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FUSSBALL: Im russischen Strudel

Zum Auftakt der zweiten Gruppenspiele treffen heute in Lille die Slowaken auf die Russen. Nach den Auswüchsen der Gewalt in Marseille droht Russland der Ausschluss.
Christian Brägger/Paris
Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/PARIS

Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/PARIS

FUSSBALL. Grosses Thema neben der Angst vor Terroranschlägen an der EM waren auch gestern die Ausschreitungen zwischen russischen und englischen Hooligans, die während, im Vorfeld und im Nachgang der Partie beider Nationen am vergangenen Samstag in Marseille stattgefunden hatten. Die Bilder gingen um die Welt, und sie lösten ein Gefühl von Beklemmung aus, mitunter ein Gefühl von Angst und Hilflosigkeit in diesen für Frankreich schwierigen Zeiten. Gestern nun schwappten diese Gefühle vom Süden der «Grande Nation» in den Norden über, genauer gesagt nach Lille, wo die Russen heute im zweiten Gruppenspiel ab 15 Uhr auf die Slowaken treffen. Nach einem ersten Urteil der Uefa wird das russische Team dort vorerst auf Bewährung spielen. Passieren weitere Fehltritte der Anhänger, folgt der Ausschluss vom Turnier.

Russische Wiederholungstäter

Das Strafmass kommt deshalb in dieser Schärfe daher, weil die russischen Supporter bereits an der EM 2012 randaliert hatten und folglich der Malus einer Wiederholungstäterschaft greift. Jedenfalls zeigte sich im Vorfeld der brisanten Partie die französische Polizei schon besser gerüstet als noch in Südfrankreich: Einen Autobus mit 43 russischen Anhängern stoppte sie vorsorglich, bei 29 Fans stellte sie den Antrag auf Landesverweis.

Und vorerst zeigte auch Trainer Leonid Sluzki Verständnis für all die Fragen, die von den Journalisten an der Pressekonferenz zu diesem Thema kamen: «Unsere Anhänger müssen sich von ihrer besten Seite zeigen. Wir brauchen ihren Support. Sie müssen nun aber verstehen, dass uns ihre Taten schaden.»

Es braucht immer zwei

Als dann ein britischer Journalist den Coach fragte, ob dieser nach den Attacken im Stadion dem eigenen Anhang ein normales Verhalten überhaupt zutraue, platzte dem daneben sitzenden Artjom Dsjuba, Goalgetter von Zenit St. Petersburg, der Kragen. «Ich verstehe Sie nicht. Sie verbreiten die Meinung, dass nur die Russen die Schuldigen, die Briten aber lauter Engel sind. Es braucht immer zwei für Konflikte, das ist fünfzig zu fünfzig.» Sluzki schloss sich ihm an, er sagte: «Reden wir über Fussball.»

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