Fünf feierfreudige Freunde

FRAUENFELD. WG-Serie Teil 1/5: In der Männer-WG von Donat, Damiano, Ivo, Rolf und Stefan wird gerne gefeiert, selten gestritten und oft geputzt. Ausserdem verreisen die fünf einmal im Jahr gemeinsam, sofern es die WG-Kasse zulässt.

Johanna Schick
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WG-Foto vor der grossen Party: Rolf, Stefan, Ivo, Donat und Damiano sind in Feierlaune. (Bild: pd)

WG-Foto vor der grossen Party: Rolf, Stefan, Ivo, Donat und Damiano sind in Feierlaune. (Bild: pd)

Ein grosses Haus, siebeneinhalb Zimmer und eine Dachterrasse mit Blick über Frauenfeld. Auf zwei Stockwerken leben Donat Beerli (24), Damiano Casella (26), Ivo Beck (26), Rolf Häni (28) und Stefan Locher (26) zusammen. Entgegen allen Vorurteilen gegenüber Männer-WGs fällt vor allem etwas auf: es ist sauber. Einem klassischen Ämtliplan ist das zu verdanken.

«Meistens halten sich alle an die Regeln», sagt Ivo. Meistens. Wer den Müll raus- oder die Post reinzubringen vergisst, muss mit einem selbstgekochten Abendessen für alle büssen. Offensichtlich passiert das nicht ganz so selten: Momentan stehen drei Festmahle aus. Kontrolliert wird das Ganze von Ivo. «Er ist unser Supervisor», sagt Damiano. Alle lachen.

«Das war geil!»

Zweimal im Jahr veranstaltet die feierfreudige WG eine Party. Eine richtige Party, mit richtigem DJ und einer richtigen Musikanlage. Und nach jeder Party muss richtig aufgeräumt werden. Abgesehen von ein paar neonfarbigen Schnüren an der Wohnzimmerdecke lässt nichts darauf schliessen, dass hier wild gefeiert wurde. Wieso sie den Aufwand auf sich nehmen? «Wir wollen in zehn oder zwanzig Jahren zurückblicken, und sagen: Das hat sich gelohnt», sagt Donat. Hinzu käme, dass sie den Leuten die Möglichkeit geben wollen, vom Alltag abzuschalten. Stefan: «Frauenfeld ist diesbezüglich ja schon recht verschlafen.»

Kleine Auseinandersetzungen

Die Idee, in das Haus zu ziehen, stammte ursprünglich von Damiano. Ivo und Stefan kannte er aus der Schulzeit, und schliesslich kamen Donat und Rolf dazu. Seit zweieinhalb Jahren wohnen die fünf jetzt zusammen. Dass es während dieser Zeit mal zu Auseinandersetzungen kommt, versteht sich von selbst. Grundsätzlich sei das Zusammenleben aber harmonisch. «Wir sind zwar alle recht verschieden, aber es funktioniert gut», sagt Rolf. Vielleicht wäre das anders, wenn die WG keine reine Männer-WG wäre. Allenfalls Frauen in ihrem Haus aufzunehmen, stand aber noch nie zur Debatte. Nicht, weil sie es nicht wollten, sondern weil nie die Möglichkeit bestand. «Aber es wäre bestimmt nicht dasselbe», sagt Damiano.

Ein Frauenverbot gibt es aber auf keinen Fall. Sie seien eine offene WG, alle seien jederzeit willkommen. Über zu wenig Privatsphäre klagt trotz allem keiner der Bewohner. «Es bleibt ja jedem noch sein Zimmer», erklärt Ivo.

Wenn es die WG-Kasse zulässt, machen sie einmal im Jahr einen Städte-Trip. Letzten Mai ging's nach Kopenhagen. Die WG ist mehr als eine Zweckgemeinschaft. Man merkt, dass sich die fünf kennen, dass sie Freunde sind. Sie spielen gemeinsam Fussball, kochen und feiern gemeinsam. Alles in allem ein Haufen äusserst liebenswürdiger Männer, denen man ansieht, sie verbindet mehr als nur die gleiche Adresse.

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