Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fritz auf Mission

Die USA leiden, im Männertennis fehlt dem Land seit Jahren ein Aushängeschild. Die Sehnsucht könnte Taylor Fritz stillen. Der 18-Jährige will die Weltnummer eins werden.
Christian Brägger/Basel

Trotz der Grösse von 1,93 m ist er eher unscheinbar. Es wirkt nicht so, als ob da gerade die künftige grosse Nummer des Männertennis daherkommt. Taylor Fritz spricht auch nicht so klar wie dies ein Leader vielleicht tut, selbst wenn die erkältete Stimme tief ist. Und den Gang in den Badelatschen als trottend zu bezeichnen, ist wohl auch nicht falsch. Aber Fritz hat trotz seiner erst 18 Jahre – am Freitag wird er 19 Jahre alt – viel vorzuweisen im Welttennis, er ist der jüngste Spieler in den Top 100. Er passt damit ideal in die Strategie der Swiss Indoors, die immer wieder hoffnungsvolle Talente für sich entdecken. Fritz, derzeit die Weltnummer 73, trifft heute in Basel auf den deutschen Qualifikanten Mischa Zverev.

Im Vorjahr triumphierte Fritz am Juniorenturnier der US Open, er war der jüngste US-Amerikaner seit Michael Chang 1988, der in einem ATP-Final stand, er war bei den Jungen die Weltnummer eins, diesen Platz will er dereinst auch bei den Grossen. «Das ist mein Ziel. Irgendwann. Man muss sich fokussieren im Leben.»

Warten auf den Heilsbringer

Seit Andy Roddick im Januar 2004 hat es kein US-Amerikaner mehr an die Spitze der Weltrangliste geschafft – nach all den Verwöhnprogrammen durch Pete Sampras, Andre Agassi oder John McEnroe; der letzte Grand-Slam-Titel liegt gar noch ein Jahr weiter zurück. Fritz sagt: «Ich spiele nur für mich. Ich möchte das erreichen, was ich mir vornehme und nicht das, was andere sich wünschen.» Es gebe ohnehin noch weitere starke junge Spieler im Land. «Der Druck könnte also schlimmer sein.»

Lange Zeit deutete wenig darauf hin, dass ausgerechnet Fritz der Auserkorene einer ganzen Nation sein würde. Er hatte wegen der tennisspielenden Eltern zwar bereits mit zwei Jahren erstmals ein Racket in der Hand. Doch auch andere Sportarten wie Basketball, Baseball oder Fussball betrieb er – und tut dies auch heute noch mit voller Hingabe. Er sagt: «Ich wollte nicht unbedingt Tennisprofi werden. Ich wollte einfach ein Sportler sein. Aber mit dem Schläger war ich schliesslich am besten.»

Bis er dies merkte, musste er 15jährig werden. Damals wurde er mit 15 weiteren hoffnungsvollen Talenten Teil eines Förderprogramms. «Ich war von allen der Schlechteste. Weil ich die Bälle nicht traf, wollte man mich vom Court wegzerren», lacht er. Doch die vielen harten Trainings taten ihm gut, sie gefielen ihm, er verbesserte sich rasant und überholte den Rest – und wurde Profi.

Heuer startete Fritz gut in seine zweite Saison, schnell steigerte er sich in der Weltrangliste um über 120 Ränge. Doch weil der Rechtshänder alle vier Grand-Slam-Turniere spielte und keine Partie im Hauptfeld gewann, rutschte er vom Karrierebestwert 53 ab. «Aber für die Erfahrung sind diese Spiele gut.» Seine Idole sind Sampras und Juan Martin del Potro, mit dem er am ATP-Turnier in Stuttgart Doppel spielte. Für den Argentinier, den er bewundert, tut er fast alles. Einmal klinkte er sich aus dem Informatikunterricht aus, um 2009 seinen US-Open-Traumfinal – Roger Federer gegen Del Potro – auf dem Computer zu schauen. Er lacht, die Lehrerin erwischte ihn.

Heirat im Alter von 18 Jahren

Erwischt hat ihn auch die Liebe, seit Juli ist Fritz verheiratet. Ungewohnt früh? Nicht für ihn, den das Leben des Tennisspielers geprägt hat. «Ich weiss, was für mich und die Karriere das beste ist. Dazu zählt auch meine Ehe.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.