Frauenfelds Theater für alle

FRAUENFELD. Seit 1959 organisiert der Theaterverein in der Wintersaison professionelle Gastspiele in Frauenfeld. Übermorgen wird ihm, neben Brigitte Hänni, dafür der Anerkennungspreis der Stadt Frauenfeld übergeben. Ein Rückblick mit Anekdoten.

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Am 9.Januar 1959 wurde zur Einweihung der neuen Bühne im Casino Friedrich Schillers «Maria Stuart» vom Ensemble des Stadttheaters Konstanz aufgeführt. In den ersten beiden Spielzeiten wurde vollumfänglich von Konstanz aus gespielt; von der dritten Saison an lud der Theaterverein dann auch andere Bühnen ein. Viele der damals wichtigsten Schauspieler sind in Frauenfeld aufgetreten: Will Quadflieg, Therese Giehse, Maria Becker und viele andere spielten vor dem hiesigen Publikum.

Bis 1985 prägten das Ehepaar Arnold und Silvia Hess mit grossem Engagement die Frauenfelder Theaterszene. Nach Arnold Hess' Hinschied 1985 stellte sich die Frage, ob und wie der Theaterverein weitergeführt werden soll. Als begeisterter Theaterfreund und Präsident der damaligen Jugendtheatergemeinde Frauenfeld und auch des Schweizerischen JTG Dachverbandes war Kantonsschullehrer Max Peter bereit, das Präsidium des Theatervereins zu übernehmen; gewählt wurde er am 24. April 1986.

Ausflüge bis nach England

Vom da an orientierte der neue Präsident jeweils die Abonnenten mit Theaterbriefen. Ein Jahr später folgten die saisonalen Theaterbroschüren. Bis vor einigen Jahren gab es immer auch Gastspiele des Schauspielhauses Zürich. Inzwischen sind diese Aufführungen aber so aufwendig geworden, dass sich der Theaterverein seit einigen Jahren darauf konzentriert, für besonders sehenswerte Vorstellungen Exkursionen nach Zürich zu organisieren, die immer sehr gut besucht werden. Während der Carfahrt bietet Max Peter jeweils eine Einführung. Der Anglist hat auch Theaterfahrten organisiert nach St. Gallen, München – und nach London und Stratford-upon-Avon, Shakespeares Geburtsstadt. Weitere werden sicher folgen, sagt er. Sehr geschätzt würden seit vielen Jahren auch die Einführungsreferate von kompetenten Lehrpersonen der Kantonsschule Frauenfeld.

Gegenseitige Vergünstigungen

Viele der Abonnenten sind ebenso regelmässige Besucher der Konzertgemeinde. Theaterverein und Konzertgemeinde gewähren seit einigen Jahren gegenseitige Vergünstigungen und versuchen zudem, Termine nach Möglichkeit zu koordinieren.

Heinz Oberholzer betreute 40 Jahre lang das Finanzielle, nach seinem Tod übernahm Ruth Fuchs diese anspruchsvolle Aufgabe. Dem heutigen Vorstand gehören zudem an Susanne Dossenbach und Louis Räber; Hans Eberle ist nach langer Tätigkeit im Vorstand seit kurzem Ehrenmitglied; Anneliese Fischer kümmert sich seit langem um die Abonnenten.

Von der Stadt Frauenfeld ist der Theaterverein von Anfang an als kulturelle Bereicherung willkommen geheissen und finanziell unterstützt worden. Auch die Migros Ostschweiz mit dem Kulturprozent und die Credit Suisse Frauenfeld leisten seit Jahren Gönnerbeiträge, ebenso ungenannt bleiben wollende Vereinsmitglieder. «Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, sie erlaubt uns, immer ein anspruchsvolles und unterhaltendes Programm zu bieten», sagt Max Peter. (dl)

Feier für Theaterverein und Brigitte Hänni: Fr, 30.11., 19 Uhr, Rathaus

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