FUSSBALL: Marcel Koller bleibt österreichischer Nationaltrainer

Marcel Koller bleibt auch nach der Europameisterschaft in Frankreich Nationaltrainer von Österreich. Der 55-jährige Zürcher einigte sich mit dem österreichischen Verband auf eine Vertragsverlängerung bis 2017.

Merken
Drucken
Teilen
Hat bei den Österreichern verlängert: Der Schweizer Marcel Koller bleibt bis zumindest 2017 Trainer in unserem östlichen Nachbarland. (Bild: RONALD ZAK (AP))

Hat bei den Österreichern verlängert: Der Schweizer Marcel Koller bleibt bis zumindest 2017 Trainer in unserem östlichen Nachbarland. (Bild: RONALD ZAK (AP))

«Wir haben etwas geschaffen, das verbindet. Und wenn es gut läuft, gibt es keinen Grund, auseinanderzugehen», sagte Koller, der den Österreichischen Fussball-Bund (ÖFB) souverän zur erstmaligen sportlichen Qualifikation für eine EM-Endrunde führte. 2008 war Österreich zusammen mit der Schweiz als Gastgeber automatisch qualifiziert. Schafft Koller mit dem Team auch die Qualifikation für die WM 2018 in Russland, wird sich sein Kontrakt automatisch bis nach der WM-Endrunde verlängern.

Koller, 2015 zum Schweizer Trainer des Jahres gewählt, geniesst in Österreich eine enorm hohe Wertschätzung, nachdem ihm zu Beginn seiner Amtszeit im Herbst 2011 viel Skepsis entgegengebracht worden war. Der Zürcher liess sich davon nicht beirren und führte die Mannschaft von Platz 77 in die Top 10 der FIFA-Weltrangliste. Kollers Bilanz beim ÖFB liest sich ausgezeichnet: 19 Siege, 7 Remis und 9 Niederlagen in 35 Partien bei einem Torverhältnis von 60:35.

Die letzten neun Pflichtspiele gewann Österreich allesamt, das letzte Länderspiel im November in Wien gegen die Schweiz ging jedoch verloren (1:2). «Es ist schwierig zu sagen, wo es noch hingehen könnte. Wir sind jetzt Weltranglisten-Zehnter, das ist für Österreich aussergewöhnlich, dort zu bleiben wird schwierig genug», sagte Koller nach seiner Vertragsverlängerung. «Wir versuchen, den erfolgreichen Weg beizubehalten und nicht aus Nachlässigkeit zurückzufallen.»

Zähe Verhandlungen
Aus Sicht des ÖFB ist knapp drei Monate vor Beginn der EM-Endrunde in Frankreich die wichtigste Personalie geregelt. «Jetzt können wir uns voll auf eine optimale Vorbereitung konzentrieren», sagte Präsident Leo Windtner. Diese beginnt nächste Woche mit den beiden Testspielen gegen den Schweizer EM-Gruppengegner Albanien und die Türkei. An der EM-Endrunde in Frankreich trifft Österreich in der Gruppe F auf Ungarn, Portugal und Island.

Windtner bestätigte, dass die Verhandlungen mit Koller und dessen Berater Dino Lamberti kein «Kinderkaffeekränzchen» gewesen seien, «aber wir haben einen fairen Kompromiss geschafft». Über die finanzielle Modalitäten des neuen Vertrags wurden keine Angaben gemacht, Koller gab aber zu: «Geld spielt auch eine Rolle.»

Koller war zuletzt immer wieder als Trainer bei diversen deutschen Bundesligisten im Gespräch. Von November 2003 bis Juni 2004 hatte er den 1. FC Köln trainiert, stieg mit den Rheinländern aber in die zweite Bundesliga ab. Erfolgreicher verlief sein Engagement beim VfL Bochum, wo er von 2005 bis 2009 tätig war und den er zurück in die erste Bundesliga führte. Vor seinen Engagements in Deutschland hatte der frühere Schweizer Internationale in seiner Heimat Wil, St.Gallen sowie die Grasshoppers trainiert. St.Gallen führte er 2000 zum Meistertitel, seinen Stammverein GC 2003. (sda)