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Für beide mehr möglich

Gross ist die Rivalität zwischen Deutschland und Polen, das sich gern auf Augenhöhe wähnt. Gestern beim 0:0 waren sich die Teams vor 73 648 Zuschauern im Stade de France ebenbürtig. Insbesondere die Deutschen können mehr.
Christian Brägger/Saint-Denis
Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/SAINT-DENIS

Bild: CHRISTIAN BRÄGGER/SAINT-DENIS

FUSSBALL. Es lief die letzte Spielminute der Nachspielzeit, es stand 0:0, Toni Kroos trat zum Freistoss an. Und man dachte wieder einmal an das Turnierglück der Deutschen, weil man ihnen nachsagt, dass sie in heiklen Momenten den Ball doch noch irgendwie ins gegnerische Tor reinbekommen. Kroos also lief an, flankte in den Sechzehner der Polen, doch Goalie Lukasz Fabianski stand auf seinem Posten und faustete den Ball weit weg. Schlusspfiff. Ein torloses Unentschieden, das sowohl für Deutschland wie auch für Polen in der Gruppe C einen grossen Schritt Richtung Achtelfinals bedeutet.

Das war der eine Fakt dieses EM-Abends, der andere war die schwierige, ja fast unheimliche Rückkehr für die Deutschen ins Stade de France. Aus bekanntem Grund: In der Nacht vom 13. November 2015 beim Test gegen die Franzosen war das Nationalstadion ein Ziel von Terroristen gewesen.

Gedanken präsent

An der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Polen hatte Deutschlands Trainer Joachim Löw gesagt, dass es weiterhin diese Gedanken an das Ereignis gebe, «alles ist noch präsent». Er fühle sich hier aber sicher, der Fokus gelte ohnehin dem Spiel. Einem Spiel, in dem es für die Deutschen und die Polen darum ging, mit einem zweiten Sieg die Weichen für den Gruppensieg zu stellen. Es ging also endlich wieder um Fussball, und nicht um Dinge wie den Hosengriff des Trainers, der im Vorfeld der Partie skandalisiert worden war.

Löw hatte erwartet, dass sein Team überlegen sein würde; dem war nur die ersten zehn Minuten so, weil sich die Polen danach besser in die Partie einbrachten. Doch auch sie fanden, angeführt vom fleissigen Captain Robert Lewandowski, den Weg vors gegnerische Tor nicht wirklich, weshalb das 0:0 zur Pause der Logik entsprach. Zu sehr war das Spiel von taktischen Korsetts geprägt, die die Trainer vorgegeben hatten.

Ganz anders der Beginn der zweiten Halbzeit, bei dem gleich nach 22 Sekunden Arkadiusz Milik die Führung hätte erzielen können, ja müssen. Doch der Stürmer von Ajax Amsterdam verpasste die Offerte, später sollte er es in der 69. Minute nochmals gleichtun. Aber dieser Beginn war ein gutes Zeichen dafür, dass die Partie besser werden könnte. Und sie wurde es, gleich im Gegenzug scheiterte Mario Götze.

Die Partie fand ihren Schwung, Lewandowski stand plötzlich in aussichtsreicher Position, doch er zögerte zu lange. Und was tat sich bei den Deutschen? Thomas Müller, Toni Kroos und Mesut Özil? Ausser zwei Distanzschüssen kam wenig vom vielgelobten Trio. Sie waren zwar willig, mehr aber war da nicht. Alles lief auf das 0:0 hin. Erst zum Schluss schickten sich die Deutschen an zu zeigen, wer hier der Herr im Stadion ist. Doch gross wurde die Unruhe nie. Die Polen konnten sich damit brüsten, den dreifachen Europameister hart gefordert zu haben. Man hatte sogar das Gefühl, mit mehr Risiko wäre gar ein Sieg möglich gewesen. Während man von Deutschland weiss, dass es sich, wie immer, noch steigern wird.

Sicherheitsvorkehrungen

Die brisante Affiche lief gestern unter höchster Sicherheitsstufe, zumal sich die beiden Fangruppen 2008 in Klagenfurt und an der WM 2006 wüste Auseinandersetzungen geliefert hatten. Die Eingangskontrollen waren noch strenger, zudem wurde versucht, die Fanlager strikte zu trennen, und vor allem: Der Verkauf von Alkohol war eingeschränkt– und es blieb friedlich.

Alle EM-Infos auf unserem Special www.tagblatt.ch/euro2016

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