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FUSSBALL: Schlusspfiff für Jost Leuzinger

Der Ostschweizer Ausbildungschef und Technische Leiter geht in Pension: Jost Leuzinger über ideale Trainer, die Schwellbrunner Ruhe und Professoren in Kursen.
Lukas Pfiffner
Jost Leuzinger liebte es, im Kurswesen tätig zu sein. (Bild: Urs Jaudas)

Jost Leuzinger liebte es, im Kurswesen tätig zu sein. (Bild: Urs Jaudas)

Jost Leuzinger lacht. Vor ihm liegt die Vereinsliste des Ostschweizer Fussballverbandes (OFV) mit über 150 Namen. «Auf den meisten Plätzen war ich.» Eine der letzten Lücken hat er kürzlich ­gefüllt: mit einem Besuch eines ­D-Junioren-Spiels in Poschiavo und eines Aktivspiels in Brusio. «Es hat noch nie jemand so grosse Freude an meiner Anwesenheit gezeigt.»

Der ehemalige Tiefbauingenieur und NLA-Stürmer ist am 2. Mai 65 Jahre alt geworden. Von jenen Technischen Leitern, die 1995 in den Regionalverbänden eingesetzt wurden, verabschiedet er sich als Letzter. «Sinn­vollerweise habe ich die Saison fertiggemacht, ehe ich die Pension antrete.» Roman Wild aus Wilen hat ihn per Anfang Juli ­abgelöst; er war schon seit vier Jahren begleitend im Einsatz.

«In der Trainerausbildung ist sehr viel gegangen»

«Ich war zu viel im Büro, aber mehr auf dem Platz.» Als Tech­nischer Leiter war Leuzinger ­Prüfungsexperte, Ausbilder von Talentspielerinnen und -spielern sowie verantwortlich für die ­Trainerausbildung im OFV. Der ­ideale Trainer? «Er muss viel­seitig sein, fachliche und menschliche Qualitäten haben.» In seiner Anfangszeit ­hatte nur ein Drittel aller Personen, die im Juniorenbereich tätig waren, eine Ausbildung. «Da ist sehr viel gegangen.» Er habe grossen ­Respekt vor den vielen, die sich der Sache zuliebe engagieren. «Schlimm finde ich, wenn Funktionäre oder Trainer im Mittelpunkt stehen wollen, den per­sönlichen Ehrgeiz ausleben.» Die Zahl jener, die an einem E-­Junioren-Spiel an der Seitenlinie herumbrüllen, sei zurückgegangen. «Gut ist auch, dass wir in den Trainerkursen nur wenige haben, die alles besser wissen. Man kann ja Dinge so oder anders sehen, aber man sollte sich nicht als Professor aufführen.»

Mit 28 alle Trainerdiplome im Sack

Arbeit mit den Jungen und für die Jungen stand für ihn im Vordergrund. Leuzinger hat mit 28 Jahren schon alle Trainer­diplome ­gemacht. Wie oft hat er daran ­gedacht, einen «grossen» Verein zu übernehmen? «Nie.» Im Spitzenfussball hat er sich mit den Nachwuchsauswahlen, mit dem Traineramt bei den da­mali-­ gen FCSG-«Reserven» und bei der Frauen-Nationalmannschaft zeitweise auch bewegt. «Das, was ich gerne machte, war ansonsten der Breitenfussball.» Natürlich sei der Druck für Leute wie Urs Fischer und Uli Forte («die mag ich beide, weil sie ­authentisch geblieben sind») ein anderer als für ihn: Seine «Re­sultate» waren einwandfreie Kursabläufe und gute Rück­meldungen. In den letzten Jahren seiner Tätigkeit nahm die ad­ministrative Arbeit mit der Anstellung einer Teilzeitsekretärin ab. Leuzinger besitzt das Elternhaus in Herisau, wohnt aber seit 28 Jahren in Schwellbrunn. Den «Leuzinger ohne Fussball» habe es immer wieder gegeben: «Im Alpstein unterwegs sein, Ski fahren, Eishockeyspiele besuchen.» Die Schlittschuhe und der Puck haben ihn auch aktiv begleitet. Er schaffte es, am Samstag für die Young Boys zu stürmen und am Sonntag für den Drittligisten ­Winden-Egnach Eishockey.

Aktuell ist Leuzinger Technischer Leiter bei den ­Frauen des FC Staad. «Ich werde im Fussball weiter das eine oder andere machen.» Ist es schwieriger, Spieler oder Trainer zu sein? «Beides ist toll. Als Trainer kannst du aber nur bedingt Einfluss nehmen, wenn ein Match läuft.» Er habe manche Chancen ausgelassen, vielleicht aus einer gewissen Laune heraus. «Aber ich hatte als Spieler grossartige Erlebnisse.» Zum Beispiel 1977 mit YB im Europacup. Das Hinspiel fand im Ibrox Park statt, im Rückspiel schoss Leuzinger ein Tor. «Ausgeschieden sind wir trotzdem.» Gegner waren die Glasgow Rangers. In Jost Leuzingers Augen ist ein Strahlen auszumachen wie bei der Destination Poschiavo.

Lukas Pfiffner

sport@wilerzeitung.ch

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