Frischer Theaterwind aus Nordost

KREUZLINGEN. Im Theater an der Grenze sorgen neue Köpfe für ein abwechslungsreiches Programm. Sarah Thurnheer, Markus Fisch und Flavia Mösli setzen weiterhin auf Qualität und wieder mehr aufs Theater – und senken die Preise für Junge.

Dieter Langhart
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Stellen das neue Programm des Theaters an der Grenze Kreuzlingen vor: Sarah Thurnheer, Markus Fisch, Flavia Mösli. (Bild: Dieter Langhart)

Stellen das neue Programm des Theaters an der Grenze Kreuzlingen vor: Sarah Thurnheer, Markus Fisch, Flavia Mösli. (Bild: Dieter Langhart)

Ganz neu sind die Köpfe nicht, die gestern sich und das neue Programm des Theaters an der Grenze vorgestellt haben. Flavia Mösli war gut drei Jahre Co-Leiterin und führt nun die Geschäfte allein; Markus Fisch war bisher Kassier des Trägervereins, jetzt gestaltet er zusätzlich das Programm zusammen mit Sarah Thurnheer, die bis 2009 mit Micky Altdorf die Künstler zu Kabarett in Kreuzlingen (KIK) einlud. Altdorf hat diesen Februar die Leitung des Theaters abgegeben.

Thurnheer und Fisch haben schon bislang der Programmgruppe des Theaters angehört. «Wir können von Mickys Erfahrung und Netzwerk profitieren», sagt Sarah Thurnheer. Sie und Markus Fisch setzen weiterhin auf spannende Abende und Qualität: «Bei uns kommen nur Künstler auf die Bühne, die wir kennen und hinter denen wir stehen.»

Mehr Theater, weniger Musik

Auch die Ausrichtung der kleinen Bühne an der Hauptstrasse bleibe: Kabarett, Theater, Musik. Einen eigenen Akzent wollen die beiden neuen Programmleiter durch die Öffnung des Theaters für Musiker und Schauspieler setzen. «Wir waren in den vergangenen Jahren eher kabarettlastig – nun sollen auch Bühnenstücke und Konzerte ihren Platz finden.»

Das musikalische Kabarett soll in der kommenden Spielzeit stärker zum Zug kommen. Heuer ist dafür die Sparte Theater besser als in früheren Jahren vertreten. Strohmann & Kauz zeigen ihr zweites Stück «ungerdüre», in dem sich zwei Tunnelbauer durch das Mittelland graben und über Sinn, Tiefsinn und Unsinn nachdenken. Andreas Sauters Theaterstück «Der Mann im Turm oder Das Geheimnis der Zeit» handelt vom Scheitern einer Liebe und der Kraft kindlicher Phantasie – und ist eine Co-Produktion mit der Kellerbühne St. Gallen, die an drei Abenden zu sehen ist. Kommenden Frühling folgt eine Co-Produktion mit dem See-Burgtheater. «Ein gewisses Wagnis», räumt Sarah Thurnheer ein, «da wir vorher sehen wollen, was wir zeigen.»

Das Theater senkt die Preise für Schüler und Studenten auf die Hälfte des regulären Eintritts. «Ein Besuch im Theater soll nicht mehr kosten als ein Kinobillett», sagt Flavia Mösli.

Schulen ins Theater

Mehr jüngere Besucher will das Team auch durch Aktionen mit Schulen anlocken, denn «Kreuzlingen ist eine Bildungsstadt», sagt Sarah Thurnheer. Die Auslastung des Hauses betrug in der vergangenen Spielzeit «relativ gute 60 Prozent», da ist noch Spielraum.

Heute beginnt der Vorverkauf für die neun Abende. Den ersten bestreitet Michael Elsener. Der 26-Jährige aus Zug ist Stimmenimitator, Kabarettist und aktueller Preisträger des Prix Walo. «Elsner ist daran durchzustarten», sagt Sarah Thurnheer. Alte Hasen sind dagegen Ueli Bichsel und Marcel Joller, die nach zehn Jahren Pause die Clownerie «Lufthunde» wieder zum Leben erweckt haben.