FUSSBALL-EM: "Lachnummer", "hirntoter Fussball", "ultimative Demütigung" - die englische Presse im Ausnahmezustand

In England überbieten sich die Zeitungen mit Schlagzeilen nach der blamablen Vorstellung der englischen Nationalmannschaft gegen Island. Die englische Presse lässt kein gutes Haar am zurückgetretenen Trainer Roy Hodgson und der Mannschaft.

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Sichtlich enttäuscht: Englands Torhüter Joe Hart und zwei seiner Mitspieler nach dem Out im EM-Achtelfinal gegen Island. (Bild: ARIEL SCHALIT (AP))

Sichtlich enttäuscht: Englands Torhüter Joe Hart und zwei seiner Mitspieler nach dem Out im EM-Achtelfinal gegen Island. (Bild: ARIEL SCHALIT (AP))

FUSSBALL. Während die Isländer ihr Fussballmärchen weiter träumen, tritt die englische Nationalmannschaft nach der 2:1-Pleite gesenkten Hauptes die Reise in die Heimat an. Die englische Presse prügelt einen Tag nach dem Ausscheiden in den Achtelfinals auf die "Three Lions" ein.

Times: "Nach 959 Spielen war das die demütigendste Niederlage in Englands Geschichte − gegen ein Land von 330'000 Einwohnern, trainiert von einem Zahnarzt. England hat letzte Nacht aufgehört, ein Fussball-Team zu sein, und ist nur noch eine Lachnummer. Das war hirntoter Fussball, voll von Individuen in Panik."

Daily Mail: "England erleidet die ultimative Demütigung durch eine beschämende Niederlage gegen den kleinsten Fisch im Turnier. Geschlagen von Island − einem Land mit der Einwohnerzahl in der Grösse von Leicester. Geschlagen von Island − einem Team mit einem Teilzeit-Coach und einer Teilzeit-Fussballkultur. Geschlagen von Island − einem Team, das zuvor niemals ein K.o.-Spiel bei einem Turnier bestritten hat."

The Sun. (Bild: Printscreen)
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Star Sport. (Bild: Printscreen)
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Mirror: "Brrrexit Hodgson. Völlige Demütigung. Keine Ideen, keine Überzeugung, keine Klagen − Roy Hodgsons Männer sind nach einer grauenhaften Vorstellung in Nizza auf dem Weg nach Hause. Es gibt drei Dinge, die sicher sind im Leben: Tod, Steuern und mittelmässige englische Vorstellungen an grossen Turnieren."

Independent: "Der Grund, warum die Nation damit kämpft, Mitgefühl oder eine Verbindung zu vielen dieser Spieler aufzubauen, ist das Ego. Zu berühmt, zu wichtig, zu reich, zu arrogant, um die Geschwindigkeit und den Kampf anzunehmen, wenn es gegen eine der winzigsten Fussballnationen Europas geht. Das ist England."

Sun: "Ice Wallies (Eis-Trottel). Hodgson tritt nach erbärmlichem Scheitern zurück."

In der isländischen Presse werden derweil ganz andere Töne angestimmt. Die Euphorie über das Vordringen in die Viertelfinals ist immens:

Morgunbladid: "Das Abenteuer geht weiter. Unser Nationalteam hat in der vergangenen Nacht dem isländischen Fussball die bisher grösste Errungenschaft in der Geschichte beschert, als es bei der EM-Endrunde in Frankreich England in Nizza mit 2:1 aus den letzten sechzehn Mannschaften hinaus schoss."

Frettabladid: "Island 2 - 1 England - Wo endet das? Die Isländische Nationalmannschaft hat mit ihren Erfolgen in den vergangenen Wochen und Monaten bereits seit längerem für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. Und jetzt haben unsere Jungs für den heimischen Fussball all dem eine Spitze draufgesetzt. Man kann nicht ignorieren, dass die Leistung der Burschen einer der grössten Momente unserer Nation ist." (sda/lex)