Für mehr Spiele fehlen die Ressourcen

Ein Grossteil der Schweizer Nationalspieler würde wegen der vielen Zuschauer und der Stimmung am liebsten jedes Länderspiel in St. Gallen austragen. Dass es einmal so weit kommt, ist unrealistisch – der Aufwand für die ehrenamtlichen Helfern ist jeweils hoch.

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Mazedoniens Spieler lassen sich in der vollen Kreuzbleiche feiern. (Bild: Ralph Ribi)

Mazedoniens Spieler lassen sich in der vollen Kreuzbleiche feiern. (Bild: Ralph Ribi)

HANDBALL. Für die Schweiz ging es im EM-Qualifikationsspiel gegen Mazedonien um nichts mehr. Dennoch kamen am vergangenen Mittwoch über 2300 Zuschauer in die St. Galler Kreuzbleiche – 800 mehr als zum sportlich wichtigeren Spiel gegen Tschechien Ende April in Schaffhausen.

In den vergangenen Jahren besuchten deutlich mehr Zuschauer die Länderspiele, wenn diese in St. Gallen stattfanden. Trainer und Spieler würden daher am liebsten immer in der Ostschweiz spielen – das spürt man in Gesprächen mit ihnen. Dass die Kreuzbleiche in naher Zukunft exklusiver Spielort des Nationalteams wird, ist aber unrealistisch. Denn um zwei oder gar drei Partien pro Jahr zu organisieren, fehlen die Ressourcen.

Fünf Vereine gehören zur IG

Die Länderspiele in der Kreuzbleiche werden von der Interessengemeinschaft Handball St. Gallen organisiert. Die IG ist ein Zusammenschluss der Stadtsanktgaller Clubs Fides, Bruggen, BTV, Brühl und St. Otmar. Sie hat bereits die EM-Spiele 2006 in St. Gallen organisiert. Seitdem hat jeder Verein sein fixes Ressort und ist an den Länderspielen dafür verantwortlich. «Deshalb haben wir ein Know-how, das andernorts fehlt», sagt Fritz Bischoff, Präsident der IG St. Gallen Handball. «Wir wollen unsere freiwilligen Helfer aber nicht überbeanspruchen und haben uns entschieden, ein Spiel pro Jahr zu organisieren.»

Eigens einen Boden verlegen

Während einer Partie sind in St. Gallen etwa 200 Freiwillige im Einsatz. Der europäische Verband (EHF) schreibt beispielsweise vor, dass bei internationalen Spielen ein spezieller Boden verlegt wird – für die Helfer eine happige Arbeit. Wegen des grossen Aufwandes und weil die IG nicht gewinnorientiert arbeitet, bleibt es vorerst bei einem Spiel pro Jahr. «Über zwei Partien könnte man diskutieren. Drei wären allerdings nicht mehr machbar», sagt Bischoff. (chk)