«Für Olympia lote ich Start auf der Strasse aus»

Mountainbikerin Jolanda Neff hat zum zweitenmal den Gesamtweltcup gewonnen. Um ab dem 1. September an der WM in Andorra im Elitefeld starten zu können, brauchte die 22jährige Thalerin aber eine Ausnahmebewilligung des Radsport-Weltverbands UCI.

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Mountainbikerin Jolanda Neff hat zum zweitenmal den Gesamtweltcup gewonnen. Um ab dem 1. September an der WM in Andorra im Elitefeld starten zu können, brauchte die 22jährige Thalerin aber eine Ausnahmebewilligung des Radsport-Weltverbands UCI.

Wir treffen Sie mitten in der WM-Vorbereitung im Bündnerland. Was führt Sie so kurz vor den Titelkämpfen in die Berge?

Ich simuliere die Höhenlage der Wettkämpfe. In Andorra werden die Rennen auf 2000 Meter über Meer stattfinden. Deshalb trainiere ich momentan auf dem Bernina, auf 2300 Meter Höhe.

Schenken Sie der körperlichen Vorbereitung mehr Beachtung, seit Sie Anfang Monat vor dem Weltcuprennen in Kanada ohnmächtig geworden sind?

Die physische Vorbereitung auf einen Wettkampf hatte für mich schon immer eine grosse Bedeutung. Das hat nichts mit dem Vorfall in Kanada zu tun. Das passierte dort wohl auch begünstigt durch den Jetlag. Dass mir schwarz vor Augen wurde, war eine neue Erfahrung für mich, lässt sich aber wohl nie ganz ausschliessen. Ich kann mich ja nicht irgendwo anbinden, damit ich nie mehr umfalle.

Sie haben zum zweitenmal in Folge den Gesamtweltcup der Elite gewonnen. An der WM in Andorra werden Sie die grosse Schweizer Medaillenhoffnung sein. Wie gehen Sie mit diesem Druck um?

Es ist eine Ehre, in der Favoritenrolle zu sein. Das heisst, dass ich schon etwas geleistet habe. Und die Rolle ist ja nicht ganz neu für mich. Seit Anfang 2014 trage ich im Weltcup ununterbrochen das Leadertrikot.

Neu ist hingegen, dass Sie an der WM im Elitefeld starten. Eigentlich müssten Sie doch noch in der U23-Kategorie teilnehmen, oder?

Ja, aber ich habe im Februar vom Weltverband UCI die Ausnahmebewilligung für den Start bei der Elite erhalten. Ich finde die U23-Kategorie sehr wichtig für unseren Sport, bin aber froh, dass die UCI ein Einsehen hatte, dass an der WM die Besten der Welt in einem Rennen starten sollten – unabhängig vom Alter.

Sie haben angekündigt, nach der Mountainbike-WM Ende September auch die Strassen-WM zu bestreiten. Ist das auch für die Olympischen Spiele 2016 eine Option?

Das Olympiaprogramm würde einen solchen Plan tatsächlich begünstigen, weil das eine Rennen gleich zu Beginn ausgetragen wird, das andere am Ende. Ich werde mit Swiss Cycling die Optionen ausloten. Mountainbike hat für mich auf jeden Fall weiterhin erste Priorität. (mat)