Für einmal kein Medaillenglanz

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Ski nordisch Erstmals seit 2005 haben die Schweizer Nordischen an einer WM keine Medaille errungen. Überraschend kam dies nach zuvor nur drei Podestplätzen im Weltcup jedoch nicht. Für das beste WM-Einzelergebnis zeichnete in Lahti erstmals – und wohl nicht zum letzten Mal – Nathalie von Siebenthal mit ihrem vierten Rang im Skiathlon verantwortlich. Die 23-jährige Bernerin erlebte in Lahti ein Wechselbad der Gefühle. Trotz ihres Einbruchs im Rennen über 30 km überzeugte sie mit ihrer mutigen, offensiven Herangehensweise auf grosser Bühne. Von Siebenthal hat weitere wertvolle Erfahrungen sammeln können. «Jetzt heisst es weiterarbeiten, damit ich nächstes oder übernächstes Jahr vielleicht eine Medaille holen kann», sagte sie.

Einer Medaille am nächsten kam die Schweizer Männerstaffel. Lediglich 0,2 Sekunden fehlten zu Bronze – allerdings hatte sich das Schweizer Quartett zuvor nicht über fehlendes Wettkampfglück beklagen können. Dario Cologna startete nach einer suboptimalen Vorbereitung nicht wie gewohnt in drei Einzelrennen, sondern nur über 50 km. 2013 und 2015 stach der «Trumpf Cologna», diesmal waren die Vor­aussetzungen zu schwierig.

Stimmungsvolles Skifest in Lahti

Mit je vier Goldmedaillen waren Norwegens Langlauf-Superstar Marit Björgen und der Deutsche Kombinierer Johannes Rydzek die erfolgreichsten Athleten der Titelkämpfe, die überaus stimmungsvoll waren. 16 Jahre nach den von mehreren finnischen Langlauf-Dopingfällen überschatteten Weltmeisterschaften an gleicher Stätte wurde neben dem Vesijärvi-See ein wunderbares nordisches Skifest zelebriert. Dieses Mal gab es während der Titelkämpfe, bei denen 114 Trainings- und 170 Wettkampfkon­trollen durchgeführt wurden, keine positiven Fälle. Auch die ­befürchteten Wetterkapriolen blieben, ausser beim Teamspringen, aus. Insgesamt wurden rund 180 000 Tickets für die 21 Medaillenentscheidungen abgesetzt. Anders als vor zwei Jahren in Falun war das Interesse des Gastgeberpublikums nicht nur betreffend die Langlaufwettkämpfe gross, sondern für alle drei nordischen Disziplinen. (sda)