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FUSSBALL: Polemik um Video-Schiedsrichter

In den vergangenen Jahren ist der Ruf bei Fans und Experten nach dem Videobeweis laut gewesen. Seit dem Wochenende wird er nun am Confederations Cup eingesetzt und steht schon in der Kritik.
Markus Stalder (sda)
Arturo Vidal (links) feiert mit seinem Teamkollegen Alexis Sanchez das 1:0. Beim 2:0 mussten die Spieler auf das Urteil des Video-Schiedsrichters warten, bevor sie jubeln konnten. (Bild: Sergei Ilnitsky/EPA)

Arturo Vidal (links) feiert mit seinem Teamkollegen Alexis Sanchez das 1:0. Beim 2:0 mussten die Spieler auf das Urteil des Video-Schiedsrichters warten, bevor sie jubeln konnten. (Bild: Sergei Ilnitsky/EPA)

Markus Stalder (SDA)

Es war eine Szene mit sinnbildlichem Charakter: Die chilenischen Fussballer Alexis Sanchez und Eduardo Vargas bejubelten am Sonntagabend im Spiel des Confederations Cup gegen Kamerun soeben das 2:0 in der 91. Minute; dann griff sich Schiedsrichter Damir Skomina an sein linkes Ohr und der Jubel der beiden Chilenen erstickte so schnell wie er gekommen war. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis Skomina in Absprache mit dem Video-Schiedsrichter vor seinem Bildschirm zur Übereinstimmung kam: Das Tor für Chile zählt.

Insgesamt viermal wurde am Confederations Cup am Sonntag in den beiden Spielen zwischen Chile und Kamerun (2:0) sowie Portugal und Mexiko (2:2) bei der Frage «Tor oder kein Tor» die Hilfe des Video-Referees an­gefordert. Viermal führte der Video-Schiedsrichter schlussendlich korrekte Entscheide herbei. Dennoch stiftete das neue Hilfsmittel Ver­wirrung und Unruhe: bei den Fans im Stadion, den Zuschauern am Fernsehen und sogar den Spielern auf dem Feld.

Video-Beweis auch bald in Schweizer Stadien?

Auch in der Schweiz könnten ­solche Szenen in Zukunft zur ­Tagesordnung werden. Cyril Zimmermann, Schiedsrichter-Chef des Schweizerischen Fussballverbandes, ist überzeugt, dass der «Video Assistant Referee» in den nächsten zwei bis fünf Jahren auch in der hiesigen Liga Anwendung ­finden wird. «Im Grundsatz ist der Video-Schiedsrichter ein sehr nützliches Hilfsmittel für den Schiedsrichter auf dem Platz. Man darf es aber nicht als Nonplus­ultra anschauen», sagte Zimmermann. So sieht der Schiedsrichter-Chef zum Beispiel im langen Entscheidungsprozess seine Tücken. Am Confederations Cup dauerte es nach der Konsultation des Video-Referees zwischen 56 Sekun­den und 2:09 Minuten, bis der Schiedsrichter auf dem Platz ­einen verbindlichen Entscheid gefällt hatte. «An die Wartezeit wird man sich aber wohl gewöhnen müssen. Der Schiedsrichter auf dem Platz und seine Assistenten vor dem Bildschirm müssen besonders in Zweifelsfällen ihre Sichtweisen schliesslich aus­tauschen», so Zimmermann. Beim Verband werde man die Entwicklungen betreffend Video-Schiedsrichter beobachten. Denn ein Entscheid zum Einsatz des Video-Beweises stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Infrastruktur, sondern ist auch eine Frage der personellen und ­finanziellen Ressourcen. (sda)

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