FUSSBALL: Basler Dominanz, Vaduzer Abschied

In der am Freitag abgelaufenen Super-League-Saison fehlte weitgehend die Spannung. Trotzdem kam es zu Überraschungen, Wendungen und mehreren Trainerwechseln.

Daniel Wyrsch
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Der Unerwünschte

Der Unerwünschte

Daniel Wyrsch

Die Überlegenheit des FC Basel hat in der Saison 2016/17 enorme Dimensionen angenommen. 17 Punkte beträgt der Vorsprung auf die zweitplatzierten Young Boys, 33 Zähler auf das Überraschungsteam Lugano im 3. Rang.

Die Swiss Football League (SFL) sucht nach einem neuen Modus, um wieder etwas mehr Spannung in die Meistschaft zu bringen. Doch die Dominanz wird dem FC Basel so schnell nicht zu nehmen sein. Wirtschaftlich haben die Basler einen Riesenvorsprung: 60 Millionen Franken konnte der Verein aus Transferüberschüssen und den Champions-League-Honigtöpfen während der Ära von Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz auf die hohe Kante legen. Das gibt dem neuen Präsidenten Bernhard Burgener ­sowie der neuen sportlichen Führung unter dem Sportchef Marco Streller und dem Chefstrategen Alex Frei viel Spielraum für die Zukunft.

Der Abstiegskampf war auch bald entschieden. Nachdem Trainer Giorgio Contini Anfang März vor allem aus eigenem Antrieb entschieden hatte, den FC Vaduz zu verlassen, versuchte der ehemalige Luzern-Co-Trainer Roland Vrabec, die Liechtensteiner in der Super League zu halten. Vergeblich: weil Vaduz sowohl bei den Young Boys wie auch in Basel trotz Eintoreführung nach 90 Minuten in der Nachspielzeit noch verlor – und generell unter der klar schwächsten Defensive der Liga litt. Nach drei Saisons ist das Ländle in der kommenden Spielzeit nicht mehr im Schweizer Oberhaus vertreten.

Tramezzanis Lugano erbt Platz 3 von Sion und Luzern

Contini ist mittlerweile Trainer in St. Gallen, wo er den erfolglosen Joe Zinnbauer ersetzt hat. Dessen lange wichtigster Fürsprecher Dölf Früh musste aus gesundheitlichen Gründen als Präsident zurücktreten, bleibt aber grosser FCSG-Teil­haber. Für Früh übernahm Stefan Hernandez die Führung. Holprig lief es auch in Luzern, wo Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg verlangt, dass das jährliche Millionenloch in der Klubkasse kleiner werden muss. Erstes Ergebnis des kostengünstigeren Kaders: Der FCL verpasste Platz 3, statt Luzern steht Lugano mit dem im Winter geholten Trainer ­Paolo Tramezzani in der Europa-League-Gruppenphase. Alioski, Sadiku und Co. stürmten von Rang 8 auf 3, während Sion und Luzern (punktgleich auf Platz 3 und 4 nach der Vorrunde) einbrachen.