FRENCH OPEN: Wawrinka lässt Träume platzen

Stan Wawrinka hat in Paris die Hoffnungen des Publikums auf einen französischen Exploit zunichte gemacht. Der Romand setzt sich 7:5, 7:6 (9:7), 6:2 gegen Gaël Monfils durch und trifft im Viertelfinal auf Marin Cilic.

Marcel Hauck (sda), Paris
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Stan Wawrinka bleibt in Paris weiter ohne Satzverlust – Gaël Monfils konnte nur zu Beginn mit dem Romand mithalten. (Bild: Michel Euler/AP)

Stan Wawrinka bleibt in Paris weiter ohne Satzverlust – Gaël Monfils konnte nur zu Beginn mit dem Romand mithalten. (Bild: Michel Euler/AP)

Marcel Hauck (SDA), Paris

Es ist für die Franzosen verhext: Wenn ein Vertreter der «Grande Nation» beim Heimturnier in Paris gegen einen Schweizer antritt, gewinnt praktisch immer der «petit suisse». Gaël Monfils ging es am Pfingstmontag auf dem Centre Court vor 15 000 Zuschauern nicht anders. Er konnte Stan Wawrinka zwar zwei Sätze lang fordern, war aber letztlich zu passiv. In den beiden ersten Sätzen geriet Wawrinka jeweils mit einem Break in Rückstand, konnte aber zusetzen. Im Tiebreak des zweiten Durchgangs brauchte der Sieger von 2015 allerdings fünf Satzbälle, ehe er mit einem Volley die vorentscheidende 2:0-Führung bewerkstelligte. Der dritte Satz dauerte danach nur noch 35 Minuten. Wawrinka gewann in seinem zehnten Spiel gegen einen Einheimischen in Roland Garros zum neunten Mal, Roger Federers Bilanz lautet 11:1.

Wawrinka liess sich Mitte des zweiten Satzes kurz am Rücken behandeln, gab aber nach dem Spiel Entwarnung. «Das ist unter Kontrolle. Es hindert mich nicht daran, gut zu spielen.» Im Viertelfinal trifft er am Mittwoch auf den Kroaten Marin Cilic, der wie er – sowie in den anderen Tableauhälfte Rafael Nadal und Dominic Thiem – noch keinen Satz abgegeben hat.

Im anderen Viertelfinal der oberen Tableauhälfte bekommt es die Weltnummer 1 Andy Murray mit dem Japaner Kei Nishikori zu tun. Ausser Milos Raonic, der am Pfingstsonntag im Achtelfinal dem Spanier Pablo Carreño Busta (Nummer 20) unterlag, stehen die ersten acht der Setzliste geschlossen im Viertelfinal.

Bacsinszky: Vom Himmel in die Hölle

Für die andere im Turnier verbliebene Westschweizer Hoffnung, Timea Bacsinszky, geht es nach dem brillanten Auftritt gegen Venus Williams im Viertelfinal gegen die Französin Kristina Mladenovic weiter. Die Partie wird zum grossen mentalen Test: Es wartet ein Stadion voller heissblütiger Fans. Titelverteidigerin Garbiñe Muguruza verliess den zweitgrössten Court am Sonntag mit Tränen in den Augen. Die Niederlage gegen Mladenovic war nur schwer zu verdauen. Sie beklagte sich danach über die Zuschauer. «Ich möchte lieber nicht zu viel sagen, aber es war hart», sagte die Spanierin. Deutlicher wurde Muguruzas Coach Sam Sumyk. Er twitterte: «An das französische Publikum: Jämmerlich, absolut keine Klasse!»

Timea Bacsinszky weiss also, was sie heute auf dem Centre Court erwarten wird. Dass ihre Form stimmt, zeigte Bacsinszky mit ihrem Auftritt am Sonntag gegen Venus Williams. Zwar vergab sie gegen die siebenfache Grand-Slam-Siegerin im ersten Satz eine 5:1-Führung, liess sich aber nicht beirren und setzte sich 5:7, 6:2, 6:1 durch. In diesem Spiel auf dem Centre Court hatte sie das Publikum komplett auf ihrer Seite. «Es war geradezu unwirklich, meinen Namen auf einem so grossen Platz bei einem so grossen Event so oft zu hören.»