Für Lucien Favre wird die Luft dünn

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Fussball Der Waadtländer Lucien Favre kniff die Mundwinkel zusammen und machte gute Miene zum bösen Spiel. Mit 0:5 war der Trainer des Ligue-1-Clubs Nizza am Sonntag gegen Lyon unter die Räder gekommen. ­Favres Team offenbarte teilweise Auflösungserscheinungen. Nach der Niederlage liegt Nizza nur noch an 18. Stelle der Tabelle – auf dem Relegationsplatz.

Trotzdem will der Club von der Côte d’Azur am Meistercoach des FC Zürich aus dem Jahr 2006 festhalten. Nizzas Präsident Jean-Pierre Rivais zerstreut alle Spekulationen: «Wir haben ihn im Sommer nicht freigegeben, und wir werden ihn auch jetzt nicht entlassen.» Favres Vertrag bei Nizza läuft noch bis 2019.

Ausverkauf im Sommer

Seit 2016 ist der Schweizer Taktikfuchs in Nizza tätig. In der vergangenen Saison wurde er sensationeller Dritter. Als Folge daraus spielen die Südfranzosen in diesem Jahr in der Europa League – und das erfolgreich. Bereits eine Runde vor Abschluss der Gruppenphase haben sie sich für die Sechzehntelfinals qualifiziert.

Die guten Auftritte bringt das Team allerdings nicht in der Liga auf den Platz. Die Beobachter stellen fest, dass im Vergleich zum vergangenen Jahr die kol­lektive Zusammenarbeit fehlt. Grund dafür dürften die vielen Spielerverkäufe über den Sommer sein. So hat Nizza sechs Spieler an ausländische Clubs verloren, an Vereine wie Inter Mailand, Porto oder Juventus Turin. Rekrutiert wurden grösstenteils Spieler aus Frankreich, die nicht dieselbe Qualität mitbringen. Nizza ist im Abstiegskampf angelangt. Auftritte auf europäischer Bühne werden für Favres Team so bald nicht wiederkehren. (sid)