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Für die Formel 1 hat Mike Rockenfeller einen Buchstaben zu viel

Der Wahlthurgauer ist ein erfolgreicher Autorennfahrer mit Siegen in Le Mans und im Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM).
Daniel Good
Mike Rockenfeller: zwei Podestplätze am Lausitzring.Bild: Imago

Mike Rockenfeller: zwei Podestplätze am Lausitzring.Bild: Imago

Er stammt aus dem Norden des deutschen Bundeslandes Rheinland-Pfalz, heimisch fühlt er sich aber seit Jahren am Bodensee. Durch Zufall kam Mike Rockenfeller 2007 nach Altnau, seit 2013 wohnt er mit der Familie in Landschlacht und will nie wieder weg.

Das Schweizer Bürgerrecht ist beantragt. Es sollte nicht mehr allzu lange dauern, bis die bürokratischen Formalitäten unter Dach und Fach sind.

Im Berufsleben ist der bald 36-jährige Rockenfeller ein anderes Tempo gewohnt. Er ist einer der besten Autorennfahrer Europas. 2010 gewann der Deutsche mit einem Audi das 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Der Sieg in einer der prestigeträchtigsten Prüfungen weltweit war ein Meilenstein für Rockenfeller. Nicht nur sportlich, sondern auch privat.

Denn zu jener Zeit gab es ein Grundstück in Landschlacht, das ihm sehr gefiel, aber relativ teuer war. Als Rennfahrer verdiente er anständig, in der Branche werden freilich nur kurzfristige Verträge unterzeichnet. «Allerhöchstens drei Jahre, und das ist sehr selten», so Rockenfeller.

Ein Sieg in Le Mans für die Ostschweiz

So sagte er sich 2010 vor dem Rennen in Le Mans: «Wenn ich hier gewinne, habe ich eine langfristige Zukunft als Rennfahrer und kann mir das Grundstück in Landschlacht leisten.» Rockenfeller machte das mit dem Besitzer ab, der das Rennen deshalb intensiv verfolgte.

Es gab zwar noch einige Einsprachen gegen das architektonisch spezielle Eigenheim des neuen Nachbarn in spe. 2013 war es bezugsbereit. 2013 war ein besonders gutes Jahr für Rockenfeller. Wieder mit einem Audi setzte er sich in der Gesamtwertung des Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) durch.

Mittlerweile bestreitet Rockenfeller die 13. Saison in dieser Rennserie. Momentan steht der Bald-Schweizer in der Gesamtwertung auf Platz vier. Auf dem Nürburgring, seiner Lieblingsstrecke, verbesserte er sich am Sonntag um einen Rang. Im Juli gewann er in Assen. «Ein zweiter DTM-Gesamtsieg wäre eine besondere Genugtuung», sagt Rockenfeller. Er kann sich vorstellen, Rennen zu fahren, bis er 45-jährig ist.

Ein Nachbar von Sebastian Vettel

Nur zehn Autominuten trennen die Wohnorte von Rockenfeller und Sebastian Vettel, der in Ellighausen daheim ist. Die Motorsportler kennen sich seit Kindsbeinen an und treffen sich regelmässig. «Wir fuhren schon früh zusammen Kartrennen», sagt Rockenfeller. «Der Kontakt ist seither nie mehr abgebrochen.» Vettel wurde viermal Formel-1-Weltmeister.

Natürlich träumte auch Rockenfeller von einer Karriere in der Formel 1. «Aber meiner Familie fehlte das Geld», sagt er. «Ich habe einen Buchstaben zu viel im Namen.» Der Thurgauer Rockenfeller ist weit entfernt verwandt mit der amerikanischen Milliardärsfamilie Rockefeller, die aus der gleichen Stadt stammt und im 18. Jahrhundert Neuwied Richtung Übersee verlassen hat. «Diesen Namen gibt es sonst nirgends. Irgendwann ist den Amerikanern einfach das ‹n› abhanden gekommen.»

Velotouren mit dem Zweiten der Tour de France

In Landschlacht wohnt seit 2008 auch Rockenfellers Landsmann Andreas Klöden, 2004 und 2006 Gesamtzweiter der Tour de France. Die Sportler fahren regelmässig Velo in ihrer neuen Heimat, etwa 60 bis 70 Kilometer pro Tour. «Das ist manchmal gefährlicher als meine Autorennen», sagt Rockenfeller. «Aber in Deutschland ist es gewiss nicht besser», findet der ehemalige Veloprofi Klöden.

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