Für zehn Minuten aus dem Spiel

Herbert Fandel, Chefschiedsrichter in Deutschland, spricht sich für die Idee der Zeitstrafe aus, die Uefa-Präsident Michel Platini eingebracht hat. Eine Umsetzung scheint praktikabel. Der Schweizer Schiedsrichterchef Carlo Bertolini ist skeptisch.

Andy Sager
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Die Konsequenz der Karten wie hier gegen den St. Galler Everton (rechts) soll diversifiziert werden. (Bild: ky/Anthony Anex)

Die Konsequenz der Karten wie hier gegen den St. Galler Everton (rechts) soll diversifiziert werden. (Bild: ky/Anthony Anex)

FUSSBALL. Vor Jahresfrist brachte Uefa-Präsident Michel Platini die Idee der «weissen Karte» auf die Agenda. Dabei soll zur Ergänzung der gelben und roten Karte eine Zeitstrafe eingeführt werden. Fehlbare Spieler müssten zehn Minuten auf die Strafbank – ähnlich wie bei der Zwei-Minuten-Strafe im Eishockey.

Zu Beginn wurde Platini ein wenig belächelt. Anfang dieser Woche stellte sich ihm nun Herbert Fandel zur Seite. Der Chef der deutschen Schiedsrichter verwies auf die erfolgreiche Pilotphase in den 1980er-Jahren und sieht die Chance, den Druck von Gelb und Rot zu mildern.

Ein Blick in den Juniorenbereich zeigt, dass die Zeitstrafe durchaus praktikabel ist. Zudem wären einige Schwächen, die das aktuelle System hat, allenfalls ausmerzbar. Der Chef der Schweizer Schiedsrichter, Carlo Bertolini, äussert sich aber skeptisch: «Eine weisse Karte wäre kaum bedeutsam. Ausser vielleicht um mehr Spektakel bieten zu können.»

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