FUSSBALL: Grosse Wenden

Die AS Roma hat sich gegen Barcelona im Champions-League-Viertelfinal spektakulär zurückgemeldet. Ähnliche Geschichten gab es im Europacup immer wieder.

Eric Hug
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1966: La Chaux-de-Fonds verliert in Leixões, Portugal. (Bild: Leixões)

1966: La Chaux-de-Fonds verliert in Leixões, Portugal. (Bild: Leixões)

Eric Hug

Der Jubel bei der AS Roma war gross am Dienstag. Im Viertelfinalrückspiel der Champions League gelang ihr, was kaum jemand erwartet hätte. Die Italiener schafften dank eines 3:0 trotz 1:4-Hypothek den Einzug in den Halbfinal. So spektakulär ging es in der Europacupgeschichte schon öfter zu und her. Eine Auswahl aus fünf Jahrzehnten.

5. Oktober 1966: La Chaux-de-Fonds – Leixões

Nach dem 2:6 im Cup der Cupsieger gab niemand mehr einen Pfifferling auf das portugiesische Team von Filpo Núñez. Nun musste aber die Schweizer Mannschaft ins Campo de Santana. Noch vor der Pause fiel das 2:0, und das Unglück nahm seinen Lauf. Leixões war bis vor einem Jahr (siehe letztes Beispiel) die einzige Mannschaft, die einen Viertorerückstand aufholte, ohne die Auswärtstorregel zu benötigen. Mittlerweile spielt Leixões in der zweithöchsten Liga Portugals, La Chaux-de-Fonds in der Promotion League.

9. November 1988:

Xamax – Galatasaray

Im Achtelfinal des Europacups der Landesmeister traf Schweizer Meister Neuchâtel Xamax auf Galatasaray Istanbul. Auf der Maladière bezwang Xamax die Türken mit 3:0. Robert Lüthi, Frédéric Chassot und Michel Decastel trafen. Der vermeintlich beruhigende Vorsprung reichte nicht zum Weiterkommen. In Istanbul unterlag Xamax mit 0:5 und verpasste den Viertelfinal.

26. Mai 1999: Bayern München – Manchester United

Es ist die «Mutter aller Niederlagen»: Im Champions-League-Final brachte Mario Basler die Bayern in der sechsten Minute per direkt verwandelten Freistoss mit 1:0 in Führung. Die Münchner verwalteten das 1:0 bis zur 91. Minute. In der Nachspielzeit kam Manchester United noch zu zwei Eckbällen, welche Teddy Sheringham und Ole Gunnar Sols­kjaer verwerteten.

28. September 2000:

FC St. Gallen – Chelsea

Auch St. Gallen schaffte auf europäischem Parkett eine überraschende Rückkehr: Im Jahr 2000 traf das Team von Marcel Koller im Uefa-Cup auf Chelsea. Nach dem 0:1 im Hinspiel trumpften die Ostschweizer im Zürcher Hardturm auf. Dank Toren von Sascha Müller und Charles Amoah gewannen sie 2:0 und warfen Chelsea aus dem Uefa-Cup.

25. Mai 2005: Liverpool – AC Milan

Im Champions-League-Final brachten Hernan Crespo (mit zwei Toren) und Paolo Maldini die AC Milan bis zur Pause beruhigend mit 3:0 in Führung. Liverpool steckte aber nicht auf, glich das Spiel dank Toren von Steven Gerrard, Vladimir Smicer und Xabi Alonso wieder aus und gewann nach der torlosen Verlängerung im Penaltyschiessen.

8. März 2017: Barcelona – Paris

Am Dienstag wurde Barcelona in Rom Opfer einer späten Wende, vor gut einem Jahr war es umgekehrt: Im Pariser Prinzenpark hatte Barcelona 0:4 verloren. Seit Einführung der Champions League hatte kein Team einen Viertorerückstand aus dem Hinspiel wettmachen können. Anders die Katalanen: Im Rückspiel traf Edinson Cavani zwischenzeitlich noch zum Anschlusstreffer für Paris St-Germain. Doch Barcelonas Sergi Roberto traf in der Nachspielzeit zum 6:1 und brachte das Stadion zum Beben.

Knapp an einer Überraschung vorbeigeschrammt ist gestern Juventus Turin. Die Italiener hatten bei Real Madrid das 0:3 aus dem Hinspiel wettgemacht, ehe ein Penalty in der 98. Minute das Spiel doch noch zu Gunsten von Real entschied.