FUSSBALL: "Die St.Galler machten mit uns, was sie wollten"

Nach rund einer Woche Arbeit mit der angsterfüllten Mannschaft des FC Zürich lässt sich Trainer Uli Forte nicht auf die Äste hinaus. Das Training vor dem Match vom Sonntag in Sitten gibt ihm ein gutes Gefühl. Aber was heisst das schon.

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Seine Mannschaft hätte sich in den vergangenen Tagen deutlich gesteigert, sagt Ex-Espen und neu FCZ-Trainer Uli Forte bei einem Mediengespräch vor dem Spiel gegen den FC Sion. (Bild: NICK SOLAND (KEYSTONE))

Seine Mannschaft hätte sich in den vergangenen Tagen deutlich gesteigert, sagt Ex-Espen und neu FCZ-Trainer Uli Forte bei einem Mediengespräch vor dem Spiel gegen den FC Sion. (Bild: NICK SOLAND (KEYSTONE))

FUSSBALL. "Ich kann eindeutig feststellen, dass sich die Spieler und die Mannschaft im Training gesteigert haben", sagte Forte am Freitag an der Medienkonferenz des abstiegsbedrohten Traditionsklubs. Aber der Zürcher relativierte die Erkenntnis gleich selber: "Training ist Training, Match ist Match. Wir werden am Sonntag wieder sehen, wo wir stehen."

Uli Forte musste zugeben, dass ihn der Zustand der Mannschaft und der Auftritt bei der 0:3-Niederlage erschreckt hatten. "Wir waren komplett verunsichert. Die St.Galler machten mit uns, was sie wollten."

Fortes Angst vor neuer Spionage
St.Gallens Trainer Joe Zinnbauer hatte ein Spionageteam nach Zürich geschickt, um das Training des FCZ-Teams bildlich und akustisch festzuhalten. "Sie zeichneten jedes Wort auf, das ich sagte. Sie hatten alle Informationen. Und sie spielten dann tatsächlich genau so, wie man gegen uns spielen musste."

Zumindest bis zum Saisonende, wenn der FCZ den Abstieg verhindert haben will, möchte Forte so etwas nicht noch einmal erleben. Deshalb absolvierte er in dieser Woche mit der Mannschaft Trainings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Zürich und Lugano, ausgerechnet die beiden Mannschaften, denen das Wasser bis zum Hals steht, werden sich nach dem Ende der Meisterschaft am Sonntag, 29. Mai, im Letzigrund im Cupfinal gegenüberstehen. Hat es der Mannschaft eine trügerische Sicherheit gegeben, als sie mit lauter Auswärtssiegen (bei YB, in Thun und Sitten) in den Final vorgestossen war? Forte kann es sich so vorstellen, wagt jedoch kein abschliessendes Urteil. "Dafür kenne ich die Mannschaft zu wenig lang."

In den letzten Stunden vor dem Match bei Sion will Forte auch im psychologischen Bereich mit den Spielern arbeiten. Die Mannschaft reist am Samstagmorgen ins Wallis. Die Vorbereitung am Abend wird mit Anschauungsunterricht abgeschlossen. Als Vorlage dient, live angeschaut, der deutsche Cupfinal zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Vielleicht wird es den einen oder andern verunsicherten Spieler inspirieren. (sda)