FUSSBALL: Nuhus Eigentor schockt das Stade de Suisse

Die Young Boys kassieren im Playoff-Hinspiel zur Champions League gegen den ZSKA Moskau eine bittere Heimniederlage. Das 0:1 durch ein Eigentor von Kasim Nuhu in der 91. Minute spiegelte das Geschehen in keiner Weise.

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Was für ein Widerspruch im Stade de Suisse: Das Spiel lief praktisch nonstop auf das Tor von ZSKA Moskau. Am Ende ging der russische Gegner der Young Boys – ohne viel dafür getan zu haben – als Sieger vom Platz. Einen doppelten Kopfball des ansonsten überragenden Kasim Nuhu, gedacht als Rückgabe an den Goalie, konnte David von Ballmoos nicht mehr rechtzeitig behändigen. Das Eigentor schockte Spieler wie Zuschauer in der Nachspielzeit. Denn die Young Boys hatten in der dritten Begegnung mit einem osteuropäischen Club innert eines Jahres ziemlich viel richtig gemacht. Sie setzten die Marschroute ihres Trainers Adi Hütter, oft die Seiten zu wechseln, gut um. Abgesehen von einer kurzen Phase vor der Pause kontrollierten die Berner die Partie. Sie spielten permanent vorwärts, strebten den Torerfolg auf möglichst direktem Wege an. Am Ende lautete das Schussverhältnis 22:11, jenes der Corner 11:0. Was fehlte, um sich für einen weiteren sehr guten Europacup-Auftritt vor eigenem Publikum zu belohnen, war ein Treffer.

Mit Yoric Ravet in der Startformation

Beim ersten Ziel, kein Gegentor zu kassieren, waren die Young Boys gegen den sehr defensiv agierenden Gegner bis zur verhängnisvollen 91. Minute recht mühelos unterwegs. ZSKA Moskau, das den Ball bei Gefahr immer wieder unkontrolliert aus der eigenen Hälfte spedierte, beschränkte sich darauf, möglichst ohne Schaden davonzukommen. Am Ende gelang das dem Moskauer Club, weil unter anderem Goalie Igor Akinfejew mit einem unglaublichen Reflex gegen Guillaume Hoarau in der 79. Minute das sicher scheinende und längst überfällige 0:1 verhinderte.

Die in Bern derzeit meistdiskutierte Personale betrifft Yoric Ravet. Dass der Franzose in den vergangenen zwei Partien gegen Thun und im Cup gegen Breitenrain nicht eingesetzt wurde, wurde im Zusammenhang mit dem anstehenden Wechsel zum Bundesligaclub Freiburg gesehen.

Dieser Transfer wird jedoch, wenn überhaupt, erst Ende Monat stattfinden. Trainer Hütter setzte gegen ZSKA Moskau wieder von Beginn auf Ravet. Dieser war äusserst bemüht. Manchmal schien es aber, als wolle er es besonders gut machen, um nicht (noch) mehr Angriffsfläche zu bieten.

In der ersten Halbzeit stand jedoch nicht primär Ravet, sondern der andere Flügelspieler der Young Boys im Mittelpunkt. Miralem Sulejmani war an den besten drei Chancen seines Teams beteiligt. Zweimal traf er mittels Kopf den Ball aus guter Abschlussposition nicht optimal, einmal verzog er mit dem schwächeren rechten Fuss. (sda)