräfteverhältnisse wieder, die Schweiz schien dem Siegtreffer näher. Die beste Chance vergab Dzemaili in der 77. Minute. "Zufrieden bin ich damit, wie wir ins Spiel gekommen sind und es beendet haben, mit unserer Mentalität", sagte Petkovic. Es war die erhoffte Reaktion. Nur eines passte ihm nicht: "Das Resultat."

"Drei Punkte wären mir lieber gewesen"
Nach dem Spiel gab Michael Lang, Defensivspieler aus dem Thurgau, gegenüber Journalisten zu Protokoll, vom spielerischen Aspekt her sei es der Nati gegen Rumänien besser gelaufen als in der Auftaktpartie gegen Albanien. "Mir wären ein schlechtes Spiel und drei Punkte aber lieber gewesen", so Lang. Es sei schade, dass die Schweiz in Rückstand geraten sei - "meiner Meinung nach hätten wir zu diesem Zeitpunkt die Führung verdient gehabt", so Lang. Er selbst sei mit der Aufgabe in die Partie gekommen, gegen hinten nichts mehr zuzulassen - das sei ihm gelungen, so Lang, laut dem die Nati punktemässig im Fahrplan ist.

Telegramm:

Rumänien - Schweiz 1:1 (0:1). - Parc des Princes, Paris. - 43'576 Zuschauer. - SR Karasew (RUS). - Tore: 18. Stancu (Foulpenalty/Foul Lichtsteiner an Chipciu) 1:0. 57. Mehmedi (Djourou) 1:1.

Rumänien: Tatarusanu; Sapunaru, Chiriches, Grigore, Rat (62. Filip); Prepelita, Pintilii (46. Hoban); Torje, Stancu (83. Andone), Chipciu; Keserü.

Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodriguez; Behrami, Xhaka; Shaqiri (91. Tarashaj), Dzemaili (83. Lang), Mehmedi; Seferovic (64. Embolo).

Bemerkungen: Beide Teams komplett. 28. Pfostenschuss von Sapunaru. Verwarnungen: 22. Prepelita (Foul). 24. Chipciu (Foul). 37. Keserü (Foul). 50. Xhaka (Foul). 76. Grigore (Foul). 93. Embolo (Foul).

Gruppe A: Rumänien - Schweiz 1:1 (1:0). 21.00 Uhr: Frankreich - Albanien (in Marseille).

Rangliste: 1. Schweiz 2/4. 2. Frankreich 1/3. 3. Rumänien 2/1. 4. Albanien 1/0. (sda/red.)

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