FUSSBALL: Fussballverband untersucht Fall St.Margrethen

Nun beschäftigt der Fall St.Margrethen auch den Schweizerischen Fussballverband (SFV). Wie Sprecher Marco von Ah bestätigt, werde geklärt, ob ein Verstoss gegen das Amateurstatut vorliegt.

Julia Nehmiz/Sebastian Keller
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Bild aus unbeschwerten Tagen: Die 1. Mannschaft des FC St.Margrethen. (Bild: pd)

Bild aus unbeschwerten Tagen: Die 1. Mannschaft des FC St.Margrethen. (Bild: pd)

FUSSBALL. Nun beschäftigt der Fall St.Margrethen auch den Schweizerischen Fussballverband (SFV). Wie Sprecher Marco von Ah bestätigt, werde geklärt, ob ein Verstoss gegen das Amateurstatut vorliegt. Dieses regelt die Maximalgrenze für Entschädigungen von Amateuren. Die Grenze liegt bei 500 Franken pro Monat. Bei einem Verstoss droht den Clubverantwortlichen eine Busse. Der Ostschweizer Fussballverband (OFV) sah vor einigen Tagen noch keinen Handlungsbedarf.

Der FC St.Margrethen macht derzeit Schlagzeilen, weil im Trikot des Zweitligisten drei bosnische und zwei brasilianische Fussballer spielten. Der Club zahlte ihnen Spesen, kümmerte sich um eine Unterkunft und einen vollen Kühlschrank. Die Behörden befanden: Dies kommt einem Arbeitsverhältnis gleich. Doch ihr Touristenvisum erlaubte ihnen keine Erwerbstätigkeit. Die fünf wurden festgenommen, verurteilt und ausgewiesen.

Verband verurteilt "Schwarzarbeit" in Clubs
Der SFV verurteile "Schwarzarbeit" in den Clubs. "Die Einhaltung der Gesetze liegt aber in der Verantwortung der Vereine", sagt Sprecher von Ah. Der Verband könne bei der Vergabe von Spielerlizenzen die Aufenthalts- oder Erwerbsbewilligung nicht auch noch prüfen.

St.Margrethen ist kein Einzelfall. Das bestätigen Behörden und Szenekenner. Die Clubs stehen in einem harten Konkurrenzkampf. Hinzu kommen verlockende Angebote: Spieler aus aller Welt suchen einen Verein in Europa – auch wenn er nur in der zweiten Liga spielt.