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Fuss überlebt den Survival Run

Der Thurgauer Orientierungsläufer Daniel Hubmann feierte am Survival Run in Thun einen spartenfremden Erfolg. Er sieht sich, zehn Monate nach seiner Achillessehnenverletzung, bestätigt auf seinem Weg zurück an die Weltspitze.
Jörg Greb
Daniel Hubmann an der Schweizer OL-Sprint-Meisterschaft im April 2012 in Ascona, einige Wochen vor seiner Fussverletzung. (Archivbild: ky/Karl Mathis)

Daniel Hubmann an der Schweizer OL-Sprint-Meisterschaft im April 2012 in Ascona, einige Wochen vor seiner Fussverletzung. (Archivbild: ky/Karl Mathis)

ORIENTIERUNGSLAUF. Es war brutal. Am 20. Mai des vergangenen Jahres zog sich Daniel Hubmann im Staffel-Rennen der EM einen Abriss der Achillessehne zu. Das über Jahre angesteuerte Fernziel, die Heim-WM in Lausanne vom vergangenen Sommer, musste er abschreiben. Zwei Tage nach dem Unfall lag Hubmann auf dem Operationstisch in Basel. «Ein Jahr musst du dir Zeit geben», prognostizierten die Ärzte.

Bald zehn Monate liegt der Eingriff nun zurück, und Hubmann strahlt wieder Zuversicht aus. «Ich bin zwar noch nicht konkurrenzfähig», sagt er, «aber immerhin zu 90 Prozent.» Ein Anhaltspunkt dafür: Der dreifache Einzel-Weltmeister, der Europameister und viermalige Weltcup-Gesamtsieger gewann am vergangenen Wochenende den Survival Run.

Survival Run als Belastungstest

Über 16 Kilometer führte der mit Hindernissen gespickte Parcours auf dem Waffenplatz Thun. Baumstämme, steile Rampen, Schlamm- und Wassergräben galt es unter anderem zu überwinden. «Das war dem OL sehr ähnlich», sagte Hubmann und meinte damit die spezielle Art des Laufens mit Rhythmuswechseln und hohen Anforderungen nicht nur an den Kreislauf, sondern ebenso an Muskulatur und Bänder. Sein zweiter Triumph nach 2010, damals noch unter dem Namen Strongman, liess Hubmann zufrieden Bilanz ziehen. Vor allem hob er hervor, dass sein Fuss einer solchen Belastung von gut 70 Minuten wieder gewachsen ist.

Als ein Herantasten betrachtete er die Rückkehr zum Leistungssport. Erst im September hatte er vorsichtig mit dem Laufen wieder begonnen: zuerst dreissig Minuten, dann bis zu einer Stunde. Daneben gönnte er sich Pausen, trainierte alternativ im Wasser oder auf dem Velo. Hubmann sah sich mit wiederkehrenden Schmerzen konfrontiert, bekam nach intensiven Einheiten Muskelkater, musste erkennen, dass «das Früher und das Jetzt» stark auseinanderklafften.

Auch jetzt sei er noch nicht bei den Belastungen angelangt, die er sich vor der Operation gewohnt war. Hubmann weiss, dass er intensive Reize zu setzen hat, dass «ans Limit gehen» gefragt ist. Der Körper muss sich wieder an die Belastungen gewöhnen.

«WM ist realistisches Ziel»

Bezüglich der Quantität konnte er aber in den letzten zwei Wochen wieder auf zehn Lauftrainings in der Woche hochschrauben. Er freut sich: «Toll, jetzt bin ich am Abend wieder müde.»

Hubmann hofft, in zwei Monaten wieder voll belasten zu können. Das eröffnet Perspektiven. Die Weltmeisterschaften im Juli im finnischen Vuokatti sind ein Ziel. «Ein realistisches Ziel», wie er betont. Und klar ist, dass er nicht nur mittun, sondern um die Medaillen laufen will. An der Leistungsfähigkeit von vor dem Zwischenfall orientiert er sich. Und er denkt zurück an «die Freude über jeden kleinen Vorwärtsschritt» und ruft sich dabei in Erinnerung, wie privilegiert er sich fühlen kann: «Wenn alles rund läuft, spürst du oft gar nicht, wie schön dein Sportlerleben ist.»

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