Für Basel zählt nur der Sieg

Der FC Basel muss heute abend um 20.45 Uhr gegen den rumänischen Meister CFR Cluj sein drittes Heimspiel in der Champions League gewinnen, um mindestens Gruppendritter zu werden und in Europa zu überwintern.

Hansjörg Schifferli/Basel
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Basel-Trainer Thorsten Fink beobachtet seine Spieler im Training für das Spiel gegen Cluj. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Basel-Trainer Thorsten Fink beobachtet seine Spieler im Training für das Spiel gegen Cluj. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Fussball. Platz zwei hinter Bayern München und damit die Qualifikation für die Achtelfinals der Champions League ist für den FC Basel seit der Heimniederlage gegen die AS Roma kein realistisches Ziel mehr. Es gibt zwar theoretisch besonders vorteilhafte Rechnungen für die letzten zwei Runden, welche die Basler auf Rang zwei brächten, doch diese Möglichkeiten bleiben eben theoretisch.

Drei weitere Millionen Euro betrüge die Uefa-Prämie fürs Weiterkommen in der Champions League; bisher sind es für Basel an Startgeld und Siegprämie für den Erfolg in Rom schon acht Millionen. Realistisch aber ist noch immer, sich heute mit einem Heimsieg gegen den rumänischen Vertreter CFR Cluj als Gruppendritter für die Sechzehntelfinals der Europa League zu qualifizieren.

Im europäischen Wettbewerb zu überwintern – das war von Anfang an, was sich die Basler von dieser Europacup-Saison als Ziel setzten.

«Drinnen-oder-draussen-Spiel»

Gewinnt der FC Basel heute 1:0 oder mit zwei Toren Differenz, ist er nicht nur drei Punkte vor den Rumänen, sondern hat er auch für eine allfällige Punktgleichheit nach dem letzten Gruppenspiel die 1:2-Niederlage aus dem Startspiel korrigiert.

Damit hätte er Platz drei auf sicher, weil er bei Punktgleichheit auch besser dastünde als die AS Roma. Ein Unentschieden aber wäre ein deutliches Plus für Cluj, eine Niederlage praktisch das Aus für die Basler. Dann könnten sie nur noch Dritte werden, wenn sie in München gewinnen und die AS Roma keinen Punkt mehr holt.

Auch Sorin Cartu, der Trainer des CFR Cluj, sieht den Anlass heute als «Drinnen-oder-draussen-Spiel». Für sie, sagt Cartu, sei es «die wichtigste Partie», weil sie praktisch übers Fortkommen in Europa entscheide. Auch für den rumänischen Doublegewinner ist Platz drei das vernünftige Ziel. Cartu hat seine Zeit in Cluj mit dem Heimsieg gegen den FC Basel begonnen; international gab es nachher drei Niederlagen gegen Roma und Bayern München, und die Entwicklung in der Meisterschaft war auch nicht so, wie es sich die Vereinsleitung vorgestellt hatte.

Mit 15 Punkten aus neun Spielen unter Cartu rückte das Team aus Cluj in der heimischen Liga lediglich vom zwölften auf den achten Platz vor, die Spitzenteams Otelul Galati und FC Timisoara haben schon zehn und neun Punkte mehr als Cluj.

Personelle Probleme

Es ist also weiterhin unruhig im Verein. Beim FC Basel ist zwar die Hoffnung auf ein gutes Ende der dritten Champions-League-Teilnahme gross.

Aber auch die Basler haben ihre Probleme, und erstmals in dieser Saison sind sie trotz des grossen Kaders personeller Natur. Es fehlen gleich mehrere Stammspieler: Stürmer Marco Streller, der ohnehin gesperrt wäre, ist verletzt; Valentin Stocker ist gesperrt; mit Scott Chipperfield und Jacques Zoua fallen zudem Alternativen für die Offensive verletzt aus. Ebenfalls unsicher ist, ob der zentrale Mittelfeldspieler Benjamin Huggel auflaufen kann. Ihn plagen Rückenbeschwerden.

Immerhin hat er im Mannschaftshotel übernachtet. Erschwerend kommt für den Basler Trainer Thorsten Fink hinzu, dass er im Cup-Achtelfinal gegen Servette seine wichtigsten Akteure nicht wie gewünscht schonen konnte. Alex Frei und Huggel musste er er nach einer Stunde einwechseln, um das Ausscheiden zu verhindern, was letztlich auch gelang.

Trotz dieser personellen Sorgen zählt für den Basler Coach nur ein Vollerfolg: «Alles ausser einem Sieg ist kein gutes Resultat.» Alles in die Offensive werfen und eine schnelle Entscheidung anstreben wird der 43jährige Deutsche jedoch nicht: «Ich denke, dass es wieder ein Geduldsspiel wird. Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen. Die Rumänen sind konterstark. Und sie werden eher defensiv agieren, denn ihnen reicht ein Unentschieden, um vor uns zu bleiben.»

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