FUSSBALL: Penaltykrimi auf kleiner Allmend

120 Minuten und 26 Elfmeter brauchte es, um einen Sieger der Cuppartie gegen Eschenbach zu ermitteln. Frauenfeld gewann den Elfmeter-Krimi und zieht in die 3. Vorrunde des 2.-Liga-inter-Cupwettbewerbs ein.

Urs Schmied
Drucken
Teilen
Di Lionardo realisiert im Nachschuss auf Penalty das 2:0. (Bild: Mario Gaccioli)

Di Lionardo realisiert im Nachschuss auf Penalty das 2:0. (Bild: Mario Gaccioli)

Urs Schmied

sport@thurgauerzeitung.ch

Die Innerschweizer präsentierten sich am Donnerstagabend trotz Stau und verspäteter Ankunft hellwach. Bereits nach wenigen Sekunden tauchte ein Eschenbacher alleine vor Bretscher auf, verzog aber seinen Abschluss. Die Frauenfelder hatten Mühe im Spielaufbau, wirkten sehr hektisch und hatten grossen Respekt vor dem unbekannten Gegner. Es war dann wieder einmal Kälin, der seine Klasse aufblitzen liess. Seine Flanke verwertete Eggmann mit dem Kopf zur Führung. Mit dieser im Rücken lief das Spiel der Frauenfelder plötzlich besser. Kälin wurde nach einer Pirouette im Strafraum gelegt, den fälligen Elfmeter verwertete Di Lionardo im Nachschuss.

Anschlusstreffer zum ungünstigsten Moment

Die Frauenfelder nahmen danach wieder den Fuss vom Gaspedal und liessen Eschenbach besser ins Spiel kommen. Die Innerschweizer zeigten sich sehr kombinationssicher und waren stets gefährlich. Ein Abschlussversuch landete nach gut einer halben Stunde am Pfosten, Bretscher hätte nicht mehr eingreifen können. Die Passivität der Frauenfelder wurde kurz vor der Pause bestraft. Felder gelang der verdiente Anschlusstreffer. Dieser kam für die Frauenfelder zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Die Gäste starteten hoch motiviert in die zweite Halbzeit. Nach einem Querschlag kam der Ball zu einem Eschenbacher. Dieser wurde von Bretscher im Strafraum gelegt, Zimmermann verwertete den Elfmeter souverän zum Ausgleich. Die Frauenfelder, sichtlich geschockt darüber, hatten einige Mühe, wieder ins Spiel zu finden. Das Spiel wogte nun hin und her, beide Teams hatten noch einige Torchancen, um die Partie in der regulären Spielzeit zu entscheiden, Di Lionardo scheiterte mit der allerletzten Aktion. Auch in der Verlängerung änderte sich wenig an der Spielweise beider Mannschaften. Beide Teams schenkten sich, trotz immer müder werdenden Beinen, nichts. Die Partie geriet zu einem Cupfight, der an Spannung kaum zu überbieten war. Erdal tauche kurz vor dem Ende der Verlängerung alleine vor dem Eschenbacher Torhüter auf, dieser war aber einmal mehr auf der Höhe seiner Aufgaben.

Es kam zum Elfmeterschiessen und zu einem Auf und Ab der Emotionen. Frauenfelds Torhüter Bretscher hielt den 25. Elfmeter, notabene seinen vierten, den er abwehren konnte. Frauenfelds Kapitän Marius Angst übernahm die Verantwortung und erlöste mit seinem frechen Chip sämtliche, längst in den Bann des verrückten Elfmeterschiessens gezogene Spieler und Zuschauer. Ein Spiel, welches in die Geschichtsbücher beider Teams eingehen wird. Diese Partie hätte eigentlich keinen Verlierer verdient, Eschenbach war über weite Strecken mehr als ebenbürtig, sehr spiel- und zweikampfstark. Ein toller Auftritt beider Teams, beste Werbung für den Amateurfussball.