FUSSBALL: Champions League vor Augen

Borussia Dortmund besiegt Hoffenheim 2:1 und stösst auf den dritten Platz vor. Die Verlierer hadern mit dem Schiedsrichter.

Thomas Nowag (sid), Dortmund
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Stand im Abseits, aber das Tor zählte: Dortmunds Marco Reus nach dem 1:0 in der 4. Minute. (Bild: Friedemann Vogel/Keystone (Dortmund, 6. Mai 2017))

Stand im Abseits, aber das Tor zählte: Dortmunds Marco Reus nach dem 1:0 in der 4. Minute. (Bild: Friedemann Vogel/Keystone (Dortmund, 6. Mai 2017))

Thomas Nowag (SID), Dortmund

Hoffenheim fühlt sich nach dem 1:2 (0:1) im «Endspiel» um die direkte Champions-League-Qualifikation klar von Schiedsrichter Felix Brych (München) benachteiligt. «Wir haben eine Verantwortung. Wir erzählen uns das Woche für Woche. Deswegen will ich das so explizit nicht sagen. Aber es hat ja jeder gesehen. Es hat nur noch gefehlt, dass ein Loch ins Tornetz geschnitten und da einer reingepfiffen wird», sagte Sportdirektor Alexander Rosen unmissverständlich.

Brych hatte in entscheidenden Szenen falsch gelegen. Marco Reus stand beim Dortmunder 1:0 in der 4. Minute deutlich im Abseits, der Handelfmeter für den BVB in der 14. Minute war unberechtigt. Pierre-Emerick Aubameyang verschoss. Zudem hätte Hoffenheim in der 40. Minute einen Penalty bekommen müssen, als der Dortmunder Verteidiger Sokratis seinem Gegenspieler Sandro Wagner bei einem Corner fast das Trikot ausgezogen hätte.

Neue Unruhe bei Borussia Dortmund

Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann war vor allem wegen des frühen Tores verärgert. «Dass das Abseits war, hat jeder gesehen», sagte er. Kritik am vierten Offiziellen, der aus seiner Sicht Brych auf die Abseitsstellung von Reus hätte aufmerksam machen müssen, nahm Nagelsmann zurück: «Das war ein Missverständnis, das tut mir leid.» Brych habe «keinen guten Tag» gehabt.

Borussia Dortmund ist seit 37 Liga-Heimspielen ungeschlagen, Hoffenheim hingegen droht der Umweg über die Champions-League-Playoffs, in denen ein Hochkaräter warten würde.

Abseits des Sportlichen hatte sich der BVB in Person von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke neue Unruhe eingehandelt. In einem Interview der Funke-Mediengruppe offenbarte der Dortmund-Boss Risse im Verhältnis zu Trainer Thomas Tuchel. «Teilweise» irritiert habe ihn die heftige Kritik am Spieltermin nach dem Attentat auf den Mannschaftsbus, sagte Watzke. Auf die Feststellung, es sei in dieser Frage ein «klarer Dissens» zwischen Watzke und Tuchel sichtbar geworden, sagte der BVB-Boss: «Das ist so, ja.»

Tuchel reagierte ziemlich aufgebracht. «Ein grosses Thema für einen Spieltag kurz vor Saisonende und vor einem direkten Duell um die Champions League. Da erlaube ich mir als Trainer, das auch als zu grosses Thema für den jetzigen Zeitpunkt anzuerkennen. Ich verbiete mir, darüber nachzudenken und darauf einzugehen. Wir haben so viele Ziele und so viele wichtige Spiele vor uns, da können wir uns nicht mehr ablenken lassen. Ich nehme dazu jetzt keine Stellung und versuche, das komplett auszublenden. Das darf jetzt kein Thema sein. Wir wollen unsere sportlichen Ziele erreichen.»

Dortmund – Hoffenheim 2:1 (1:0)

81 360 Zuschauer. – Tore: 4. Reus 1:0. 83. Aubameyang 2:0. 86. Kramaric (Foulpenalty) 2:1.

Bemerkungen: Dortmund mit Bürki. Hoffenheim mit Zuber, ohne Schwegler (Ersatz) und Schär (nicht im Aufgebot). 14. Aubameyang verschiesst Penalty.