Fünf polnische Filme im Cinema Luna

Vom 4. Februar bis 6. März zeigt das Cinema Luna Frauenfeld in Zusammenarbeit mit Cinélibre Bern und dem Polnischen Filminstitut eine fünfteilige Reihe zum aktuellen Filmschaffen Polens.

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Vom 4. Februar bis 6. März zeigt das Cinema Luna Frauenfeld in Zusammenarbeit mit Cinélibre Bern und dem Polnischen Filminstitut eine fünfteilige Reihe zum aktuellen Filmschaffen Polens.

Jeweils von Montag bis Mittwoch steht das Luna ganz im Zeichen der Nachfolger Krzysztof Kieslowskis, des Schöpfers von «Dekalog» und «Trois couleurs». So verschieden die Filme der aktuellen Reihe sind und vom Psychodrama bis zur Komödie reichen, so entdeckt man doch in einzelnen Werken immer wieder Spuren des 1996 verstorbenen Meisterregisseurs, der wie kein anderer die Moral zum Thema machte.

Familienbande

Den Anfang des Zyklus macht «Courage» von Greg Zglinski, dem Polen-Schweizer, der 2005 für sein «Tout un hiver sans feu» den Schweizer Filmpreis gewonnen hat. Sein neuer Film handelt von zwei ungleichen Brüdern, die gemeinsam einen kleinen Familienbetrieb leiten. Als sie Zeugen pöbelnder Hooligans werden, ist der eine gelähmt vor Angst; der andere interveniert, wird jedoch schwer verletzt. Unterstützt von sehr starken Schauspielern ist Zglinski mit «Courage» ein ungemein eindringliches Drama um Feigheit und Schuld gelungen.

Jugendprostitution, Migration

In Katarzyna Roslaniecs mehrfach ausgezeichnetem, kompromisslosem Jugenddrama «Die Girls vom Shopping Center» verbringen 14jährige Schulmädchen ihre Freizeit in einem Einkaufszentrum, wo sie sich für modische Kleider und trendige Handys verkaufen.

Leicht und heiter ist hingegen die schalkhafte Migranten-Komödie «Herrn Kukas Empfehlungen» von Dariusz Gajewski nach dem gleichnamigen Roman von Radek Knapp: Hier reist der junge Waldemar erstmals nach Westeuropa, eingedeckt mit wertvollen Tips seines Nachbarn. Doch schon bald beschleichen Waldemar Zweifel ob der Qualität der Empfehlungen, und er gerät mit seiner Mischung aus Naivität und Charme in allerlei brenzlige Situationen.

Tochter und Mutter

«33 Szenen aus dem Leben» stammt von Malgorzata Szumowska. Wie in ihrem neusten Film «Elles», wo Juliette Binoche eine Journalistin in der Krise gespielt hat, ist auch «33 Szenen» das Porträt einer Frau im Wandel. Die Fotografin Julia (Julia Jentsch) ist glücklich in ihrem Beruf, mit dem Partner und der Familie. Dann bringt die Nachricht von der schweren Krankheit ihrer Mutter ihr schönes Leben innert Kürze heftig durcheinander.

Misstrauen

Auch in Michael Rosas «Der Kratzer» stimmt anfänglich alles zwischen dem älteren Ehepaar Joanna und Jan. Die Biologin und der Mathematiker sind seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Bis Joanna ein Video zugespielt bekommt, in dem ihr Mann als Offizier des ehemaligen Geheimdienstes denunziert wird. Von einem Tag auf den andern verliert die Ehe ihre Grundlage, und Misstrauen und Verdächtigungen lassen die beiden auseinanderdriften. (sti)

4.2.–6.3., Mo–Mi 19.30 www.cinemaluna.ch